Buchrückentexte und Leserichtung (2)
Vor einigen Jahren wunderte ich mich im Artikel Buchrückentexte und Leserichtung u. a. auch darüber, dass Goldmann bei der Leserichtung keine konsequente Linie verfolgte. Vor kurzem habe ich mal nachgefragt, ob da vielleicht ein System hintersteckt. Die Antwort:
Der Verlag hatte veranlasst, dass die Leserichtung auf dem Buchrücken so gedreht wurde, dass sie lesbar ist, wenn der Titel mit dem Cover nach oben auf einem Stapel liegt. Dies hat sich aber nicht bewährt, darum wurde nach einiger Zeit die Schrift wieder andersrum gedreht – und so wird es wohl auch bleiben.
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Interessant. Die Idee mit dem Buchstapel kam mir bis jetzt noch nie in den Sinn. Danke für's Nachfragen!
Im deutschsprachigen Raum ist es üblich, beim Bücherdurchsehen im Bücherladen den Kopf nach links zu drehen, im englischsprachigen Raum ist es genau umgekehrt. Wusste ich auch lange nicht, ist aber so.
@ Jannis: Die Erklärung mit dem Buchstapel stand auch schon in meinem Ursprungsartikel – die Frage war nur, warum Goldmann mal von oben nach unten und mal andersherum setzt.
@ Walter: Steht auch schon im Ursprungsartikel. Dort werden die verschiedenen Leserichtungen (und Kopfneigungen) ausführlich behandelt und erläutert.
Wer lesen kann ist klar im Vorteil, der erste Artikel klärt auf. Ich bin selbst auch nicht besonders begeistert von den Buchrücken, die man mit nach rechts geneigtem Kopf lesen muss – vorallem in Buchläden, wo solch eine Umgewöhnung leicht zu Zusammenstößen mit anderen Kunden führt.
In all meinen Jahren als Setzer mußte ich mir die dämlichen Behauptungen »weil man in deutschen Buchläden den Kopf nach links neigt« und »Werbeaufschriften setzt man nie abfallend, sondern immer aufsteigend« anhören. Für das viel logischere Argument mit dem Buchstapel hatte kein Kunde ein offenes Ohr. Was aber das allerschlimmste daran ist: Deutschland steht damit allein auf weiter Flur. Sonst wird doch auch jeder Mist aus dem amerikanischen Raum übernommen.
Hallo Herr Preidel,
ich finde die Themen in Ihrem Blog immer wieder interessant.
Durch meine Tätigkeit als Setzer mit dem Faible zu lesen ist mir der Goldmann Verlag schön öfter negativ aufgefallen.
Oft werden Auflagen mit einem absolut unangenehm zu lesenden Satzspiegel, soll heißen mehr als die optimale Anzahl an Worten in einer Zeile abgesetzt.
Das finde ich sehr schade, auch wenn dadurch der Preis des Buches geringer ausfällt, da ja mehr Text auf eine Seite passt.
Da wundere ich mich nicht über die Inkonsitenz der Laufrichtung in der Buchrückengestaltung.
Deshalb versuche ich solche Verlage nach Möglichkeit zu meiden.
Und generell lässt sich bei einem Blick ins eigene Bücherregal sagen, dass diese Inkonsistenz nicht nur bei Goldmann vorherrscht.
Zu der Alleinstellung der deutschen Laufrichtung, von unten nach oben, finde ich keinen Mist. Ist doch schön, wenn nicht alles aus Amerika übernommen wird.
Dass drei der vier aufgeführten Verlage sich nicht an die „deutsche“ Konvention halten, hat wohl in erster Linie damit zu tun, dass sie die meisten Bücher nicht explizit für den deutschen Sprachraum produzieren. Sie verlegen zudem großformatige Coffee-Table-Books, bei denen die Wahrscheinlichkeit von mehreren übereinander liegenden Exemplaren recht groß ist.
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