Das wundersame Leben des Edgar Mint
Es gibt Bücher, die einen nach den ersten zehn Seiten vergessen lassen, dass man mitten im Forum Steglitz steht und eigentlich auf eine Freundin wartet, die „nur mal kurz“ zu H&M wollte. Und es einen schließlich schade finden lassen, dass sie dreißig Seiten später schon wieder zurück ist.
Brady Udalls Das wundersame Leben des Edgar Mint gehört zu diesen seltenen Büchern, die man nicht mehr weglegen möchte, die man erst verschlingt, dann aber, je mehr es dem Schluss zugeht, umso langsamer liest, weil man sie nicht mehr missen möchte.
Dürfte ich nur eine einzige Begebenheit aus meinem Leben erzählen, wählte ich diese: Ich war sieben Jahre alt, als der Postbote meinen Kopf überfuhr. Kein Erlebnis hat mich so geprägt wie dieses. Mein chaotisches, zielloses Leben, mein versehrtes Gehirn und mein Glaube an Gott, meine Zusammenstöße mit Freud und Leid – alles entspringt auf die eine oder andere Art jenem Augenblick an einem Sommermorgen, als der linke Hinterreifen eines US-Mail-Jeeps meinen kleinen Kopf in den heißen Kies des Apachen-Reservates von San Carlos malmte.
Für mich ist das zentrale Thema dieses Buches Freundschaft, und da dies eines der schönsten Bücher ist, die je über Freundschaft geschrieben wurden, kann es nur die Höchstwertung geben: 
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