Die Zeit - Leben: Es ist ja alles noch viel schlimmer...
Ich monierte letzte Woche das neue „Die Zeit – Leben“ Webdesign, bei dem man horizontal statt vertikal scrollen muss. Zu dem Zeitpunkt hatte ich aber nur die Titelseite gesehen.
Heute musste ich feststellen, dass seitdem auch die Artikel (ein Beispiel: Man trinkt wieder Heimat) quer zu scrollen sind. Was passiert aber eigentlich mit Text in diesem neuen 3-Spalten-Layout, wenn man ihn mal vergrößert?

Nichts gutes, wie man sieht. Das neue Layout basiert auf Javascript und CSS – momentan habe ich keine Zeit, mir diese Dateien näher anzuschauen, aber ich würde sagen, da muss der Programmierer noch mal ran. Es ist nämlich kaum anzunehmen, dass „Die Zeit“ Menschen mit Sehschwäche bewusst von ihrem Angebot ausschließen will…
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Kommentare:
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yo mann, nimm sie auseinander! YES! :)
Kein Problem für die Zeit: die Schriftgröße ist mit 12 Pixel formatiert – man kann es also im IE unter Windows gar nicht zoomen. Kein Durcheinander, kein Problem.
Und die paar Alten und Sehbehinderten, wen jucken den?
Man kann im Internet Explorer auf der Zeit-Seite zwar nicht über „Ansicht > Schriftgrad“, aber über „Extras > Internetoptionen > (ganz unten) Eingabehilfen > Schriftgradangaben auf Webseiten ignorieren“ wählen, und dann kommt so ein ähnlicher Murks heraus wie oben im Screenshot.
Die Alten und Sehbehinderten machen inzwischen ein paar Millionen unter den Surfern aus, Anteil steigend. Steht natürlich jedem Web-Schaffenden frei, auf diesen Leserkreis zu verzichten.
Mein:
Und die paar Alten und Sehbehinderten, wen jucken den?
War ironisch gemeint!
Ich bin selber kurzsichtig und muss z. B. die Schrift auf dieser Seite schon zoomen. Die Option Schriftgradangaben auf Webseiten ignorieren ist ja wohl keine echte Alternative. Die Seite ist einfach technisch schlecht gemacht.
Da ist einfach keiner auf die Idee gekommen, dass jemand diese Artikel tatsächlich lesen will.
Das Image der „guten alten Tante Zeit“ scheint wie ein Trauma auf den Machern dieser Zeitung zu liegen. Ich kann mir die Agenturheinis beim Pitch für diesen Relaunch gut vorstellen: “... unkonventionell … ein Format, über das man spricht … mit Sehgewohnheiten brechen … frisch, frech, etcblabla.“
Wenn man der Ansicht ist, die Form sollte der Funktion folgen, gilt man heute schon fast als Ewiggestriger oder als verbohrte Spaßbremse. Die Wahrheit ist aber: Wer die Form in den Vordergrund stellt, zeigt nur, dass ihm am Inhalt wenig liegt. Und gerade da baut die alte Tante schon seit längerer Zeit kontinuierlich ab.
Je länger ich darüber nachdenke, umso unglaublicher finde ich diese Geschichte. Alle Welt redet von Usability und Barrierefreiheit, Designer werden gebrieft, ja auf die Accessibility zu achten, Behörden sind angewiesen, ihre Websites barrierefrei gestalten zu lassen usw., und da kommt die Zeit daher und versucht, ohne Rücksicht auf Verluste, die heilige Dreispaltigkeit aus dem Printbereich aufs Web zu übertragen.
Der erste Satz, den ich 1995 über Webdesign gehört habe, und der nach wie vor gültig ist, heißt „The web is not print.“
Davon haben die Zeit Gestalter jedenfalls noch nichts gehört
@Peter:
Hast du gesehen, dass man die Schriftgröße auf dieser Seite (ganz rechts, ganz unten) per Popup Menü auswählen kann? Es wird ein kleiner Cookie mit der gewählten Schriftgröße gesetzt, so dass auch beim nächsten Besuch die gewählte Größe voreingestellt ist.
aaaahhh, das mit der schriftgrößeneinstellung ist ja cool. auch noch nicht gesehn. feine sache, dat, michael! :)
hey, erstes postings, und gleich gemecker. sorry… :)
aber: wenn ihr hier schon über „form folgt funktion“ nachdenkt, dann sollte michael sich mal überlegen, was sein transparentes dingsbums da oben—durchaus hübsch—bewirkt, wenn man „eine seite nach unten“ blättert; entweder durch klick in den scrollbalken oder aber über die tastatur.
warum ein „link“ hier „access key“ heißt, weiß wohl auch nur er. ;)
davon abgesehen ist diese zeit-geschichte aus technischer sicht natürlich ziemlicher humbug.
Hm, wo genau heißen denn Links bei mir Access Keys?
Ich muss den Herrn Preides verteidigen: Wenn ich die Seite nach unten scrolle, dann verschwindet der Inhalt oben unter der Transparenz. Ein sicherlich beabsichtigter und auch sehr schöner Effekt. Dass der „Link“ Access Key kein Link, sondern eine Erläuterung der tastaturellen Steuerbarkeit dieser Site ist, war mir aufgrund von Farbe und abgesetzter Position eigentlich sofort klar.
Access Keys würde ich mir übrigens viel häufiger wünschen, auch wenn Type-Ahead-Funktionalitäten von Browsern eigentlich das gleiche bewirken (wenn auch client-seitig).
ach du meine güte—sorry, sorry, sorry. :)
das „unterstrichen“ bezieht sich auf das linke menü?
na gut, hehe… wäre ich niemals drauf gekommen, aber seis drum. wie funktioiert das, also: was muß man machen, damit „R“ das resume aufruft? einfach drücken geht nicht. :)
so, daß das verschwinden unter dem kopf gewollt ist, ist schon klar. nur leider wird dadurch das blättern enorm erschwert, weil man nach „page down“ erstmal hochscrollen darf. und es ging eben um FFF…
ein beispiel: der inhalt dieser seite wird mir bis zu „Kommentare“ angezeigt. klicke ich in den scrollbalken, ist der erste kommentar bereits von der grafik verschluckt, angezeigt bekomme ich peters beitrag, „typneun“ ist weg.
Das „Unterstrichen“ bezieht sich auf alle unterstrichenen Buchstaben, in den Navigationslinks, bei Formularfeldbezeichnern etc. Dort, wo man nicht unterstreichen kann, steht der Access Key im Title-Tag, wie z.B. beim Suchfeld.
Auf dem Mac löst du den Access Key zusammen mit der Control-Taste aus, also z.B. Control-S, um direkt ins Suchfeld zu gelangen, Control-V, um den Kommentar Vorschau-Button auszulösen, Contol-H, um die Home-Seite aufzurufen.
Gedacht sind diese Access Keys u.a. für motorisch Behinderte, die schlecht einen Mauscursor positionieren können, aber auch ich als Anhänger von Tastaturkürzeln und Quickeys Anwender seit Version 1 benutze sie gern.
ah, ok—benutzung geklärt, danke.
ich sehe zwar weiterhin nur vier unterstrichene buchstaben oben links im menü, aber egal. :)
die automatische ersetzung einiger zeichen hier im textfeld ist extrem nett. macht das auch textile?
Also, ich sehe sie auch bei den Formularfeld-Beschriftungen hier unter den Kommentaren und – zugegebenermaßen schlechter zu erkennen – im Hilfe-Link unter dem Kommentarfeld. ;-)
Ja, Textile macht aus Zollzeichen echte Anführungszeichen, aus einem Divis mit Leerzeichen links und rechts einen Gedankenstrich, aus zwei aufeinanderfolgenden Divis einen Streckenstrich und noch einiges mehr. Unverzichtbar.
also hier unter windows xp geht das ganze via alt+accesskey
nettes feature.. werde ich wohl auch meinem privaten blog auch einbauen..
zwar ist meine zielgruppe nicht grobmotorische aber ein paar freaks die gern tasten kürzel haben finden sich sicher…
lieben gelernt hab ich das ganze vorallem in gmail :D
mit dem opera 7.52 funktioniert das zoomen prima. Es sollte halt nicht nur der Text vergrössert werden.
in Punkto „Zoom“ ist opera bis jetzt ungeschlagen
Die Idee des Horizontal-Designs ist hier in einer technisch funktionierenden, frankophonen Version zu bestaunen: Pensées, réflexions et analyses sur la conception, le web, l’XHTML/CSS par Clément Hardoüin
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