Liebes Tagebuch (6)
Weihnachten war – wie immer – ausgesprochen nett, erholsam und behaglich. Neu war allerdings, dass dieses Jahr die kompletten warmen Mahlzeiten bzw. deren Zubereitung vertrauensvoll in meine Hände gelegt wurde. Muss mir für nächstes Jahr dringend ein paar gute Ausreden einfallen lassen.
Die Völlerei im einzelnen
Am Abend vor Heilig Abend habe ich ein Choucroute garnie gekocht, einen elsässischen Sauerkrauteintopf, schließlich haben wir ja alle, auch das war neu, bei Schwester und Schwager in direkter Nachbarschaft zum Elsaß gefeiert.
Tags darauf gab es Kaiserschoten mit Garnelen an einer Walnuss-Vinaigrette, anschließend Faux-filet à la landaise, die Schulterspitze vom Rind mit glasierten Karotten, grünen Bohnen und Kartoffelgratin, wobei hier das Rindfleisch nicht ganz die erhoffte Qualität hatte – es war leider zu wenig abgehangen.
Am 1. Weihnachtstag gab es für jeden eine klassische Entenbrust, auf der Fettseite angebraten und im Ofen zu Ende gegart, dazu Semmelknödel, Apfelrotkohl und Wirsing. In buchstäblich letzter Minute fiel mir auf, dass ich die Sauce vollständig vergessen hatte. Mit Hilfe einer roten Zwiebel, Aceto Balsamico, eines ausgezeichneten südafrikanischen Rotweins, den wir anschließend auch tranken, diverser Crème Fraîche- und Sahnereste, Butter und etwas Cognac rettete ich die Knödel dann doch noch vor der großen Dürre.
Der zwei Kilo schwere Rotkohlkopf und die zwei Wirsingköpfe waren allerdings etwas zu viel des Guten, deshalb gab es am nächsten Tag zu den Saltimbocca und den gebratenen Lieblingskartoffeln mit Pilzen statt des geplanten überbackenen Rosenkohls die Reste des Vortagskohls.
Außerdem bin ich nun endlich – zum ersten Mal in meinem Leben! – Ski gefahren. Auf dem Mehliskopf. Unfreiwillig bin ich, glaube ich, nur ein einziges Mal hingeflogen. Allerdings habe ich mich, wenn ich mal wieder Tal- mit Bergski respektive die Belastung derselben verwechselt habe, knapp vorm Erreichen gefühlter 120 km/h jedes Mal freiwillig hingeworfen, um nicht ungebremst in einer geraden Linie den Hang hinunter zu rauschen und alles nieder zu mähen. Oder niedergemäht zu werden. Heute, zwei Tage danach, ist auch der Beinmuskelkater da, der wahrscheinlich zu 90% vom ständigen Aufstehen herrührt. Muss bei Gelegenheit die Videodokumente auf Veröffentlichungstauglichkeit hin überprüfen.
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Kommentare:
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Angesichts der wirklich netten Speisekarte dürfte die Wahrscheinlichkeit, das nächste Mal nicht den Koch machen zu müssen, äußerst gering sein… :-)
Außerdem wäre ich, als begeisterter Pfannenschwenker, wenn es denn nicht zu viel der Mühe ist, für eine zumindest teilweise Veröffentlichung der Rezepte. Zumindest für die Kaiserschoten-Garnelen-Sache… ;-)
Was treibt sie denn ein mein Jagdreviert?
Geschaut, wie Beckham nächstes Jahr so schlafen wird, oder nur Baden-Baden unsicher gemacht?
Tja Bruderherz, ich denke du kommst im nächsten Jahr nicht drum herum wieder Herr der Küche zu werden. Du kannst dir ja schon mal die Menüfolge überlegen.
Dafür gebe ich dir auch noch ein paar Tipps fürs Skifahren, damit du bei deinen gefühlten 120 km/h- was real nicht mehr als 3 waren- jedes Mal hinwerfen musst, sondern den Berg auch mal aufrechter Haltung und vielleicht irgendwann auch mal ein bisschen eleganter runterkommst… ;-)
Ach und den Beweis für deine Skifahrkünste will ich hier noch veröffentlich sehen…
@ Martin: Ich befürchte, du hast recht. Vielleicht sollte ich den Speiseplan nächstes Jahr geringfügig unaufwändiger gestalten.
@ Kraxler: Gern – die Rezepte für die Kaiserschoten und das Choucroute garnie folgen in den nächsten Tagen.
@ Mario: Einen Teil meiner Familie hat es in die Nähe von Karlsruhe, nach Karlsbad verschlagen. Durch Baden Baden sind wir allerdings (auf dem Weg zum Mehliskopf) nur durchgekommen. Einen langen Tunnel haben Sie da.
@ Frau Meier: 3 km/h – da muss ich lachen silberhell. Hrhr! Und was das Video angeht – ein mich nicht allzu schlecht aussehen lassender Zusammenschnitt wird demnächst hier veröffentlicht werden.
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