Photoshops Freistellungswerkzeug gehört mit zu meinen meistbenutzten Werkzeugen – umso ärgerlicher, dass Adobe das Verhalten mit CS6 radikal geändert hat: Man verschiebt nicht mehr den Freistellungsrahmen, sondern das dahinter liegende Bild. So als ob ich, wenn ich eine Platte zusäge, anstelle der Handkreissäge die Platte hin und her schiebe. Wie dämlich ist das denn?
Aber es geht auch anders: Hakt man bei aktiviertem Freistellungswerkzeug in den Einstellungen die Option „Classic-Modus verwenden“ an, verhält es sich wieder wie früher:

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Es kursieren unzählige Tipps und Techniken im Web, wie man einen Farbstich aus einem Foto entfernt. Bei RAW-Dateien nimmt man am besten das Weißabgleich-Werkzeug aus Camera Raw und klickt damit auf eine neutralgraue Stelle. Natürlich kann man auch Jpeg-Dateien in Camera Raw öffnen, aber es geht auch einfacher. Dieses Bild hat einen gelb/orangen Farbstich, wie man unschwer erkennen kann:

Weg bekommen wir ihn so: In Photoshop wird die Hintergrundebene dupliziert. Auf diese Kopie wird der Filter Weichzeichner > Durchschnitt berechnen angewandt. Anschließend wird die Ebene invertiert, entweder mit Befehl-i oder dem Menübefehl Bild > Korrekturen > Umkehren. Der Mischmodus der Ebene wird auf Farbe und die Deckkraft auf 10-20% gestellt, je nach Motiv und Farbstich. Bastelt man sich daraus eine Aktion, ist die Entfernung eines Farbstichs die Sache eines einzigen Klicks.
Hier das korrigierte Bild mit den Einstellungen aus dem Screenshot (mit dem Mauszeiger ins Bild gehen, um vorher/nachher zu vergleichen):
Farbstich entfernt
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Fotos, die auf einem Bildschirm betrachtet werden, vertragen oftmals eine Anhebung der Sättigung, damit sie frischer wirken. Das kann man (u. a.) im RGB-Modus mit der Einstellungsebene Farbton/Sättigung machen. Die hat allerdings den großen Nachteil, dass sich Änderungen gleichmäßig auf alle Sättigungsstufen auswirken Mit anderen Worten: Auch bereits stark gesättigte Bildpartien werden angehoben, was oft dazu führt, dass Fotos völlig übersättigt aussehen:
Original / Sättigung insgesamt erhöht
(Mit dem Mauszeiger ins Bild gehen, um zwischen Original und erhöhter Sättigung zu wechseln.

Original
Wie man sieht, führt eine Anhebung der Sättigung in stärker gesättigten Bereichen u. a. auch zu Tonwertabrissen.
Gefragt ist also eine Methode, die die stärker gesättigten Bildbereiche unangetastet lässt und nur schwächer gesättigte verändert. Am einfachsten geht das mit einer Maske, die die Wirkung einer Einstellungsebene eben nur auf weniger gesättigte Bereiche durchlässt:
Original / mit ~ / ohne Sättigungsmaske
(Mit dem Mauszeiger ins Bild gehen, um zwischen Original und erhöhter Sättigung mit Sättigungsmaske zu wechseln. Ins Bild klicken, um zwischen erhöhter Sättigung mit und ohne Sättigungsmaske zu wechseln

Original
Mit einer angewandten Sättigungsmaske werden nur die weniger gesättigten Bereiche im Bild verändert. Übersättigung und Tonwertabrisse werden dadurch vermieden.
Und wie geht das?
Erzeugen Sie eine Einstellungsebene Selektive Farbkorrektur. Stellen Sie die Methode auf Absolut und ziehen Sie bei allen bunten Farben den Schwarz-Regler auf -100%. Bei Weiß, Grautöne und Schwarz ziehen Sie den Regler auf +100%. Das Beispielbild sieht jetzt so aus:

Nun klicken Sie in der Kanäle-Palette mit gedrückter cmd-Taste (Windows: ctrl) in einen beliebigen Farbkanal (Rot, Grün oder Blau) um eine Auswahl basierend auf der Luminanz zu laden.
Die eben erzeugte Einstellungsebene Selektive Farbkorrektur können Sie nun löschen. Mit der immer noch aktiven Auswahl erzeugen Sie jetzt eine Farbton/Sättigung-Einstellungsebene. Dabei wird gleichzeitig auch eine Maske erzeugt, die auf der aktiven Auswahl basiert. Drücken Sie nun sofort cmd-i (Windows: ctrl-i), um diese Maske zu invertieren.
Et voilà – Sie haben diese Sättigungsmaske erzeugt:

Damit können Sie die Sättigung verändern, ohne dass es sofort zu Übersättigung oder Tonwertabrissen führt.
Sättigung vs. Dynamik
Seit Photoshop CS 5 gibt es die Einstellungsebene Dynamik, die etwas ähnliches macht: stärker gesättigte Bildbereiche werden geschützt, schwächere verändert. Allerdings wird dabei auch die Luminanz angeglichen, was nicht immer erwünscht ist – hier ein Vergleich der beiden Methoden:
Original / Sättigung / Dynamik
(Mit dem Mauszeiger ins Bild gehen, um zwischen Original und erhöhter Sättigung mit Sättigungsmaske zu wechseln. Ins Bild klicken, um zwischen erhöhter Sättigung mit Sättigungsmaske und erhöhter Dynamik zu wechseln)

Original
Happy Photoshopping!
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Auf manchen Fotos (wie auf diesem) wirken Lichtreflexe auf der Haut ein wenig ausgefressen (obwohl sie es – wie auf diesem Ausschnitt – oft gar nicht wirklich sind). Sei es, dass die Belichtungsmessung ein wenig überfordert oder der Motiv-Kontrast zu hoch war, oder man selbst ganz einfach nicht richtig aufgepasst hat – ganz egal, aussehen tut das jedenfalls dennoch nicht ganz so gut:

Die Lichtreflexe des Blitzes unterm Auge und auf der Nase sind zu kühl und zu farblos – aber wie bekommt man da nachträglich noch Farbe rein?
Ganz einfach: Duplizieren Sie die Hintergrundebene, nehmen Sie mit der Pipette eine geeignete Farbe in der Nähe der ausgefressenen Lichter auf und malen Sie mit dem Pinsel auf der neuen Ebene beherzt mit voller Deckkraft über die Stellen, die Sie ausbessern wollen:

Das sieht noch gar nicht gut aus – nur Geduld: Jetzt stellen Sie zunächst die Füllmethode der neuen Ebene in der Ebenenpalette auf Farbe:

Dann öffnen Sie mit Doppelklick auf die Ausbessern-Ebene den Ebenenstil-Dialog, wo Sie die Deckkraft einstellen (richtet sich nach Ihrem Motiv – hier sind es 48%, das können Sie in der Ebenenpalette jederzeit noch anpassen) und beim Farbbereich ungefähr folgende Einstellungen vornehmen (die schwarzen Regler können Sie mit gedrückter Optionstaste [Mac] bzw. Alt-Taste [Windows] auseinanderziehen):

Et voilà – die unschönen zu kühlen Lichter sind verschwunden, ohne dass sich etwas an der Hautstruktur verändert hat:

Mit dem Maus-Zeiger ins Bild gehen, um Vorher/Nachher zu vergleichen
Eine subtile, aber äußerst wirkungsvolle Verbesserung.
Happy Photoshopping!
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Vor einiger Zeit habe ich einen Workaround veröffentlicht, mit dem man Animated GIFs auch auf dem Mac mit Photoshop CS4 importieren kann (unter Windows geht das relativ unkompliziert). Ich schrieb damals unter anderem: „Bleibt zu hoffen, dass sich Adobe erbarmt und Photoshop CS5 den einfachen Menübefehl Animated GIF importieren hinzufügt.“.
Scheint so, als ob sich Adobe tatsächlich erbarmt hat.
Entwickelt man eine Raw-Datei in Photoshops Camera Raw-Modul, kann man u. a. auch den lokalen Kontrast mit Hilfe des Klarheit-Reglers anheben. Das ist in vielen Fällen ganz nützlich, um flaue Bilder etwas aufzupeppen, ohne gleichzeitig den Kontrast in Tiefen oder Lichtern allzu sehr zu verändern. Ich mache etwas ähnliches bei vielen meiner Bilder, allerdings nicht mit Camera Raw, sondern direkt in Photoshop, mit Hilfe einer Aktion.
So geht’s:
Hintergrundebene duplizieren, Füllmethode der duplizierten Ebene auf „Ineinanderkopieren“ stellen.
Filter > Sonstige Filter > Hochpass… mit einem Radius von ca. 50 Pixeln (richtet sich nach der Auflösung des Bildes) auf die duplizierte Ebene anwenden.
Der duplizierten Ebene mit Bild > Korrekturen > Sättigung verringern die Farbe entziehen.
Die Deckkraft der duplizierten Ebene anpassen, bis der gewünschte Mitteltonkontrast eingestellt ist.
Und so sieht’s aus:
Gehen Sie mit dem Mauszeiger über ein Bild, um den Effekt mit 50% Deckkraft anzuzeigen, klicken Sie ins Bild, um den Effekt mit 100% Deckkraft anzuzeigen:


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