Donnerstag, 10. Februar 2005
Leben | 19:25
Erfahrungsbericht: Siemens Gigaset S1 colour
Ich habe ihn lange hinausgezögert, den Neukauf eines Telefons. Zwar waren schon seit einem Jahr zwei Pixelzeilen auf dem Display ausgefallen, aber ich war mit meinem Gigaset 2000C Mobilteil, dessen Farbe von Siemens erstaunlicherweise immer mit graphitgrau angegeben wurde, obwohl es doch eigentlich dunkelgrün war, äußerst zufrieden. Dazu kam, dass ich bei Freunden, die einen höheren Verschleiß an Mobilteilen haben, mitbekommen hatte, dass die Nachfolgemodelle alle erstens nicht mehr so hübsch waren und zweitens durchweg eine schlechtere Tonqualität hatten.
Kaputt, neu
Vor ein paar Tagen war es nun aber so weit. Nachdem ich zunächst alle meine Gesprächspartner darauf aufmerksam machte, dass mit ihrem Telefon was nicht stimmt – ich konnte nämlich meine Gegenüber sporadisch nicht mehr hören –, musste ich nach einiger Zeit feststellen, dass wohl mit meinem Telefon was nicht stimmte.
Bei der Siemens-Hotline teilte man mir dann gestern mit, dass man solche alten Telefone (es ist von 1998!) nicht mehr repariere, aber gegen die Herausgabe meines alten Telefons plus einer kleinen Zuzahlung würde man mir ein nagelneues Mobilteil zusenden. Da aber auch meine ISDN-Anlage leider schon so alt sei, müsse ich mindestens das nagelneueste Modell, das Gigaset S1 colour nehmen, das habe aber immerhin ein Farbdisplay und koste nur 90,97 Euro inklusive Versand und würde meine vorhandene ISDN Anlage auch zu 90% unterstützen – gesagt, bestellt.
Und wie ist das neue nun?
Heute kam der GLS-Bote, nahm mein geschätztes 2000C in Empfang und übergab mir das S1 colour. Natürlich funktionierte die automatische Anmeldung an der Basisstation nicht, aber egal, das gehörte wohl zu den fehlenden 10%. Nach der manuellen Anmeldung, die mich das erste Mal mit den außerordentlich lieblos gestalteten Icons des Benutzermenüs in Berührung brachte, kam beim ersten Anruf die nächste Ernüchterung: Nachdem ich abgehoben und mich gemeldet hatte (meinen Namen zu sagen, dauert ungefähr eine halbe Sekunde), hörte ich den Anrufer anschließend nicht etwa sofort, sondern erst nach einer Verzögerung von einer weiteren Sekunde. Und das ist bei jedem Anruf so, mit dem Ergebnis, dass die ersten Worte eines Anrufers vom S1 colour grundsätzlich verschluckt werden.
Und dann die Tonqualität! Warum muss ein Telefon von 2005 so exorbitant schlechter klingen als eins von 1998? Und dabei ist es nicht etwa nur so, dass sich die Anrufer qualitativ schlechter anhören, auch meinen Gesprächspartnern ist heute aufgefallen, dass ich mich „irgendwie hohler“ anhöre als sonst.
Fazit: weg mit Schaden
Okay, mit all diesen Nachteilen hätte ich eventuell sogar leben können, aber nachdem ich heute auch noch feststellen musste, dass die angebliche Austausch-Zuzahlung teurer war als ein komplettes S1 colour bei einem beliebigen Online-Versender (bei Amazon beispielsweise nur 74 Euro inkl. Versand), steht mein Entschluss fest. Das S1 colour wird zurückgeschickt und bei Ebay ein gebrauchtes 2000C für 35 Euro gekauft.
Auf ein Farbdisplay kann ich nämlich gut und gerne verzichten, wenn nur die Tonqualität stimmt – mit einem Telefon will ich schließlich telefonieren, nicht Fernsehen gucken …
Und so ging die Geschichte weiter …
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