Captain Kork
Was mich immer sehr ärgert, ist die eine Flasche Wein aus einer Kiste, die offensichtlich grundsätzlich Kork haben muss – deshalb ist ein Korkverschluss schon seit einiger Zeit längst kein Qualitätskriterium mehr für mich.
Noch mehr ärgert es mich, wenn mir ein Weinverkäufer erzählt, Kork sei nun mal das beste Material, um eine Weinflasche zu verschließen, schließlich müsse der Wein atmen. Daran sind zwei Dinge (also alles!) einfach falsch: weder ist Kork luftdurchlässig, noch muss Wein in der Flasche atmen. Wenn er das täte, würde er oxidieren und wäre nicht über Jahre oder gar Jahrzehnte lagerfähig. Das kann man selbst nachvollziehen, indem man eine Flasche Weißwein eine Woche offen stehen lässt und sich anschließend ein Glas davon einschenkt.
Aber sogar Ing. Josef Pleil, immerhin Präsident des österreichischen Bundesweinbauverbandes meint ja, »Wein will aber ‚atmen‘« – dieser geballte Sachverstand erklärt wohl auch den geringen Stellenwert österreichischer Weine.
Der Verschluss einer Weinflasche hat einzig und allein die Aufgabe, diese möglichst luft- und flüssigkeitsdicht zu verschließen. Die Alternativen zum Kork – Drehverschlüsse, Kronkorken, Plastikkorken – setzen die deutschen Winzer allerdings dennoch kaum ein, da die Verbraucher angeblich nicht auf das »Plopp« beim Öffnen der Flasche verzichten wollen. Ich verzichte, ehrlich gesagt, lieber auf verkorksten Wein.
Und, nebenbei bemerkt: Wenn ich Winzer wäre, würde ich mich schwarz ärgern, dass ein schlechter Korken für 40 Cent (oder mehr) die Arbeit eines ganzen Jahres zunichte machen kann.
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Kommentare:
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Danke! 100% ACK.
Ganz toll ist es auch, wenn man nur ein schnödes Taschenmesser mit Pseudo-Korkenzieher dabei hat. Die Korkkrümelsuche beschäftigt mehr als der Vorgang des Trinkens. Es lebe der Schraubverschluss!
Genau! Wer ploppen will, der soll sich ein Flens, Potts oder anderes Bier in der Bügelflasche genehmigen.
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