Dienstag, 15. Februar 2005
Leben | 13:18
Fortsetzung Siemens Gigaset S1 colour
Den ersten Teil finden Sie unter Erfahrungsbericht: Siemens Gigaset S1 colour. Nachdem ich heute ein ausgesprochen unerfreuliches Gespräch mit dem Siemens Service-Center geführt habe, schickte ich Siemens ein Telefax:
Siemens AG
Frankenstraße 2
46395 Bocholt
Faxnummer 01805-333229Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe heute, am 15.02.05, ein 20-minütiges Telefongespräch mit Ihrem Service-Center (01805-333 222) geführt, namentlich mit Herrn Siegel, der das Gespräch später auf meine Bitte an seinen Vorgesetzten Herrn Wulf, der das Gespräch mitverfolgt hatte, übergab. Nachfolgend ein Gesprächsprotokoll.
Gesprächsprotokoll Anfang
Ich erklärte, dass das Austauschgerät für mein defektes Siemens Gigaset 2000C, ein S1 colour, das ich am 09.02.05 telefonisch beim Service-Center bestellte und das am 10.02.05 von Siemens geliefert wurde, drei nicht zu akzeptierende Nachteile habe. Die Sprachqualität sei deutlich schlechter als beim 2000C, bei eingehenden Anrufen gebe es nach dem Abheben eine Verzögerung von 2 Sekunden, bevor ich meinen Gesprächspartner höre, und schließlich läge der Vorzugspreis für dieses Austauschgerät mit 90,97 Euro inkl. Versand deutlich über dem eines Vollgerätes auf dem freien Markt. Deshalb wolle ich von meinem Widerrufsrecht Gebrauch machen und das Gerät gegen mein defektes 2000C zurücktauschen.
Nachdem Herr Siegel Rücksprache gehalten hatte, meldete er sich zurück und teilte mir mit, da könne man nichts machen. Auf meine Frage, wer mit so einem Telefon arbeiten könne, das die eingehende Leitung erst mit 2-sekündiger Verzögerung freischaltet, antwortete er, das sei eben so. Wörtlich: Sie müssen verstehen, Herr Preidel, in Ihrer 2060isdn Anlage ist so ein kleiner Computer drin, das geht eben nicht so schnell.
Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf die Qualität dieser Aussage eingehen – Tatsache ist, dass er keine Antwort auf meinen Einwand hatte, dass es ja mit dem alten Mobilteil funktioniert habe.
Als Argument für den höheren Preis führte er an, dass Siemens nicht jeden kleinen Krauter, der gerade einen Ausverkauf mache, kontrollieren könne. Und zu der schlechteren Sprachqualität bemerkte er, dass das ja ein ganz anderes Gerät sei. Ich fragte ihn, warum ein neues Gerät schlechter sein müsse als ein altes. Er erwiderte, es sei ja gar nicht schlechter, sondern nur anders.
Ich wollte dieses unerfreuliche Gespräch abkürzen, machte ihn auf das Widerrufsrecht bei Telefonkäufen aufmerksam, woraufhin er ein weiteres Mal Rücksprache hielt und mir anschließend sagte, Siemens nähme das Gerät keinesfalls zurück. Ich wies ihn ausdrücklich noch einmal auf das Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen hin, und darauf, dass ich von Siemens im übrigen bis jetzt noch gar keine schriftliche Belehrung über dieses Widerrufsrecht erhalten habe. Dazu wollte er sich nicht äußern, er teilte mir aber mit, dass sein Vorgesetzter, Herr Wulf, das Gespräch mitgehört habe und ebenfalls darauf bestünde, dass Siemens das Gerät nicht zurücknähme.
Auf meine diesbezügliche Bitte übernahm Herr Wulf das Gespräch. Er erklärte mir, ich könne ja auch nicht in Stadt A tanken, in Stadt B feststellen, dass das Benzin dort einen Cent billiger sei und dann das Benzin zurückgeben. Ich sagte, dass der höhere Preis, obwohl ärgerlich, weil als Vorzugspreis annonciert, eher nebensächlich sei – das Telefon entspräche einfach nicht meinen technischen Anforderungen an ein Gerät des 21 Jahrhunderts. Er erwiderte lediglich, dass Siemens das Gerät nicht zurücknähme. Meine Erwähnung des gesetzlichen Widerrufsrechts quittierte er mit der Bemerkung, darüber werde er noch nicht mal ansatzweise mit mir diskutieren.
Ich bat ihn, mir die Verweigerung der Rücknahme schriftlich zu übermitteln, was er ablehnte. Er habe es mir mündlich mitgeteilt, das müsse ausreichen.
Gesprächsprotokoll Ende
Ich finde es unfassbar, wie das Service-Center mit mir als Kunden umgegangen ist. Mit der Bezeichnung „Vorzugspreis“ wird einem erst suggeriert, man erhalte einen Bonus, der sich bei genauerer Betrachtung allerdings als ziemlicher Malus erweist, hinterher wird einem dann vorgehalten, man habe sich ja schließlich vorher erkundigen können. Verbraucherrechte werden nach dem Motto „Gekauft ist gekauft“ schlichtweg negiert, Kunden werden mitunter offensichtlich für ziemlich dumm gehalten („da ist so ein kleiner Computer drin“), und man erhält keinerlei Auskunft darüber, warum ein neu gekauftes Gerät die oben beschriebenen technischen Mängel aufweist.
Ich möchte Ihnen hiermit die Gelegenheit geben, sich zu diesem Vorfall zu äußern. Ich muss Sie sicherlich nicht darauf aufmerksam machen, dass Sie die Vorschriften des Widerrufs- und Rückgaberechts bei Verbraucherverträgen einhalten müssen. Und dass nach dem Widerrufsrecht die zweiwöchige Rückgabefrist erst mit dem Zeitpunkt (beginnt), zu dem dem Verbraucher eine deutlich gestaltete Belehrung über sein Widerrufsrecht, die ihm entsprechend den Erfordernissen des eingesetzten Kommunikationsmittels seine Rechte deutlich macht, in Textform mitgeteilt worden ist…, muss ich Ihnen wahrscheinlich auch nicht sagen. Unabhängig von einer Antwort werde ich in jedem Fall die zuständige Verbraucherzentrale informieren.
Weiterhin teile ich Ihnen mit, dass ich von dem gesetzlichen Widerrufsrecht Gebrauch machen und das Gerät auf Ihre Kosten zurücksenden werde. Gleichzeitig möchte ich Sie bitten, mein Gigaset 2000C, was Sie im Austausch für das S1 colour von mir erhalten haben, an mich zurück zu senden.
Den Kaufpreis i.H.v. 90,97 Euro erstatten Sie mir bitte mit einem Verrechnungsscheck, den Sie an die o. a. Anschrift schicken.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Preidel
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