Pat Metheny im Apple Interview
Meine beiden ersten Gitarren-Helden waren Sabicas und Baden Powell. Dann kamen John McLaughlin und Paco de Lucia, deren 185-Töne-pro-Sekunde-Technik mich streckenweise aber eher deprimierte. Al DiMeola beherrschte die zwar auch, spielte aber seelenlos. Trotzdem war „Friday Night in San Francisco“ natürlich eine Offenbarung, nicht zuletzt, weil Paco de Lucia, der zuvor eher die reine Flamenco- und Südamerika-Folklore-Schule vertreten hatte, dort völlig neue Qualitäten zeigte. Weitere Helden dieser Zeit waren Larry Coryell, Philippe Catherine und Pat Martino, aber auch Volker Kriegel oder Kolbe und Illenberger.
Irgendwann hörte ich dann auch zum ersten Mal Pat Metheny: Da war doch tatsächlich jemand, der es wagte – zusammen mit dem kongenialen Pianisten Lyle Mays –, dem damals im Jazz üblichen Griffbrett-Geschwindigkeitswahn einfühlsames Melodienspiel entgegen zu setzen, und der – erstaunlicherweise – gleichwohl von fast allen Gitarren-Aficionados ernstgenommen wurde. Er konnte, wenn er denn wollte, durchaus eine sportliche Gitarre spielen, allein: er wollte es nicht, bzw. nur gelegentlich. Kultiviertes Understatement!
A Conversation with Pat Metheny
Hörgewohnheiten ändern sich – die alten McLaughlin Platten höre ich selten bis nie, Coryell und Catherine Platten besitze ich schon lange nicht mehr –, Pat Methenys Musik aber gehört nach wie vor zu meinem Leben. Aus irgendwelchen merkwürdigen Gründen habe ich noch nie ein Konzert von ihm sehen können, umso erfreuter war ich, als ich gestern bei Apple die Seite „Guitarists and the Mac: A Conversation with Pat Metheny“ fand. Hier gibt es ein über 30 Minuten langes Interview, aufgeteilt in mehrere QuickTime Filme, in dem Metheny erzählt, wie Computer seine Art, Musik zu machen, verändert haben. (Kostenlose Registrierung erforderlich)
Stellenweise ist das ganze ziemlich Mac-zentriert (andererseits handelt es sich ja schließlich auch um ein Apple Interview), aber man nimmt ihm seinen Enthusiasmus durchaus ab. Er erzählt z. B., dass er in der Nacht nach der iTunes Music Store Eröffnung so begeistert war, dass er gleich ungefähr 100 Songs heruntergeladen habe. Im übrigen kaufe er manchmal auch seine eigenen Songs: „It’s easier than to schlepp my CD over there and have to do the whole thing…“
Auch wie die Aufnahmen zu seiner letzten CD („One Quiet Night“, Metheny spielt Solo-Gitarre) entstanden sind, erfährt man: Eines Nachts setzte er sich mit seiner akustischen Gitarre in sein Home-Studio und improvisierte sechs Stunden lang. Tonabnehmer und Mikro waren über ein Motu Interface mit dem PowerBook verbunden, aufgenommen wurden die Tracks mit Digital Performer. Später wurden noch ein paar Cover-Versionen zusätzlich aufgenommen (u. a. „Don’t Know Why“ und eine hinreißende Version von „My Song“), das Mastering schließlich fand auf einem G5 mit ProTools statt.
Alles in allem eine nette Werbung für Apple, aber auch eine gute Gelegenheit, Pat Metheny mal etwas näher kennen zu lernen. Sein nächstes Konzert werde ich jedenfalls bestimmt nicht mehr verpassen.
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hmmmmmm sag ich da nur. ich denke fast ich lese hier meine eigene itunes biblio. wie stehts mit david qualey¿ schon einmal gehört¿ nein¿
dann ab zu: www.david-qualey.com und hineinhören :-)
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