Montag, 20. Juli 2009
Leben | 11:55
„Es ist zu spät, um Pessimist zu sein“
Vor einiger Zeit wurde in vielen Blogs Yann Arthus-Bertrands bildgewaltiger Film „Home“ gelobt – hauptsächlich wegen der schönen Bilder. Wenige haben erwähnt, dass der Film eigentlich von den großen ökologischen Problemen unserer Zeit erzählt, und dass es mit der Schönheit unseres Heimatplaneten bald vorbei ist, wenn wir nicht allmählich mal anfangen, verantwortungsvoller mit Ressourcen und Umwelt umzugehen.
„Wir alle können etwas ändern – worauf warten wir?“
Als ich „Home“ kürzlich zum ersten Mal vollständig gesehen habe, war auch Paul (12 Jahre) dabei, dessen Laune im Verlauf des Films zunehmend schlechter wurde: „Super, noch ’ne tolle Nachricht …“ Unsere Einwände, dass es noch immer nicht zu spät sei, um den Planeten retten zu können, verbesserte seine Laune nicht wesentlich.
Das hat mich, ehrlich gesagt, ein wenig mitgenommen. Und weil die zentrale Aussage am Ende des Films lautet, dass es zu spät für Pessimismus sei, fange ich für mich persönlich jetzt an mit dem was ändern.
„Alles auf der Erde ist miteinander verbunden“
Allein in den vergangenen drei Jahren hat der einst viertgrößte Binnensee der Erde, der Aralsee, 80% seiner Wasseroberfläche verloren, weil das Wasser seiner Zuflüsse zur Bewässerung von Baumwollplantagen abgeleitet wird (Quelle). Ehemalige Hafenstädte liegen zum Teil über 100 km vom heutigen Ufer entfernt. Es wird erwartet, dass der Aralsee 2020 vollständig ausgetrocknet sein wird.
Der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt jährlich um einen Meter, weil das Wasser der Zuflüsse für Obstplantagen und Ackerflächen abgeleitet wird (Quelle). Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Tote Meer 2050 Geschichte sein wird.
1,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Laut WHO sterben jährlich 1,6 Millionen Menschen durch verunreinigtes Trinkwasser (Quelle). Nur 2,5% der weltweiten Wasservorkommen sind Süßwasser, davon bestehen 70% aus Eis in der Arktis/Antarktis und auf Gletschern (Quelle). Durch steigenden Bedarf und Umweltverschmutzung sind die nutzbaren 0,7% der natürlichen Wasservorräte (Seen, Flüsse, Grundwasser) auch dort bedroht, wo sie zur Zeit noch ausreichend vorhanden sind.
Ein Rind ergibt nach dem Schlachten ca. 200 kg Fleisch. Bis zur Schlachtreife hat es 1.300 kg Getreide, 7.200 kg Gräser, Heu und Silage, 24.000 Liter Trinkwasser und 7.000 Liter Frischwasser für die Pflege verbraucht (Quelle). Rechnet man den Wasserverbrauch für die Erzeugung der Futtermittel hinzu, kommt man auf die erschreckende Wasserbilanz von 3.100.000 Litern (in Worten: über drei Millionen Liter), die für die Erzeugung von gerade mal 200 kg Rindfleisch verbraucht werden. Oder bildhaft ausgedrückt: Mit dem Wasserverbrauch für die Erzeugung eines einzigen Kilogramms Rindfleisch kann ein Mensch ein ganzes Jahr lang jeden Tag ausgiebig duschen.
„Werden wir verantwortungsvolle Verbraucher, denken wir darüber nach, was wir einkaufen“
Ich habe nachgedacht. Und deshalb werde ich als erste Maßnahme ab sofort kein Rindfleisch mehr kaufen. Weder als Steak oder Braten beim Schlachter, noch in Form von Rinderfonds, Hamburgern oder Brühwürfeln. Ich werde es (als Steak, nicht als Hamburger) ein wenig vermissen, aber dafür kann ich Paul in die Augen schauen, wenn er mich in zwanzig Jahren womöglich fragt, wie es so weit habe kommen können, obwohl doch alle von den Problemen gewusst haben.
Nachtrag: Auf YouTube steht „Home“ leider nicht mehr in voller Länge zur Verfügung, aber auf Sevenload kann man ihn in HD und deutscher Sprache noch anschauen.
Siehe auch „Noch mal was zu Wasserbilanzen und persönlichem Verzicht (Update)“
Schweizer Helvetica-MesserLiebes Tagebuch (104)
Notizbuch
- Glossar der Lebensmittel- und Speisenamen, englisch/deutsch
Nützliche Übersetzungshilfe für englischsprachige Rezepte – „pork chuck roast“ habe ich sonst in keinem Wörterbuch gefunden. ¶
- Evolution of 50 Corporate Brand logos
(Danke, Martin) ¶
- With friends like these ...
„Why would I want to waste my time on Facebook when I still haven’t read Keats’ Endymion? And when there are seeds to be sown in my own back yard?“ ¶
- French Anti-Piracy Organisation Hadopi Uses Pirated Font In Own Logo
- iOutBank Pro heute für 79 Cent
Mobiles Banking mit dem iPhone ¶
- Interesting Letterhead Designs - Letterheady
Historisch interessante Briefbögen ¶
- Symphonic Orchestra Free
Die 2 GB große freie Edition des „EastWest/Quantum Leap Symphonic Orchestra“ für z. B. Logic Pro. Via ¶
- The decade in news photographs
Das vergangene Jahrzehnt in Bildern ¶
- Fernsehtipp: Charlie Chaplins „Moderne Zeiten“ auf Arte
Ein Meilenstein. ¶
- Das Pomegranate Phone macht sogar Kaffee
Aufwändige Werbung für Nova Scotia ¶
Zufällige Artikel
Navigation
Designers Toolbox
Neue Kommentare
- H =:o) L G I zu 1&1 SmartDrive mit Mac OS X-Finder nutzen
- Anne zu Everything looks great with Helvetica
- Patrick zu Everything looks great with Helvetica
- Anke K zu Abenteuer beim 1&1 Kunden-Service
- Boris zu Was ich momentan in Bezug aufs iPad nicht mehr hören kann
- Michael Preidel zu Was ich momentan in Bezug aufs iPad nicht mehr hören kann
- DerSWI zu Was ich momentan in Bezug aufs iPad nicht mehr hören kann
- tjark zu Was ich momentan in Bezug aufs iPad nicht mehr hören kann
- Roman zu Was ich momentan in Bezug aufs iPad nicht mehr hören kann
- Sven zu Was ich momentan in Bezug aufs iPad nicht mehr hören kann
Potsdam, 03:30 Uhr:

Leichter Schneefall, -6 °C
20 Besucher online

