Sonntag, 13. März 2005
Webdesign | 09:33
Das wird doch wieder nichts!
Chris Wilson, laut eigener Aussage der Mann bei Microsoft, der 1996 als erster Mensch CSS in einen Browser für den Massenmarkt implementiert hat (souverän bemerkt er: our only major competitor at the time was still hacking in new HTML tags – mit einer großzügigen Geste die Tatsache unter den Tisch kehrend, dass Microsoft mindestens ebenso viele HTML-Tags „eingehackt“ hat, und ein proprietäres, nur mit MS-Browsern funktionierendes Javascript dazu), schreibt im IEblog, was man von Internet Explorer in der Version 7 erwarten darf:
Given the strong usage of IE in the corporate space as well as embedded in applications, we have a strong requirement for backwards compatibility with our previous behavior, compliant or not; that requirement does not mean dont touch anything, it is just a recognition that keeping our engine in sync across strict and quirks modes is challenging when quirks mode has to work nearly exactly the same as it always has.
Aha. Abwärtskompatibilität, ob standardkonform oder nicht. Weiter (Hervorhebung von mir):
We pay a lot of attention to this kind of thoughtful insight into the biggest problems web developers face today. Wed like to encourage those facing real-world problems with the IE platform to participate in these kinds of efforts, so we can use this to help prioritize our development. By contrast, vague demands for open-ended standards support (...) dont really help us drive our development very much. Microsoft does respond to customer demand; web developers are our customers.
Immerhin: Vier Jahre nach dem Erscheinen des aktuellen Internet Explorers hat man schon mal festgestellt, dass Webdesigner Probleme damit haben und fordert sie zur Mitarbeit auf. Allerdings habe ich mich beim Lesen der Aussage, ein Hinweis auf „standards support“ helfe nicht, fragen müssen: Ist die CSS 2.1 Spezifikation wirklich so schwammig formuliert, dass Microsoft beim Entschlüsseln auf die Mithilfe der Webentwickler angewiesen ist? Haben die Firefox-Programmierer sich da vielleicht einen ungerechten Vorteil verschafft, weil sie jemand im W3C kannten, der ihnen margin und padding erklären konnte?
Es ist mehr als peinlich, wie ein Mitarbeiter Microsofts hier schon wieder rumeiert. Seit Jahren werden auf tausenden von Websites die Fehler von IE beschrieben; jeder Webdesigner kann, nachts um vier geweckt, wie aus der Pistole geschossen mindestens fünf IE-Macken und die passenden CSS-Hacks dazu aufzählen. Aber erst jetzt, wo Firefox eine ernsthafte Konkurrenz für den IE zu werden droht, äußert man ein vages Verständnis für die Nöte der Webentwickler und verspricht, wenn alle schön mitmachen und möglichst nicht von „standards support“ reden, Besserung.
Ein Kommentator im IEBlog schreibt:
This IE7 release is the same as it was with IE4 and so: marketing, delaying, „proprietaring“ and killing everyone
Ich hoffe wirklich, dass es diesmal nicht so sein wird.
Photoshop-Tutorial: Eine realistische Papier-Abrisskante erzeugenPeace
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