Das dreisteste Plagiat aller Zeiten
Ich habe vorhin spaßeshalber nach „elektrischen Portfolio“ gesucht. Und eine Entdeckung gemacht: Andreas A., der laut seiner Website 1994 Abitur am Künig-Karlman-Gymnasium Altötting gemacht und 2002-2005 bei der BMW Group, BMW Forschung und Technik GmbH promoviert hat, gefiel die 2005er Version meiner Website wohl so ausnehmend gut, dass er sie komplett geklaut hat.
Leider war er offensichtlich nicht promoviert genug, um die Geschichte mit dem CSS-Header zu begreifen, deshalb hat er das ganze mit Frames umgebastelt.
Selbstverständlich hat er neben dem vollständigen Layout nicht nur jede einzelne Grafik (sogar den kleinen animierten Roboterkopf) geklaut, sondern auch sämtliche Texte.
Ein paar Beispiele:
Mein Begrüßungstext (2005):
Guten Tag, mein Name ist Michael Preidel. Hier können Sie in meinem Weblog und in meinem elektrischen Portfolio blättern. Wenn Sie lieber etwas Gedrucktes in den Händen halten, schicke ich Ihnen auf Anfrage gerne ein A4 Miniportfolio zu. Natürlich können Sie, wenn es schnell gehen muss, auch eine PDF-Datei mit Arbeitsproben herunterladen und sie ausdrucken oder abspeichern.
Sein Begrüßungstext:
Guten Tag, mein Name ist Andreas Abraham.Hier können Sie in meiner Webpräsenz und in meinem elektrischen Portfolio stöbern. Wenn Sie lieber etwas Gedrucktes in den Händen halten, schicke ich Ihnen auf Anfrage gerne ein Miniportfolio zu. Natürlich können Sie, wenn es schnell gehen muss, auch eine PDF Datei herunterladen und sie ausdrucken.
Mein Résumétext:
Mein erster Computer 1983 war ein C64. Erst habe ich Basic Listings aus der »Happy Computer« und der »C64« abgetippt, später dann selber ellen langen Spaghetti-Code erzeugt.
Sein Résumétext:
Mein erster Computer war ein CPC 6128. Erst habe ich Basic Listings aus der »Happy Computer« abgetippt, später dann selber langen Spaghetti-Code erzeugt.
Mein Impressumstext:
Sämtliche Inhalte dieser Website sind urheberrechtlich geschützt.
Vor der Veröffentlichung von externen Links wurden die jeweiligen Seiten auf offensichtlich rechtswidrige Inhalte überprüft.
Sein Impressumstext:
Sämtliche Inhalte dieser Website sind urheberrechtlich geschützt.
Vor der Veröffentlichung von externen Links wurden die jeweiligen Seiten auf offensichtlich rechtswidrige Inhalte überprüft.
Auch die Texte seiner Hilfe-Datei und seines Kontaktformulars stimmen mit meinen zu 100% überein.
Und selbstverständlich steht impertinenterweise auf jeder Seite: © 2005 Andreas A. Software-Entwickler, München. Copyright wodrauf? Auf besonders unverfrorene Klaukünste?
Nun gut, es hat drei Jahre gedauert bis ich das entdeckt habe, aber glaubt heutzutage wirklich noch jemand im Ernst, so ein dreistes Plagiat könne auf Dauer unentdeckt bleiben?
Was man so alles entdeckt, wenn man nur mal ein bisschen sucht …
Auch Server K. gefiel mein aktueller Begrüßungstext so gut, dass er ihn wortgetreu übernommen hat:
Guten Tag,
mein Name ist Server K.. Ich bin freier Art-Direktor und gestalte anspruchsvolle Drucksachen und zukunftssichere Websites für Werbeagenturen und eigene Kunden.(…)Hier können Sie in meinem elektrischen Portfolio blättern.
Dass man die Erklärung unter meinem Kontaktformular ebenfalls an einigen anderen Stellen im Internet wortwörtlich wiederfindet, ist dagegen kaum noch erwähnenswert.
Vor mittlerweile fünf Jahren habe ich den Eintrag „Inspiration oder: Der breite Grat“ geschrieben – dem ist – auch aus heutiger Sicht – nichts hinzuzufügen.
Update:
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Kommentare:
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Das ist sicherlich nicht das erste mal und wird auch nicht das letzte mal bleiben. Fragt sich nur was man effektiv dagegen tun kann. Lieber gleich alles unter CC-by-NC stellen? -Ist ja irgendwie auch keine Lösung, denn solchen Leuten traue ich auch es auch zu die Namensnennung mit Absicht weg zu lassen.
Das ist ja echt der Hammer!
Wir hatten das auch mal – da wurde der komplette Blog meines Mannes kopiert. Eine Dreistigkeit sonder gleichen!
Das einzige positive, was man an so was sehen kann, ist höchstens, dass die Seite demjenigen ja scheinbar sehr gut gefallen hat.
Hast Du den Typen mal angeschrieben? Würde mich super interessieren, wie seine Stellungnahme dazu aussieht.
wie macht man so etwas? ;-)
nee im ernst, das würde mich wirklich interessieren. nicht um zu klauen, sondern um zu lernen. naja, wird mir wohl niemand verraten wollen.
Ich hab ihm mal via Kontaktformular (sofern es überhaupt funktioniert) angeschrieben und gefragt, was er denn davon hält ;)
Eine Antwort erwarte ich ehrlich gesagt nicht, aber so weiß er immerhin, dass er als Scharlatan ertappt wurde. g
@Matthias: das ist ganz einfach, HTML-Quelltext anzeigen, speichern und die CSS-Datei (steht im HTML-Quelltext) sichern.
Dann nur noch die Verweise auf Bilder und Dateien lokal auf Deiner Platte anpassen und die benötigten Dateien im Nachhinein herunterladen. Die URL steht ja im Quelltext.
Alles ganz einfach und kein Geheimnis :-)
Unglaublich – mal sehen, wie das weitergeht.
Das Problem ist, dass du gegen solche Vollidioten kaum rechtliche Handhabe hast. Die Urheberrechtsfrage wird hier erstmal hinter die Frage der Schöpfungshöhe gestellt. Abgesichert wärst du, wenn du den Roboter als Geschmacksmuster angemeldet hättest. Quellcode kann man halt nicht schützen, wär auch Quatsch und bringt nichts. Aber dass hier dermaßen dreist eine 1:1-Kopie erstellt wird … Da würd ich mich glatt ins Auto setzen, wenn München nicht so weit weg wäre.
Kann man die XXXXX nicht anzeigen? Es gibt doch ein Urheberrecht.
[Eintrag editiert. Bitte keine Beleidigungen – Danke, ””M.P.]
Unglaublich! Aber da musst Du Michael Dich noch in Acht nehmen, dass der Herr Abraham nicht noch Dir das Plagiat anhängen will und seinen Anwalt einschaltet, Du hättest seine Seite komplett geklaut… sogar die Texte… Mir ist das schon passiert, nachdem ich einen angeschrieben hatte, der eine Kundenseite quasi 1 zu 1 kopiert hatte.
lg
Joachim
Das ist in der Tat ziemlich krass – und vor allem von einem Softwareentwickler, der den Wert kreativer Erzeugnisse eigentlich einschätzen können sollte. Vermutlich wird er sich herausreden wollen mit der Tatsache, dass die Website quasi nicht genutzt zu sein scheint. Aber aus meiner Sicht ist das überhaupt keine Entschuldigung – schließlich publiziert er die Seite im öffentlichen Internet.
Hallo,
das ist mir auch schon mit einer Kundenseite passiert.
Der Kunde wollte sofort klagen.
Ich hab denjenigen dann angerufen. Er meinte zwar, dass er keine Ähnlichkeiten erkennen würde (Grafiken wurden komplett übernommen) hat aber ds Design innerhalb kürzester Zeit geändert.
Also. Kaffe trinken, zwei mal durchatmen, anrufen und freundlich bleiben :-))
Viele Grüße
Oliver
Na, das ist jetzt aber wirklich schon zu offensichtlich. Hm. Nutzungsgebühr für Dein Layout seit… na, wenn Du das rausbekommen kannst, dann wird das nicht billig :D
Ist schon verrückt – wegen jedem Pups läuft man als Webseitenbetreiber Gefahr, eine teure Abmahnung zu kassieren. Aber gegen so dreiste Plagiate vorzugehen, ist dann doch eher schwierig.
Vielleicht gelingt es Dir ja, es sportlich zu sehen: Du hinterlässt deutliche Spuren im WWW, und manch einer würde was für geben, ähnlich einflussreiche Websites zu betreiben.
Soetwas lässt sich auch bei grafiker.de bewundern – wer sich dort anmeldet, erlebt ein ziemlich krasses Déjà-vu. So hat man sich nicht nur beim Konzept, sondern auch für weite Textpassagen (Anmeldetext, Datenschutzbedingungen, Begrüßungsmail) recht kräftig und wortwörtlich bei dasauge.de bedient (es sei denn, es wurde bei dasauge lizenziert, aber das ist wohl eher unwahrscheinlich).
Heute steht dort wie zur Bestätigung: „Neu: der Jobagent“. Haha, immerhin heißt der nicht „Mailagent“ wie beim auge.
hihihihi! wie cool! wenn man jetzt andreas abraham altötting googelt, steht mein solidaritäts-schimpf-eintrag (wg plagiat und diebstahl und was könnt ich denn jetzt hier noch mal schnell seo-en.. – hatte ich auch schon bei dir im blog als meine webseite verlinkt) gleich ganz oben, so ist's recht.
Mir ist auch schon ähnliches passiert. So hat ein „Blogger-Kollege“ komplette Artikel von mir 1zu1 übernommen und auch nicht für nötig gehalten, ihn mit einer Quellenangabe zu versehen.
Wenn der eigene Blog noch nicht so alt ist, dann wird man nachher noch wegen so einem frechen Klau von Google wegen DC abgestraft. Wie reagierst du eigentlich auf sowas?
Mir ist von einer meiner Sites schon (mind.) dreimal in großem Umfang Content gestohlen worden. Einmal von einem Engländer, dann von einem Koreaner und von einem Norweger. Der Norweger hat den Content noch immer nicht gelöscht, da beiße ich auf Granit. Der Koreaner hatte sogar ganz dreist auch sämtliche Bilder von meinem Server geladen; in seinem Fall tippe ich aber eher auf jugendliche Unerfahrenheit als auf wirklich bösem Wille. Mit dem Engländer habe ich später sogar mal ein Bier getrunken, als er in Frankfurt weilte; er hatte den Content in Unkenntnis der wahren Urheberschaft von einem Weißrussen untergejubelt bekommen.
Aber seitdem tippe ich gelegentlich meine URLs bei http://www.copyscape.com ein, um Plagiate aufzuspüren.
@ Jonas: Danke für den Linktipp – werde ich direkt mal ausprobieren! :-)
Ich sehe eigentlich das größte Problem darin, zu beweisen, daß er von Dir geklaut hat und nicht umgekehrt.
Herzliche Grüße
Klaus F.
Naja, selbst wenn ich tatsächlich etwas beweisen wollte (was ich nicht will, ich will den Typen auch nicht abmahnen lassen oder gar verklagen, dazu ist er einfach zu bedeutungslos), dann wäre es u. a. mit der Wayback-Machine relativ einfach.
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