Nicht nett
Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich etwas über Plagiate geschrieben: Inspiration oder: Der breite Grat. Seither ist auch meine Website einige Male, offensichtlich zu Übungszwecken, nachgebastelt worden. Hier zwei Beispiele (anklicken zum Vergrößern):
So etwas geht auch völlig in Ordnung, denn letztendlich hat meines Wissens dann doch niemand ein Plagiat meiner Website online gestellt.
Was ich allerdings heute durch Zufall entdeckt habe, ist überhaupt nicht nett. Am 2. Dezember 2005 habe ich hier ein von mir erfundenes Rezept veröffentlicht: Spicy Meatballs. Am 13. März 2006 hat ein User namens BBQ diesen Text Wort für Wort kopiert und im Grillsportverein-Rezepteforum publiziert – zwar ohne die Quelle zu nennen, aber mit dem Zusatz des Autors: „Mein absolutes Leibgericht“.
Um ehrlich zu sein, ist das nicht nur nicht nett, sondern ziemlich dreist, vor allem auch angesichts der Tatsache, das die Meatballs in einem Kommentar „die berühmten BBQ spicy meatballs“ genannt werden.
Ich werde wohl nie verstehen, was die Leute dazu treibt, sich mit fremden Federn zu schmücken.
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Kommentare:
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Tja, das könnte man ja – da es sich um einen Sportverein handelt – nicht als Plagiat, sondern als Doping bezeichnen. ;-)
mmh, ist zwar nicht die feine Art, aber meines Wissens unterliegen reine Handlungsanweisungen, eben also auch Rezepte, gerade nicht dem Urheberrechtsschutz. Ein schutzenswürdigs Urheberrecht würde sich doch allenfalls aus einer Darstellungsform ergeben, deren Schöpfungshöhe es als literarisches oder künstlerisches Werk kennzeichnen würden. Ist halt die Frage, ob das bei einem einfachen Rezept (ohne essayistische Abschweifungen, z.B. zur Kochkunst, regionalen Küche etc.) überhaupt als gegeben betrachtet werden könnte. Das machen sich ja auch die ganzen Rezepteseiten zunutze… „Von BBQ“ meint ja zudem hier nur den Einsender und beansprucht ja nicht die Urheberschaft…
Naja, ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass in diesem Fall, wo ein Text aus meinem Weblog wortwörtlich (auch mein abschließendes „Mamma mia“ hat er nicht vergessen) übernommen und ohne Quellenangabe bzw. ohne vorher um Erlaubnis gefragt zu haben, woanders unter anderem Urhebernamen („Rezept Spicy Meatballs von BBQ“) veröffentlicht wurde, nicht von einer Urheberrechtsverletzung gesprochen werden kann.
Es geht mir gar nicht ums Rezept (dass Rezepte keinen Urheberschutz genießen, ist richtig [und gut]); aber komplette Texte ohne Quellenangabe aus einer fremden Publikation 1:1 zu übernehmen ist vom Zitatrecht mit Sicherheit nicht mehr abgedeckt (ganz davon abgesehen, dass der geklaute Text im vorliegenden Fall noch nicht mal als Zitat gekennzeichnet war) und verletzt somit das Urheberrecht.
Ich freue mich ja, dass meine Rezepte schmecken, aber diese Geschichte ist – den erwähnten rechtlichen Aspekt mal völlig außer acht gelassen – auch verdammt schlechter Stil. So etwas macht man einfach nicht.
Ich stimme auch zu, dass man so etwas nicht macht. Aber solange ich mit einem bestimmten Text (oder anderen Dingen die man noch so „klauen“ kann) kein Geld verdiene wäre es mir nur recht, wenn er verbreitet wird.
Ist doch eigentlich ganz nett wenn ein solches Rezept mehr Aufmerksamkeit bekommt.
Schönen guten Tag, Herr Preidel.
Es tut mir leid, wenn der Eindruck besteht, ich würde mich mit fremden Federn schmücken.
Es war nicht meine Absicht, Ihren Unmut durch das Kopieren des Rezeptes zu erregen. Ich habe es hier gefunden, nachgekocht und dann einfach kopiert, weil ich das wirklich genial fand.
War leider gedankenlos von mir, nicht die Quelle zu nennen.
Ich werde sofort veranlassen, das es im GSV gelöscht wird.
Hier hatte ich Ihr Rezept auch nochmal verlinkt:
http://www.grillsportverein.de/forum/viewtopic.php?t=7842&highlight=
Okay, Entschuldigung angenommen. Sie hätten das Rezept allerdings nicht gleich entfernen lassen müssen, eine Quellenangabe hätte genügt.
Ein Wort an Ihre „Grillfreunde“, die mich mittlerweile schon per E-Mail beschimpfen und die offenkundig nicht die leiseste Ahnung haben, worum es hier geht: Wenn ich einen Text, den ich nicht selbst geschrieben habe, irgendwo veröffentliche, gebe ich die Quelle mit an. Punkt.
Und im Zweifel frage ich vorher beim Autor nach, wie z. B. ARTE, die meine Version des Tampopo-Nudelsuppenrezepts auf ihrer Internetseite veröffentlichen wollten. Was ich ihnen – warum auch nicht? – selbstverständlich gestattet habe.
So schwer zu verstehen ist das doch gar nicht.
Ein besonders dreister „Webmaster” aus der Schweiz hat vor kurzem ganze Passagen meiner Website (nicht meines Blogs) entwendet und seinen Namen drunter gepackt. Als ich ihm schrieb, er möge den Content löschen, schrieb er zurück er hätte überhaupt nichts kopiert und ich könnte auch gar nicht beweisen, dass ich nicht vielleicht derjenige wäre, der bei ihm „gestohlen” habe. Leider musste ich ihn auf die Wayback-Machine aufmerksam machen… und da hat er die Inhalte gelöscht. Was auch sonst. Der Contentklau geht um… :-) Mir ist auch nicht ganz klar, warum die Menschen nicht verstehen, was daran problematisch ist, wenn man „mal eben“ ganze Seiten kopiert, den Autorennamen rauslöscht und selber online stelllt…
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