Spam King und Vermeidungsstrategien
Auf MacBidouille habe ich einen Link zu einem Artikel in der New York Times gefunden: Confessions of a Spam King.
[...]
For instance, how does a spammer find clients willing to hire him?
He spams.
[...]
»I might get 100 responses from 100,000 e-mails,« Colbert says. He would write back personally to those, asking for the text of the ad they wanted to spam out and relaying his pricing structure: \$300 to send out 100,000 messages or \$900 for a million. From the 100 people who would agree to hear his personal pitch, he would usually land between two and five contracts. Although this might seem like a pitiful response rate—one-five-hundredth of one percent is ruinous in any other market—this one search for spam clients could yield Colbert as much as \$14,000.Colbert describes how he would set his computers for »send« with millions of e-mail messages queued up, then go to sleep and let the machinery make the money for him. »I used to have nine computers bound over five DSL lines on a 10 meg pipe feeding 500K per second per computer,« Colbert says. »That’s a million e-mails an hour per computer, nine million an hour on a good day.’«
Man muss sich zwar – kostenlos – bei der NY Times registrieren, aber der Artikel ist absolut lesenswert.
Ich selbst habe zwar seit 1995 einen Internetzugang und schreibe bzw. empfange seitdem auch E-Mail, aber mein Spamaufkommen ist sehr gering – ich erhalte auf alle meine Accounts zusammen nur ca. vier bis acht Mails à la »Introducing VP/RX Pills« oder »Free Teen Videos« pro Woche.
Strategien zur Spamvermeidung
Als erstes sollten alle E-Mail Adressen auf einer Website verschlüsselt sein – entweder mit Javascript, oder, noch einfacher, URL enkodiert. Wer z.B. im Quelltext dieser Seite nach info@qxm.de sucht, wird sich wundern – er findet nichts. Was er findet, ist info@q xm.de, aber das finden wiederum die Spider und Crawler der Spammer nicht.
Another good tool is called a spider, a software program that can crawl through Web pages, looking for that telltale symbol: @. Then it simply records everything to the left and right of it, and bingo, it has a good e-mail address.
Man kann das natürlich mithilfe von Tabellen per Hand machen, für Mac OS gibt es aber auch ein Freeware Tool, dass Adressen automatisch konvertiert: SpamStopper
Als zweites darf man Spam Mail natürlich nie, ich wiederhole: niemals beantworten, z.B. um sich aus einem Verteiler auszutragen. Besser kann man dem Spammer nicht mitteilen, dass es sich um eine gültige Adresse handelt.
When an »out of the office« auto-reply comes back on one e-mail message, Colbert says: »Oh, we love those. They confirm that the address is active.«
Drittens sollte man, wenn man sich bei einem freien E-Mail Dienst wie z.B. GMX oder Web.de einen Account einrichtet, möglichst einen schwer zu erratenden Namen aussuchen. Bei so etwas wie angelika17@gmx.de wird mit Sicherheit irgendwann Spam eintrudeln.
A »dictionary attack,« Colbert instructs, is when you blast reams of computer-generated potential e-mail names (Arnie1@hotmail.com, Arnie2@hotmail.com, Arnie3@hotmail.com . . .) and see which ones take.
Und viertens, und das ist natürlich die wichtigste Regel überhaupt, sollte man seine »guten« E-Mail Adressen nicht einfach so herausrücken. Um obigen Artikel lesen zu können, musste auch ich mich erst bei der NY Times registrieren und dabei eine E-Mail Adresse angeben. Obwohl ich der NY Times überhaupt nicht unterstellen will, diese Adresse für Spam zu missbrauchen, hüte ich mich in solchen Fällen davor, eine wertvolle, sprich: bisher spamfreie Adresse herauszurücken.
Stattdessen logge ich mich beim kostenlosen Forwarding Dienst Sneakemail ein, generiere unter dem Label »NYTimes« eine neue Forwarding Adresse (mittlerweile habe ich über 100 davon), die ungefähr so aussieht: lkj57hg3@sneakemail.com – und die ich im Registrierungsformular eintrage. Wenn mir die NY Times nun eine Mail schickt, wird sie von Sneakemail mit dem Label NYTimes versehen und an einen, von mir bei Sneakemail angegebenen, realen Account weitergeleitet. Möchte ich keine Mail mehr erhalten, stelle ich die die entsprechende Forwarding Adresse bei Sneakemail auf Trash oder Bounce oder lösche sie einfach.
Neben der Möglichkeit, eine unbegrenzte Anzahl von Filtern einzustellen, hat Sneakemail unter anderem auch den Vorteil, dass man genau erkennen kann, wer Adressen weitergibt bzw. wer mit wem zusammenarbeitet. Denn wenn ich auf einmal eine mit NYTimes gelabelte Spam Mail von einem Viagra Anbieter erhalten würde, könnte ich ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Adresse weitergegeben wurde.
Wer noch weitere Anti Spam Tricks hat, kann sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.
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Kommentare:
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Das Umschreiben von E-Mailadressen mit HTML-Entitäten (@, @ etc.) oder URL-enkodiertem Text (%40 etc.) scheint noch relativ sicher zu sein. (Übrigens hast du die Begriffe verwechselt.) Dennoch sollte jedem klar sein, dass es technisch trivial ist, diese Kodierungen wieder rückgängig zu machen. Die Spamroboter haben zwar kaum einen Grund, sich damit zu befassen, weil es genügend Klartext-Adressen gibt. Aber das wird sich ändern (einige beherrschen das schon)!
Dagegen ist folgende Methode fast 100% sicher: Schreibe deine E-Mailadresse auf ein Blatt Papier, scanne es ein und stelle das Bild ins Internet. Fasse es in einen Link ein, der zu einem E-Mailformular führt (natürlich nicht mit mailto:, sondern serverseitig). Vorteil: Die Adresse ist lesbar, und wer sie nicht abtippen will oder kann, dem steht alternativ das Formular zur Verfügung.
Die zweit-sicherste Methode ist, JavaScript zu verwenden. Wichtig dabei: Kreativ sein und kein vorgefertigtes Skript übernehmen. Leider sind auch hier Methoden denkbar, die ein automatisches Auslesen erlauben.
Letztendlich gibt es (aufwendige) Methoden, z.B. E-Mailadressen mit Verfallsdatum zu verwenden, die sich ständig (skriptgesteuert) ablösen. Oder spezielle (skriptgenerierte) Adressen, die für nur je einen Absender zulässig sind. Sinngemäß: E-Mails an a_b_tld@c.tld werden nur akzeptiert, wenn sie tatsächlich von a@b.tld kommen. Alles sonst ist Spam.
Apropos (weil’s zum Thema passt): Falls ihr über “Fakemail” stolpert, vergesst es. Fakemail ist Schwachsinn! (Wollte ich nur mal gesagt haben. ;-))
Die Bildmethode habe ich auch eine Zeit lang angewendet, die Javascriptmethode noch nicht, weil einige eben Javascript doch ausgeschaltet haben.
Solange der Spam sich bei mir in den beschriebenen Maßen hält, bleibe ich erstmal bei den HTML Entities.
Übrigens musste ich bei meinem Providerwechsel vor 6 Wochen erstmal bei allen Domains die Catch-all Funktion abschalten – als ich feststellte, dass auf einmal Spam E-Mails auf Accounts reinkamen, die ich gar nicht eingerichtet hatte…
Ich habe ganz vergessen, auf die Gefahren von Bildern in HTML Mails hinzuweisen, deshalb habe ich Spam Vermeidungsstrategien II geschrieben.
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