Liebes Tagebuch (76)
Fernsehen
Warum ich erst im Jahr 5 nach Verschrottung des VHS-Recorders darauf gekommen bin, einen DVB-T-Empfänger für den Rechner anzuschaffen, ist mir ein Rätsel. Egal – ab jetzt verpasse ich jedenfalls keins der Jazz-Konzerte mehr, die immer zu diesen unchristlichen Zeiten auf 3Sat laufen. Und programmieren kann ich das Ding per Mausklick direkt im Fernsehen-Widget. Genial!
Höher, schneller, weiter
Ende der 1980er Jahre haben wir uns regelmäßig getroffen, um auf einem C64 die Games-Reihe durchzuspielen: Summer Games I und II, Winter Games (beim Biathlon war mein Puls immer mindestens ebenso hoch wie der der Spielfigur) und World Games. Und wenn wir vor drei, vier Uhr morgens damit schon durch waren, hängten wir ab und zu noch die California Games dran. Im ersten Jahr gab es immer wieder neue Weltrekorde, aber mit der Zeit fielen die naturgemäß immer seltener. Entweder, weil – wie beim Hochsprung – das Programm einfach nicht mehr hergab, oder weil gewisse physiologische Grenzen bei der Handhabung des Sportgeräts Joysticks erreicht waren.
Bei den olympischen Spielen 2008 in Peking fielen allein bei den Schwimmwettkämpfen bisher 21 Weltrekorde; vor vier Jahren in Athen war es nur ein einziger. Beim 100m-Sprintfinale der Leichtathleten gab es einen neuen Fabel-Weltrekord, obwohl der Sieger schon zehn Meter vor dem Ziel die Arme ausbreitete und den Rest der Strecke sozusagen im Leerlauf zurücklegte. Gewichtheben interessiert mich nicht, aber auch da gab es wieder mehrere Weltrekorde, wie ich erfuhr.
Mir gefällt das, ehrlich gesagt, gar nicht so gut. Natürlich gibt es neue Trainingsmethoden, bessere Schwimmanzüge und was weiß ich nicht alles. Aber irgendwann sind auch im realen Leben gewisse physiologische Grenzen erreicht, die man eben nicht mehr so mir nichts, dir nichts überschreiten kann. Auch nicht mit einem Hitech-Anzug ohne Nähte. Und deshalb entsteht bei aller Sportbegeisterung doch ein leichter Hautgout.
Kann aber natürlich sein, dass ich völlig falsch liege und die Schwimmer in 100 Jahren tatsächlich nur noch neun oder zehn Sekunden für eine Bahn benötigen, während die 100m-Läufer ihre Strecke dann bereits im Tiefflug bewältigen …
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Kommentare:
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So ein DVB-T-Empfänger ist für Jazzfreunde in der Tat eine super Sache. Zwei Haken hat das ganze allerdings bei mir: ich empfange kein WDR und kein BR-Alpha (wo viel Jazz gesendet wird), und der aufnehmende iMac steht im selben Raum, in dem ich auch schlafe. Manchmal weckt mich der plötzlich hell werdende Monitor und das Surren der FP, denn dummerweise ist mein iMac einer aus der lauten G5-Baureihe.
Welcher DVB-T-Empfänger kommt denn zum Einsatz?
Und zu den Olympischen Spielen… Ja, das ist alles sehr fragwürdig. :-(
@ Nils: Dieser hier: Formac watchandgo USB 2.0 Box. Ist mit 25 Euro unschlagbar günstig …
Vor 100 Jahren lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 50 Jahren…in 100 Jahren wohl für meine Enkel nichts besonderes sein wenn sie 150 werden.
Die Zeiten ändern sich…so ist es bei Sport auch.
Tja, Michael, dann bleibt wohl nur noch, einen C64 auszukramen und die ganze Palette der Urgesteine wieder durchzuzocken. Denk an einen Zweit-Competition-Pro. Nur für den Fall, dass der erste zu Bruch gehen sollte … ;)
Ich verwahre noch einen SX 64 warm und trocken neben meinem Atari TT auf dem Dachboden. Inkl. der genannten Spiele.
Das waren Zeiten, als daran in den 80ern auch noch ein Bernstein-Monitor flimmerte, der für ernsthafte Programmierung (StarPainter 64) unabdingbar war. Der Mini-Fernseher im SX war ja eher ein Geschenk der Optiker-Zunft.
Schön war's :-)
@Roman: 50 Jahre? Eben fand ich auf Google Psalm 90 (Bibel): „Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig. Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin . . blabla“
Dieser Satz dürfe jetzt so ca 3000 Jahre als sein, mhm, nein ich denke es wird nicht so viel Neues kommen. Nur neue Dopingverdachtsfälle. Nur um die suptilen Andeutungen des Artikels mal zu unterstreichen.
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