Was macht man mit 15 Millionen Euro?
Man könnte z.B. 22,56 mal das Spitzenmodell von Ferrari kaufen (Rabatte noch nicht abgezogen) – eine schöne Flotte! Oder vielleicht 0,8 Roy Maakays zur Unterstützung des örtlichen Fußballvereins. Oder, falls es einen doch eher nach einem kleinen Segelrennen mit Freunden verlangt, 3 Luxus-Yachten, jede so zwischen 30 und 60 meter lang.
Oder man gönnt sich eine Website. Die schlecht funktioniert, aber es gibt ja noch eine Optimierungsphase. Kostet zwar extra, aber egal, frisst ja kein Brot.
Bei den 15 Millionen für die neue Website der Bundesanstalt für Arbeit Arbeitsagentur.de, hergestellt (besser gesagt: hingeschlurt) von der US Firma Accenture, bleibt es nicht – es kommen noch 48 Millionen für eine neue Vermittlungs-Software hinzu, und, wenn alles läuft, noch mal 14 Millionen für die Optimierung – ein echtes Schnäppchen! Das wären dann übrigens 116 Ferraris, 4,11 Makaays oder 16 Luxus-Yachten…
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Da weiß man doch wenigstens wo die Steuergelder bleiben….
Ich sach Dir, wir machen irgendwas falsch. Ein Netzwerk von kleinen Krautern hätte das besser und zu einem Bruchteil der Kosten realisiert. Aber wenn nicht Großer Consultingladen auf der Visitenkarte steht, wird man nicht beachtet. Die Zeche zahlt eh der Steuer- bzw. Beitragszahler, also können sich die Herren Verantwortlichen gemütlich zurücklehnen und die Hände in Unschuld waschen.
Neben der Verschwendung von Steuergeldern (30 Millionen D-Mark für eine Website mit Datenbankanbindung!) ärgert mich übrigens auch die Tatsache, dass die Bundesanstalt für Arbeit den Auftrag an eine US-Firma vergeben hat – hierzulande haben wir ja offenbar weder Arbeitslose noch Bedarf an Großaufträgen.
Ich bin auch der Meinung: eine handvoll Fachleute hätte das für 500.000 Euro besser hinbekommen, inklusive Optimierung. Und hätte dabei immer noch bestens verdient.
Mir scheint es geht nicht um die Sache (weniger Arbeitslose – bessere Vermittlung)- sondern wie so oft, wenn ich keine eigene Kompetenz habe, versuche ich durch Aktionismus (neue Projektleitung, neues Design, neue Berater, neues Konzept, neue Webeseite, usw ) von meiner eigenen Inkompetenz abzulenken. Das geht auch so lange gut bis das neue (extrem teure) Projekt online ist, Dann wird es (richtigerweise) an den Realitäten gemäßen. Wenn ich Glück habe, dauert aber das Projekt so lange, das sich hinterher keiner mehr traut nach den Kosten zu fragen oder mich in Frage zu stellen ..
Abgesehen davon, dass die Seite in Opera 6 etwas zermanscht aussieht, dass es trotz großspurigem XHTML 1.0 ein Tabellendesign ist, dass es eine CSS-Weiche für IE6 gibt (kostet die Umstellung auf IE7 extra?), dass Bilder ohne width-, height- und alt-Attribute vorkommen (barrierefrei konzipiert), ... Die Arbeitsagentur soll einen mit den kommerziellen Jobbörsen vergleichbaren Service bieten. Ob die vergleichbaren Jobbörsen auch so viel gekostet haben?
Elfengleich meint: Konkurrenzlos.
Da wird einem immer noch ganz anders, unfassbar. Man kann lediglich die Verhandlungsgeschicke von Accenture anerkennen (!) und sich fragen, wer fuer sowas eigentlich die Verantwortung traegt.
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