Liebes Tagebuch (47)
Mont coûteux
Ich bin ein mit-dem-Füller-Schreiber. Bei Durchschreibformularen muss ich allerdings zum Kuli greifen. Zum uralten Mont Blanc in meinem Fall, dessen Mine natürlich immer gerade dann alle ist, wenn ich ihn mal brauche. Also habe ich diesmal gleich drei Minen gekauft. Bei büro actuell. Für – man halte sich fest! – 17,40 Euro!
Offensichtlich warf mich dieser Wucherpreis an der Kasse so aus der Umlaufbahn, dass ich nicht auf das naheliegendste kam: zu sagen, dass ich für den Preis dann lieber doch 200 Einwegkugelschreiber nähme. Stattdessen habe ich widerstandslos bezahlt, was mich, seitdem der Schock nachgelassen hat, maßlos ärgert.
Für die Akten
Meine berufliche Laufbahn während Schule und Studium: Neuwagenentwachser und Motorwäscher in einem Opel-Autohaus, mit Nitroverdünnung Aufdrucke auf 40m-Schläuchen-Abwascher bei einem Hochdruckschläuchehersteller, Getränkeausfahrer mit einem VW-Pritschenwagen für einen Großhändler, Pflastersteine auf Paletten mit Schrumpffolie-Verpacker bei einem Pflastersteinehersteller, Endkontrolleur bei einem Schaufensterdekorationselementehersteller, Bühnenarbeiter im Theater, CD-Sortierer und -Verleiher in einem CD-Geschäft, Imbissverkäufer vor einer Berufsschule, Barmann, Frühstückszubereiter, Koch und Bedienung in diversen Kneipen, Kassenhäuschenhersteller für die Documenta.
Der Deutsche
Ich höre ziemlich viele Koch- und Küchen-Podcasts. Am langweiligsten fand ich immer Reiner Veits’ „Aufgegabelt“ vom Info-Radio, weil dort meistens nur irgendwelche Sterneköche, die allesamt in einem fort von der „Liebe zum Produkt“ salbadern, vorbehaltlos angehimmelt werden. Aus meinem Abonnement geflogen ist er aber, weil er kürzlich folgendes dummelitäre Pauschalurteil losgelassen hat:
Der Deutsche hat es ja eigentlich nicht so fürchterlich mit dem Würzen, wenn man Glück hat, hat er zuhause Salz und Pfeffer und dann fühlt er sich schon ziemlich toll.
Sicher. Und der Engländer hat’s auch nicht so mit dem Geschmack, der hat zuhause Pfefferminze, der Ungar immerhin Paprika, der Spanier Knoblauch, sowieso, während der Belgier mit Mayonnaise würzt und sich toll dabei fühlt. Wenn man Glück hat. Und seine Vorurteile immer schön pflegt.
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