Private Messen in Berlin GmbH
Im März 2002 erhielt ich ein Schreiben der Private Messen in Berlin GmbH, kurz PriMe genannt, die mich bat, anhand zweier beigelegter Muster – sechsseitiger Folder 21×21 cm und Plakat Din A1 – ein Angebot über den Entwurf solcher Drucksachen abzugeben. Die Ski+Schnee Messe stünde an und man brauche einen neuen Grafiker. Bei der Kalkulation solle ich berücksichtigen, dass man eine langfristige Zusammenarbeit suche und noch vier weitere Messen pro Jahr veranstalte.
Ich schickte kein Angebot, dazu hatte ich viel zu wenig Informationen (sind Fotots vorhanden, soll ein Fotograf beauftragt werden oder reicht eine Bildagentur, sind Illustrationen geplant, werden Texte geliefert oder müssen sie eingekauft werden etc. pp.), sondern eine sehr grobe Preisspanne, in der sich der Auftrag bewegen könnte, mit dem Zusatz, dass ich gerne ein detailliertes Angebot erstellen würde, falls es zu einem Briefing komme.
Ein paar Tage später rief mich Herr Münter, Projektleiter bei PriMe, an um mir mitzuteilen, dass man an einer Zusammenarbeit interessiert sei. Beim nachfolgenden ersten Treffen in den Geschäftsräumen der PriMe in der Onkel-Tom-Straße wurde ich dann nicht nur gebrieft, sondern erhielt auch gleich den Auftrag, sämtliche Kommunikationsmittel der Ski+Schnee 2002 zu gestalten. Insgesamt waren zu machen:
- Plakat Din A1
- Folder, sechsseitig, 21×21 cm, deutsch/englisch
- zwei weitere Sprachversionen des Folders, deutsch/tschechisch und deutsch/polnisch
- Einleger für die Folder in drei Sprachversionen
- Messeeinladungen, zweiseitig, in vier Sprachversionen
- Faxantwort in drei Sprachversionen
- Briefbogen
- Konferenzmappe
Nach viel Lob über meine abgelieferte Arbeit:
Nochmal ein dickes Lob für den Entwurf. Nach meiner Meinung, das dürfte es das beste Folder werden, das wir je hatten.
(Christian Münter per E-Mail am 9.4.2002)
[...] vielen Dank für Folder und Faxantworten. Sie sehen ausgezeichnet aus.
(Christian Münter per E-Mail am 23.4.2002)
schickte ich der PriMe am 7.5.2002 zwei Rechnungen, von denen – um die Geschichte mal ein wenig abzukürzen – bis zum heutigen Tage noch nicht ein einziger Cent bezahlt worden ist.
Bis zum heutigen Tage heißt: Nach
- Einschalten eines Anwalts
- Einreichen einer Klage am 4.10.2002 beim Amtsgericht Schöneberg
- einer Verhandlung am 9.1.2003, in der ein Vergleich geschlossen wurde, der vier Wochen später von der PriMe widerrufen wurde
- einer weiteren Verhandlung am 15.5.2003
- einem vollstreckbaren Urteil vom 5.6.2003, indem die PriMe zur Zahlung eines Teils des Honorars verurteilt wird
- einer ergebnislosen Kontopfändung
- der Beauftragung eines Gerichtsvollziehers (der allerdings offensichtlich bis heute noch nocht tätig geworden ist)
In der Zwischenzeit habe ich herausgefunden, dass es auch andere Gestalter gibt, die ähnliche Erfahrungen mit der Zahlungsmoral der Private Messen in Berlin GmbH machen durften – die Aussage eines Designers liegt mir schriftlich vor, ein zweiter ist bereit, bei Bedarf eine solche anzufertigen.
Mich haben diese Erfahrungen dazu gebracht, bei Neukunden in Zukunft immer auf der sogenannten Drittel-Regelung zu bestehen: Ein Drittel des Honorars wird fällig bei Auftragserteilung, ein Drittel bei Abnahme und das letzte Drittel nach Fertigstellung. Auf Kunden, die damit nicht einverstanden sind, kann ich gut verzichten, denn in den allermeisten Fällen sind das ohnehin immer genau die, die Schwierigkeiten beim Bezahlen machen.
Sollte allerdings der – zugegeben äußerst unwahrscheinliche – Fall eintreten, dass die PriMe mir nochmal einen Auftrag erteilt, bestünde ich auf einer Ein-Eintel Regelung: ehe nicht der volle Honorarbetrag auf meinem Konto eingegangen wäre, würde ich nicht einen einzigen Bleistiftstrich machen.
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Kommentare:
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Unglaublich! Das kennt man (durch die Medien) eigentlich nur aus der Baubranche! Was sagt http://www.corporatehouse.de/ dazu? Die haben ja offensichtlich den aktuellen 2002 Aufritt der Ski und Fun Berlin gemacht?
Interessant. Bei mir steht eine Rechnung von PriMe vom 14.6.2003 aus. Es handelt sich um eine Übersetzung ins Englische (Betrag: ca. 200 EUR). Telefonisch werde ich immer wieder vertröstet; per E-Mail lässt sich Herr Münter zu keiner Stellungnahme verleiten.
Wenn Christian Münter bei Ihnen den Weg über Gerichtsurteil und sogar Gerichtsvollzieher unterläuft, wird der Aufwand einer gerichtlichen Verfolgung meiner Forderung sicherlich in keinem vernünftigen Verhältnis zum Ertrag stehen.
Ich frage mich, ob es auch andere Geschädigte gibt, und ob sich etwas unternehmen lässt, um den Verdacht auf vorsätzlich unlautere Praktiken behördlich überprüfen zu lassen.
Da wäre ich sofort dabei. Es ist ja mittlerweile ziemlich offensichtlich, dass PriMe von vornherein nicht vorhat, erbrachte Leistungen zu bezahlen..
Ich frage bei Gelegenheit meinen Anwalt, ob ein Vorgehen gegen PriMe wegen Betrugsverdachts Erfolg versprechend wäre – jetzt, wo wir nun schon vier aussagewillige Geprellte sind…
auf gute zusammenarbeit ;-)
Hallo, willkommen in Club, bei mir 7.500 Euro, habe 2 x die Polnische Weihnachtsmesse (2002 + 2003), Ostsee- (2003 + 2004) und Ski & Schnee Messe (2003) gemacht, Flyer, Plakate, Einladungen u.s.w., als ich nach dem Geld fragte hat sich die Frma nicht mehr gemeldet. Es gibts noch eine Firma im unserem Club – eine Druckerei in Polen, da sind die 45.000 Euro schuldig.
Die Firma heisst jetzt Prime-Messe Marketing GmbH und der Geschäftsführer ist Herr Wolfgang Mleczkowski, sehr bekannter FDP Politiker in Berlin-Spandau???
Übrigens die Idee von dir finde ich Prima.
Was machen wir ???
Grüsse
Ela
Wir haben als Druckerei in Wilmersdorf im November 2003 für eine Firma „Ciachla“ ,(selbstgebastelter Firmenbogen aus einem Office-Programm und Stempel zum Selbersetzen aus dem Kinderpostkasten), mit „Geschäftsführer“ Herrn Wolfgang Mleczkowski Plakate, Flyer und Einladungen für eine Winter-Messe und eine polnische Weihnachtsmesse gedruckt. Trotzdem die Bedingung die Bezahlung bei Abholung war, kam zuerst ein Fahrer zum Abholen, der von Bezahlung nichts wusste. Im 2. Versuch kam dann ein Mitarbeiter von Prime und hatte einen kleineren Teil in Bar und das Gros des Betrages als Scheck dabei. Der Scheck ist am nächsten Tag geplatzt, ich bin persönlich in die Fasanenstr.29, wo „Ciachla“ residiert (und wohl auch die Privatadresse von Herrn Mleczkowski ist) und habe, nachdem ich durch Zufall mit eingelassen wurde, Herrn Mleczkowski persönlich an seinem Schreibtisch erklärt, daß ich mein Geld will. Am nächsten Tag war er bei uns im Laden und hat bar bezahlt. Die Situation wäre ihm unangenehm usw. (glaube ich auch, denn Bezahlen wird ja sonst wohl tunlichst vermieden).
Anfang April beauftragte dann Herr Münter im Auftrag der Prime-Berlin verschieden Drucksachen für die Ostseemesse bei uns. Auf sein verzweifeltes Flehen hin, haben wir quasi über Nacht 8000 DIN A1 Plakate und 8000 Flyer gedruckt um dann am Ende der Woche zu erfahren, daß die Messe abgesagt sei und es ja wohl unglaubwürdig sei, das erst alles solange dauern sollte und nun angeblich schon gedruckt wäre usw. – Kurz und gut: Es wurde nichts abgeholt, nichts bezahlt – die dritte Mahnung ist zugestellt und wir werden den mühseligen Rechtsweg beschreiten.
Wir wissen gar nicht so sicher, ob die Messe nuneigentlich irgendwo vom 23.25.4.04 stattgefunden hat, da verschiedene Orte angekündigt waren. Fortsetzung folgt
Fortsetzung:
Interessanterweise waren auf der HP von Prime sogar schon begeisterte Pessestimmen zitiert, die den grossen Erfolg der Ostseemesse bejubelten – wie schon erwähnt ungefähr 2 Wochen vor dem Termin. Habe ich dem Tagesspiegel gemailt – hat niemand interessiert.
An Frau Kwasniewska hätte ich die Fage, ob es aktuelle Adressen und Telefonnummern von der neuen GmbH gibt. Informationen dazu wären nett. Unsere Mailadresse ist: conrad_citydruck@t-online.de .
Andree Garduhn
Conrad Citydruck
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