Synology DS414, oder warum man einen NAS-Server braucht
Mit wachsender Bedeutung und Anzahl digitaler Daten im Heimnetzwerk kommt man um die Anschaffung eines NAS-Servers kaum noch herum. Nach einem gescheiterten Versuch mit einem Fantec-Server benutzen wir seit einem halben Jahr eine Synology DS414 mit 12 Terabyte Raid-Speicher als zentralen Musik-, Foto-, Web-, Cloud- und Backupserver. Die beste Anschaffung dieses Jahrzehnts – keine Ahnung, wie wir so lange ohne auskommen konnten.
NSA-Cloud
Spätestens seit dem Bekanntwerden der offensichtlich völlig aus dem Ruder gelaufenen Allmachtsphantasien diverser Geheimdienste vertraue ich meine privaten Daten – soweit es geht – keinem Cloud-Anbieter mehr an. Stattdessen läuft auf unserer DiskStation, die per SSL erreichbar ist (Zertifikate gibt’s günstig beispielsweise hier: NameCheap), eine OwnCloud-Installation, auf die unsere Rechner und mobilen Geräte per Desktop-Client bzw. Mobile App zugreifen können. Funktionert genauso einfach wie Dropbox, nur eben ohne Condoleezza Rice oder Prism.
Und da OwnCloud die gespeicherten Daten auch per WebDAV ausliefert, kann ich meine Texte zwischen Daedalus Touch (dem iOS-Texteditor meiner Wahl) und Ulysses III (dem Desktop-Textprogramm meiner Wahl) auch ohne iCloud oder Dropbox auf allen Geräten synchron halten.
Word-Dokumente können auf dem iPad mit UX Write vom WebDAV-Account heruntergeladen, bearbeitet und wieder zurückgespeichert werden (letzteres kann übrigens kein anderes mir bekanntes iOS-Office- oder Word-Programm, und ich habe lange gesucht!).
Time Machine-Backups
Wenn man im DiskStation Manager (DSM) unter Dateidienste > Mac Dateidienst eine Freigabe für Time Machine auswählt, steht sie als Volume für Time Machine-Backups aller Macs im WLAN zur Verfügung, ohne dass sie explizit gemountet werden muss. Eine teure Time Capsule ist damit überflüssig.Musik
Ich erwähnte bereits, dass ich die Sonos-Software für eine Usability-Katastrophe halte, und daran hat sich auch mit der neuen Version absolut nichts geändert: Ein endloses Geklicke, bevor man endlich mal Musik hören kann. Hat man seine iTunes-Mediathek auf die DiskStation ausgelagert und die Audio Station aktiviert, ist man darauf gottseidank nicht mehr angewiesen.Mit DS Audio (kostenlos für iPad und iPhone) steuert man die Musikwiedergabe, die auf beliebige Airplay/DLNA/UPNP-Player im Netzwerk gestreamt werden kann. Schön, dass die Sonos-Boxen DLNA unterstützen!
So sind die zwei Welten Airplay und Sonos endlich friedlich miteinander vereint, und man kann mit einem Controller die gesamte Musikbibliothek auf alle Boxen streamen, egal ob Sonos oder Airplay.
Natürlich ist das ganze auch Multiroom-fähig, das heißt, ich kann zeitgleich in Raum A eine andere Playlist oder einen anderen Radiosender abspielen als in Raum B.
Tipp: Server-Freigaben beim Booten automatisch mounten
Damit auf den verschiedenen Rechnern bzw. Accounts die jeweils benötigten Freigaben der DiskStation beim Booten automatisch gemountet werden, liegt dieses als App gespeicherte Applescript mit den entsprechenden Freigabenamen in den Anmeldeobjekten:set serverPath to "afp://MeinServer.local/"
set shareNames to {"web", "music", "foto", "backups"}
tell application "System Events"
set volumeList to get the name of every disk
end tell
repeat with thisShare in shareNames
if volumeList does not contain thisShare then
try
mount volume serverPath & thisShare
end try
end if
end repeatNach dem Aufwachen
Um Energie zu sparen, schaltet sich unsere DiskStation nachts ab und fährt morgens um 7 Uhr wieder hoch. Da durch das Abschalten die Freigaben auf Macs, die sich im Ruhezustand befinden, unter Umständen ausgeworfen werden, wird das Script mittels SleepWatcher auch beim Aufwachen aus dem Ruhezustand ausgeführt.Eine ausführliche Anleitung für SleepWatcher wird beim Download mitgeliefert, hier die Kurzversion: Installieren Sie SleepWatcher nach Anleitung und erzeugen Sie in Ihrem Heimverzeichnis eine Textdatei mit dem Namen
.wakeup
und folgendem Inhalt:
!/bin/sh open "/Pfad/zu/Ihrem/Scriptordner/MountShares.app"
wobei MountShares.app obiges AppleScript ist. Jedes Mal, wenn der Rechner aus dem Ruhezustand aufwacht, wird das Script gestartet und fehlende Freigaben gemountet.
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Kommentare:
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Hi Michael,
mit einer OwnCloud-Installation auf meinem DS412 liebäugel ich schon seit längerem. Kannst du sagen, nach welcher Anleitung du sie installiert hast und wie kompliziert die Einbindung des SSL-Zertifikats war. – Ich bin leider mit Linux und dem Sicherheitskram nicht so bewandert.
Danke + Ciao Simon.
Am besten OwnCloud nicht über das Paketzentrum installieren, sondern manuell, damit man bei OwnCloud-Updates nicht vom Paketersteller abhängig ist.
Die Kurzanleitung: MariaDB und phpMyAdmin installieren und einen SQL-User mit Datenbank anlegen. Anschließend OwnCloud in den Webordner der DS hochladen, die Rechte von
volume1/web/owncloud/data
volume1/web/owncloud/config
anpassen, im Browser http://IP-der-DS/owncloud/ aufrufen und installieren.
Hier eine ausführliche Anleitung: Owncloud 6 manuell unter DSM 5 installieren
Das Zertifikat importierst du einfach unter Systemsteuerung > Sicherheit > Zertifikat
Ok, ich werde es mir mal bei Zeiten beherzigen.
mach’s gut y Ciao Simon.
darf ich fragen, welche lösung du für die fotoverwaltung nutzt? mit der neuen icloud photo library wird ja alles ein bisschen anders…
Zur Zeit noch Aperture. Ich hoffe, dass OS X Photos professionellen Ansprüchen einigermaßen genügt – ich würde nur außerst ungern auf Capture One oder Lightroom umsteigen.
Schöne Zusammenfassung deiner Erfahrungen – danke! Meine Synology DS211j kommt langsam in die Jahre, und ich überlege auch, mir eine neuere Diskstation anzuschaffen. Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht.
Was mir allerdings immer noch fehlt, ist eine gute Lösung, um Fotos innerhalb der Familie zu teilen. DS Photo kommt mit tausenden von Fotos nicht so gut zurecht, jedenfalls auf meiner (eher langsamen) DS211j. Ich werde jetzt vermutlich zurückgehen auf die gute alte "Ordner pro Jahr/Ordner pro Event"-Systematik – ist zwar antiquiert, aber zukunftskompatibel :-).
DS Photo ist auch bei der 414 ziemlich zäh. Die Indexierung/Thumbnail-Erzeugung hat beim ersten Mal zweieinhalb Tage gedauert, und trotzdem lief es hinterher nicht rund.
Für Familienbilder nehmen wir deshalb (noch) Fotostreams in der iCloud – es gibt meines Wissens momentan nichts einfacheres.
Sortierung nach Ordner/Jahr und darin Ordner/Datum bzw. Event nutze ich übrigens auch. Hat u. a. den Vorteil, dass man im Finder schnell Bilder findet, ohne erst eine Bilderverwaltung öffnen zu müssen.
Danke für das Update bzgl. DS Photo.
Ich habe noch einen Tipp für dich: Mit Arq kann man relativ einfach Backups von Mac OS X-Rechnern (oder auch Fileshares) auf Amazon Glacier machen. Der große Vorteil ist, dass Arq hier selbst die Daten verschlüsselt – Verschlüsselung und Lagerung sind also separat in zwei verschiedenen Firmen. Das finde ich ein sehr attraktives Modell, zumal Glacier auch recht günstig ist. Glacier ist außerdem je nach Internetverbindung recht fix – bei mir in China leider traumatisch langsam, aber in Japan z.B. habe ich 60 GB/Tag hochladen können.
Die Diskstation hat zwar auch eine Glacier-Anbindung, aber eben ohne Verschlüsselung.
vielen Dank für den super Bericht! A Zwar habe ich den QNap TS-469L aber sind ja ähnliche Geräte.
Hallo Michael,
ich bin heute auf Deinen Artikel gestossen, da ich Deinen Lösungsansatz NAS und Sonos toll fände … Nur habe ich folgendes Problem:
NAS Synology 209j mit DSM 4.2
DS Audio installiert
Sonos Lautsprecher im Netzwerk
1. Wenn ich auf meinem Mac auf die Audio Station zugreife, erscheint mein Sonos Lautsprecher in der Lautsprecherliste, anwählen kann ich ich auch, nur kommt kein Ton beim Lautsprecher raus … Vielleicht eine Idee, woran das liegen kann?
2. DS audio app auf meinem iPad hat in der Lautsprecherliste leider den Sonos Lautsprecher nicht … Wie kann ich den Lautsprecher einfügen?
Ich würde mich so freuen, wenn ich das irgendwie hinbekomme, da ich den Sonos Controller echt schlecht finde und mit Deinem Lösungsansatz auch Airplay Lautsprecher ansteuern könnte …
Ich freue mich auf Antwort.
Grüße. Sabine
Hallo Sabine,
das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass unter DSM 4.2 ein DLNA-Server auf der DiskStation installiert ist, der noch nicht mit den Sonos-Boxen kompatibel ist. Bei mir ist DSM 5.1 installiert, und sowohl im Desktop-Browser (Safari auf dem Mac) als auch unter iOS werden alle Sonos-Boxen nicht nur angezeigt (ohne dass ich irgendwas einstellen musste), sondern es kommt auch was raus ;-)
Ich finde die Sonos-App ja auch sehr bescheiden, deshalb tut es mir leid, dir nicht weiterhelfen zu können.
Die Multiroomfähigkeit ist mir nicht ganz klar: Wie kann in der DS Audio App gleichzeitig ein Musiktitel für Raum A und ein anderer Musiktitel für Raum B ausgewählt werden? Man kann ja die App nur einmal öffnen.
Vielen Dank für eine plausible Antwort.
Gruss Stefan
DS audio fungiert lediglich als Fernbedienung für die Synology, die die Musik direkt an die in der App ausgewählten Lautsprecher schickt. Das sieht dann genauso aus wie in den beiden Screenshots: Mit dem AirPlay-ähnlichen Button wähle ich zunächst einen Player (also einen Lautsprecher) aus, sagen wir einen in der Küche. Dann starte ich beliebige Musik. Wähle ich anschließend einen anderen Player aus, der beispielsweise im Wohnzimmer steht, stoppt die Musik in der Küche nicht etwa, sondern läuft weiter. Beim zweiten Player, also im Wohnzimmer, kann ich nun wiederum beliebige Musik starten. Die Buttons in der App (Play, Pause etc.) und die Musikauswahl betreffen also immer nur den aktuell ausgewählten Player. Soll die Musik in der Küche stoppen, muss ich in der App erst wieder den entsprechenden Player auswählen – klingt alles viel komplizierter, als es ist.
AirPlay-fähige Geräte können übrigens auch gekoppelt werden, man kann also die gleiche Musik zeitgleich zu mehreren Playern schicken.
Hallo Michael
Vielen Dank für die rasche Antwort. Auf diese Weise kann also im Vergleich zu anderen Systemen ein relativ kostengünstiges und dennoch flexibles Multiroomsystem aufgebaut werden.
Noch eine Frage: Wie viele Player (z.B. Apple AirPort Express oder Appple TV an Verstärker) können in einem Heimnetzwerk (1 GLAN) gleichzeitig betrieben werden, so dass das Ganze noch „flüssig“ läuft? Wie viele Player können in der DS Audio App angezeigt/verwaltet werden? Gibt es da eine Beschränkung wie z.B. bei der WHAALE App mit 6 Playern?
Gruss Stefan
EIne Beschränkung der Player in DS audio konnte ich bisher noch nicht feststellen:

Sicher wird das Wlan irgendwann in die Knie gehen (möglicherweise auch die Synology), aber an diese Grenze bin ich bisher noch nicht gekommen. Typisches Szenario: Auf dem Küchen-Sonos läuft Radio, im Arbeits- und Wohnzimmer läuft Musik und auf einem iPad läuft ein Amazon Prime-Film übers Wlan – alles ohne Stottern …
Kann es sein, dass das Script mit „smb://xxxxxx " nicht klarkommt?
OSX 10.6.8
Über den Finder>Mit Server verbinden… funktioniert es.
Fehlermeldung beim Starten:
Verbindung fehlgeschlagen
Möglicherweise ist der Server „xxxxxx“ nicht vorhanden oder zurzeit nicht verfügbar. Überprüfen Sie den Servernamen oder die IP-Adresse sowie die Netzwerkverbindung, und versuchen Sie es dann erneut.
Ha! Mit „smb://xxxxxx/" funktioniert es jetzt. Auch wenn die einzelnen Shares sehr langsam nacheinander geladen werden.
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