Ein klassischer Fall von Paralleluniversen
Das Joy Denalane Auftakt-Konzert zu ihrer Tour im Nikolaisaal am 8.9. war schlichtweg schlecht. Aus diversen Gründen. Sagen zumindest alle, die ich kenne. Möglicherweise gab es aber vor dem Auftritt für Pressevertreter freien Sekt in Strömen, um sich das anschließende Konzert sozusagen prophylaktisch schon mal schön trinken zu können – anders kann ich mir diesen hymnischen Lobgesang über den Auftritt Denalanes in den Potsdamer Neuesten Nachrichten nicht erklären:
Was muss passieren, dass der Nikolaisaal geradewegs aus dem Häuschen gerät? Welche Energie muss jemand besitzen, der mit einem Fingerschnipps fast das gesamte Publikum hochschnellen lässt, um sich dann gemeinsam im Takt des Souls zu wiegen.
Das war – nur, um das mal klar zu stellen – mitnichten ein Fingerschnipps, sondern (nach einer Dreiviertelstunde) eine expressis-verbis-Aufforderung Denalanes, man möge doch nun bitte mal aufstehen und nicht so langweilig auf den Stühlen herumsitzen. Geschnellt ist das Publikum auch nicht, es sah – ich hatte einen guten Überblick – eher nach einem behäbigen Erheben aus.
„Die Göttin des Souls“, wie Joy Denalane zu Recht genannt wird, hat einen Schnitt gemacht, ist auf ihrer neuen CD Born & Raised von der deutschen Sprache ins Englische rübergerutscht. Und es bekommt den Songs sehr gut. Erst im Vergleich spürt man, dass deutsche Wörter doch recht kantig sein können, sollen sie behutsam modelliert in allen Höhen und Tiefen mitgenommen werden.
Wer genau, außer der Autorin, nennt Joy Denalane eigentlich „Göttin des Souls“? Von welchem „Soul“ ist hier überhaupt die Rede? Was sagt Aretha Franklin, die einzige und wahre „Göttin des Souls“, dazu? Und warum können deutsche Worte recht kantig sein, wenn man sie, behutsam modelliert, in Höhen und Tiefen mitnimmt? Was soll dieser Satz überhaupt? Und wo finde ich eine Wegbeschreibung, um in das Paralleluniversum zu gelangen, in dem die Autorin das Konzert gesehen hat?
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Kommentare:
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Das machen manche Zeitungen doch gerne: Man schreibt etwas positives, weil man auch etwas positives erwartet: z-B. Karten für das Konzert. Natürlich gibt es noch eine Variante: Der Redakteur war viel zu faul, das Konzert zu besuchen und hat sich was aus seinen fiesen Fingern gesogen.
Was kann sowas noch auslösen? Alkohol, Hasch, Geschmacksverirrungen und vor allem Gehirnbrand…
Gruß
Ergie
Ich glaube das Motto bei der aktuellen populär Musik und deren Fans lautet „Wer suchet, der findet“. Wenn es keine echten Stars/Entertainer mehr gibt, müssen eben welche aufgebaut/aufgepusht werden. Aber von den deutschen Künstlern ist sie wahrscheinlich eine der wenigen mit Starpotential, denke ich…
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