Der 8. Sinn
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man auch schmecken (genauso wie laufen und sprechen) lernen muss. Nicht nur deshalb soll man Kinder möglichst vielseitig ernähren. Wenn sie nämlich nur mit Nudeln und Ketchup aufwachsen, wird sich ihr Geschmackssinn kaum entwickeln können. Solche Menschen erkennt man dann später z.B. daran, dass sie die ihnen servierte Ente à l’Orange schon vor dem ersten Bissen nachsalzen.
Mit der Musik ist es, glaube ich, ähnlich. Als ich 10 war, hatte ich Gitarrenunterricht, der mir nach einem Vierteljahr erst mal zu langweilig wurde. Zwei Jahre später sah ich in einem Micky Maus Sonderheft die Gitarrenakkorde zu „Oh My Darling Clementine“, holte die Gitarre wieder aus der Ecke, spielte die Akkorde aus dem Heft nach, und fortan war Gitarre spielen, nach Bücher lesen, mein Höchstes. Alles, was auch nur im entferntesten mit einer Gitarre zu tun hatte, war interessant. Stil oder Musikrichtung waren egal – Hauptsache Gitarre. Und so kam es, dass ich als 12jähriger Platten von Baden Powell, Sabicas und Lightnin' Hopkins hörte und meine Kumpels mich und meinen Musikgeschmack für verrückt erklärten bzw. mir selbigen völlig absprachen.
Ich gehöre nicht zu den glücklichen Menschen, die Töne schmecken können, aber ich bin mir sicher, dass es genau diese vielen unterschiedlichen Musikrichtungen waren, die meinen 8. Sinn, das Musikempfinden, damals soweit entwickelt haben, dass ich Musik auch heute noch als etwas Besonderes empfinde.
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