Negativdarstellung und Ergonomie
In der Frühzeit der EDV wurden auf der großen Mehrzahl der Bildschirme helle Zeichen auf dunklem Hintergrund angezeigt. Erst allmählich setzte sich die Erkenntnis durch, dass Bildschirmarbeiter/innen sehr viel ermüdungsfreier arbeiten können, wenn die Bildschirmdarstellung der eines gedruckten Textes auf einem Blatt Papier entspricht – mit dunkler Schrift auf hellem Untergrund. So muss sich dass Auge nämlich nicht ständig wechselnden Kontrastverhältnissen anpassen, wenn es z. B. zwischen einer Textvorlage und dem Monitor wechselt. Und fortan galt für Bildschirmarbeitsplätze der sehr vernünftige Grundsatz: Der Bildschirm muss sich dem Auge anpassen und nicht das Auge dem Bildschirm.
Reinweiße Lesetexte auf tiefschwarzem Untergrund sind (nicht nur) aus ergonomischer Sicht also ziemlicher Unsinn. Und da mir persönlich auch immer leicht die Augen flimmern, wenn ich nach dem Lesen eines längeren Negativtextes zu einer „normalen“ Seite mit dunklem Text auf hellem Hintergrund zurückkehre, habe ich mir angewöhnt, unter Mac OS X den Bildschirm für das Lesen eines Negativtextes mit der Tastenkombination ⌃⌥⌘8 zu invertieren.

Klicken Sie ins Bild, um die invertierte Darstellung anzuzeigen
Mit der gleichen Tastenkombination kehren Sie auch zur normalen Darstellung zurück. Ob es unter Windows oder Linux eine ähnliche Möglichkeit gibt, ist mir leider nicht bekannt.
Zum diesem Thema siehe auch Checkliste Augenbeschwerden
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Kommentare:
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Guter Tipp. Ich kannte zwar die Funktion (interessant ist ja auch ALT+Apfel+8) hab aber nie daran gedacht, dies zum Lesen von invertierten Texten zu „mißbrauchen“. Danke hierfür.
Praktischer Tipp… danke!
Wirklich sehr interessanter tipp, darauf muss man erst mal kommen. ;)
Was bei ALT+Apfel+8 allerdings passieren soll, kann ich nicht wirklich erkennen..
Mit Alt+Befehl+8 schaltet man den Zoom-Modus an oder aus. Wenn er eingeschaltet ist, kann man die Monitoranzeige mit Alt+Befehl+´vergrößern und mit Alt+Befehl+ß verkleinern. Beim Ausschalten des Zoom-Modus’ werden automatisch wieder 100% eingestellt.
Schade nur, dass bei Negativdarstellung die Schriften häufig ziemlich ausgerissen aussehen. Kannst ja mal auf meiner Lieblings-Negativ-Seite DPReview gucken.
Dafür werfe ich dann doch gerne OmniWeb an, wo ICH bestimmen kann, welche Farben verwendet werden :)
mit STRG-A lässt sich unter Windows und Linux (Mac – keine Ahnung) alles markieren und wird so nebenbei invertiert dargestellt.
Alternativ kann man auch einfach mit der Maus markieren…
Schwarzer Hintergrund kann schon sinnvoll sein. Ich leide seit Jahren an den sog. mouches volantes (http://de.wikipedia.org/wiki/Mouches_Volantes), die mich fast wahnsinnig werden lassen. Wenn ich meinen Bildschirm invertieren könnte (Windows) würd das mir erhebliche Erleichterung verschaffen.
Die Negativdarstellung ist grundsätzlich besser. Abgesehen vom ständigen Wechsel zwischen analogen und digitalen Dokumenten (bei denen das Problem im Druck und nicht beim Bildschirm liegt!), ist die Ermüdung deutlich geringer, wenn in der Negativdarstellung gearbeitet wird. Diese muss nur dem Umgebungslicht entsprechend eingestellt werden (je heller, desto heller auch der Bildschirm).
Grundsätzlich reagiert das Auge auf Helligkeit und nicht auf Dunkelheit. Warum sollte also der Hintergrund hell sein?
Hier nur mal ein paar Google-Treffer für „Ergonomie Negativdarstellung Bildschirm“:
http://www.mb.uni-siegen.de/ergonomie/downloads/bildschirmarbeitsplatz.pdf
https://de.wikipedia.org/wiki/Bildschirmarbeitsplatz#Optisch-Visuelle_Faktoren
https://www.vbg.de/apl/arbhilf/unterw/22_bil.htm#2
TLDR: Positivdarstellung ist immer vorzuziehen. Gründe: bessere Schärfe, weniger Ermüdung, weniger Reflexe von Störlichtquellen, keine zeitbehafteten Adaptionsvorgänge, dadurch geringere Belastung.
Leider basieren alle Kommentare hier auf Erfahrung. In Wirklichkeit ist STETS die Negativdarstellung zu bevorzugen. Grund: Unsere Augen reagieren auf Helligkeit und nicht auf Dunkelheit! Es ist ziemlicher Unsinn, wenn die Augen vom hellen Bildschirm geblendet werden und sich auf die kleine dunkle Schrift konzentrieren müssen.
Es hat einen Grund, warum die Autobahnschilder entsprechend ausgelegt sind: Weiße Schrift auf blauem Grund! Das erkennt man sowohl bei Tag als auch bei Nacht deutlich besser.
Was das ständige Wechseln angeht: In der Schule musste ich auch immer an die Tafel schauen (weiß auf dunkelgrün, NEGATIVdarstellung !!), und kurz danach in mein Heft (blau auf weiß, POSITIVdarstellung !!) – und da waren keine merklichen Beeinträchtigungen auszumachen.
Also Leute, gewöhnt euch lieber an die Negativdarstellung, sie ist deutlich weniger ermüdend !!!
Bevor du alle Vierteljahre das gleiche schreibst – wie wär’s, wenn du mal einen der Links aus Kommentar 9 anklickst?
Ich möchte mich meinem Vorredner anschließen, auch wenn ich seine Argumentation nicht ganz verstehe. Wissenschaftliche Belege zu finden ist anscheinend schwierig (übrigens sind auch die oben genannten keine), allerdings möchte ich einige Anregungen in den Raum stellen.
Die zwei größten Nachrichtenagenturen für Finanzdaten, Bloomberg und Reuters, setzen bei ihrer Software auf die Negativdarstellung. Mehr noch: Reuters war früher in der Positivdarstellung und hat sich inzwischen am Konkurrenten orientiert. Auf Anfrage geben beide an, es sei wissenschaftlich erwiesen, dass die Negativdarstellung augenschonender ist. Darüber sollte man einmal nachdenken.
Ein unschlagbares Argument für die Negativdarstellung ist ferner der Blaulichtanteil: Dieser beschränkt sich bei der ND auf den Text, ist also deutlich geringer als bei der PD. Meines Wissens ist dieses Blaulicht immer vorhanden und schädlich für die Augen, es kommt also auf die Menge an.
Auch ist es bemerkenswert, wie die Energiekosten fallen, wenn man zur Negativdarstellung wechselt. Da nur noch der interessierende Teil hell beleuchtet wird, geht der Stromverbrauch drastisch nach unten.
Das einzig akzeptable Argument ist in meinen Augen der ständige Wechsel, der durch gedruckte Medien entsteht. Aber hier gilt: Nicht die Negativdarstellung ist schuld, sondern die gedruckten Medien. Die Entwicklung geht aber immer weiter weg von analogen Medien.
Für Anregungen und oder Diskussion bin ich dankbar. Es ist ein schwieriges Thema und beide Seiten scheinen vollständig von ihrer Sichtweise überzeugt zu sein.
Viele Grüße
Julian
Gibt es Monitore, bei denen man die Darstellung am Monitor invertieren kann? Es geht um alte Software (AS/400), die man besser nicht anrührt. Reine Zeichenausgabe. Aber negativ. Und das soll gemäß Ergonomie und Arbeitsschutz nicht sein. Da wäre also ein Monitor der Renner, der in den Einstellungen die Möglichkeit zur invertierten Darstellung bietet. Oder ein Vorschaltgerät, das das Signal investiert. Kennt jemand so etwas?
Danke für jeden Hinweis!
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