Friedhof der Superstars
Gerade ist mal wieder eine Staffel Deutschland sucht den Superstar zu Ende gegangen. Ich habe keine Ahnung, wer dort gewonnen hat, höchstens eine Vermutung, warum: Es handelt sich einfach mal wieder um das zielgruppenkompatibelste Gesicht, das nun als neuerlicher Gehilfe für ein paar Firmen dienen soll, die, so lange es geht, den Teenagern so viel Geld wie möglich aus der Tasche ziehen wollen. Bis zum nächsten „Superstar“.
Warum ist bisher eigentlich kein einziger dieser vielen Castingshow-Gewinner ein wirklicher Star, geschweige denn ein Superstar geworden? Warum sind die meisten Sieger bereits nach einem halben Jahr wieder in der Versenkung bzw. auf dem Friedhof der Superstars gelandet? Weil niemand dieser Menschen ein wirklicher Musiker war, der, so abgedroschen das klingen mag, eine Botschaft hatte, weder inhaltlich und schon gar nicht musikalisch. Die Botschaft, und da hat der „Superstar“ überhaupt nicht mitzureden, kommt von den Plattenfirmen und lautet schlicht: Kauf mich.
Subkultur
Vor zwei Jahren habe ich GarageBand.de eingerichtet, eine Website, auf der es ums Musik machen mit einem Macintosh geht. Im dazugehörigen Forum können Musiker/innen Links zu ihren eigenen Kompositionen veröffentlichen, die, zumeist im heimischen Wohnzimmer, mit GarageBand oder Logic entstanden sind. Und ich sag Ihnen was: Jeder einzelne dieser Songs hat mehr Seele als das ganze Superstargedudel zusammen. Natürlich gibt es, wie im richtigen Leben, bessere und schlechtere Stücke, es gibt aber auch – und deshalb schreibe ich diesen Beitrag überhaupt – echte Perlen wie „Go out“ von Markus Kaes. Hören Sie sich das bitte mal an:
mp3-Datei, 6,4 MB, QuickTime erforderlich. Direktlink
Völlig ohne Gedöns, ohne Castingshow, ohne Plattenfirma und ohne Erfolgsproduzent ist hier ein Stück entstanden, das meiner bescheidenen Meinung nach 90% dessen, was sich für gewöhnlich in den deutschen Charts tummelt, lässig an die Wand spielt.
Wenn Sie Markus’ Podcast abonnieren wollen, können Sie das auf seiner Website Chillerstadt oder gleich hier über iTunes tun. Es lohnt sich.
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Kommentare:
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Nett, und definitiv angenehmer als Charts-Musik, aber leider auch ein wenig langweilig …
So etwas überhaupt hinzubekommen, kann ich jedoch nur respektvoll bestaunen!
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