Bücher | Montag, 22. September 2003
Ohne zu übertreiben kann man Mo Hayders ersten Kriminalroman für das deutsche Publikum als eine der aufregendsten und interessantesten Neuerscheinungen des ersten Halbjahrs bezeichnen. Figuren und Plot fesseln auf ungewöhnliche Weise und die Schilderung grauenvoller Verbrechen selbst in ihrer ungeschminktesten Form präsentiert sich nie als Selbstzweck und wirkt nie reißerisch, sondern scheint vielmehr einem hintergründigeren Ziel zu dienen.
Der Vogelmann ist ganz sicher nichts für sanfte Gemüter. Manchmal – besonders bei den detaillierten chirurgischen Beschreibungen – war ich versucht, ein paar Absätze zu überspringen. Aber letztendlich habe ich dann doch immer alles gelesen – die Geschichte ist einfach zu spannend, um etwas zu verpassen.
Meine Wertung: vier Kochmützen 
Bücher | Freitag, 29. August 2003
So ganz kann ich die Begeisterung meiner Buchhändlerin, die mir dieses Buch wärmstens empfahl, nicht teilen. Sicher, »Schiffbruch mit Tiger« ist am Anfang sehr amüsant, wird im Mittelteil dann aber arg langatmig und seltsam diffus – Bilder entstanden da bei mir jedenfalls keine im Kopf. Erst zum Schluss war es dann wieder so, dass ich das Buch nicht weglegen konnte.
Wenn ich Kochmützen vergeben würde, wären es deshalb nur drei von fünf. Aber es hält mich ja niemand davon ab, Kochmützen zu verteilen – et voilà: 
1
Bücher | Dienstag, 22. Juli 2003
...Aragorn Son of Arathorn:
Day 33:
Orcs killed: Countless thousands. V. good.
Boromir killed by Orcs. Bummer. Though he died bravely in my arms, am now quite sure that he was very definitely gay.
Not so sure about Gimli either.
RIP Boromir.
Still not King, but at least Boromir seemed to think I was. Might however have been blood loss.
Bücher | Montag, 14. Juli 2003
Nachdem der 5. Harry Potter Band in Deutschland direkt nach Erscheinen Platz 1 der Bestsellerlisten behauptete:
[…] Nina Hugendubel. Noch nie habe sie einen derartigen Ansturm auf ein Buch erlebt – auch für keinen deutschen Titel.
schickt sich auch Frankreich an, alle Rekorde zu brechen:
Mit dem neuen Harry-Potter-Band führt in dieser Woche erstmals ein englischsprachiges Buch die französische Bestsellerliste an.
Nun wollen (oder können), obwohl allein in Deutschland bis jetzt 500.000 (!) Exemplare verkauft wurden, ja nicht alle Potter Fans das neue Buch im Original lesen. Und deshalb gibt es seit einiger Zeit die Harry-auf-Deutsch-Community, die
“Harry Potter and the Order of the Phoenix” miteinander übersetzen (will), weil Englisch eigentlich so schwer gar nicht ist.
Wired schreibt dazu einen ganzen Artikel, u.a.:
Harry Potter mania may mutate into new forms””at least if the German response is any guide.
Mittlerweile dürfen die deutschen Übersetzungen (Gottseidank?) nach einer Intervention Carlsens nur noch Mitgliedern dieser Community zugänglich gemacht werden.
Nichtsdestoweniger ist das natürlich ein weiterer Beweis für Die Kraft des Internets.
Bücher | Montag, 14. Juli 2003
Manchmal glaube ich, dass einige Autoren mit den Jahren immer schlechter werden; besser gesagt, dass Inhalt und vor allem Stil zunehmend unter dem selbst auferlegten Zwang leiden, mit jedem neuen Roman einzigartige Originalität beweisen zu müssen.
Ich verstehe die Motivation durchaus, aber ehrlich gesagt würde ich viel lieber ein zweites Rückgrat oder ein drittes Blau wie die Hölle statt eines einzigen Schwarze Tage, weiße Nächte lesen.
Vielleicht tue ich Philippe Djian ja Unrecht, möglicherweise lag es einfach nur am neuen Übersetzer, dass mich dieser Roman auf dem Hocker ließ. Auffallend ist nämlich, dass meine Djian Favoriten allesamt von Michael Mosblech übersetzt wurden. Bei ihm war noch jeder Satz stilistisch ein Genuss, während ich mich durch Schwarze Tage, weiße Nächte buchstäblich quälen musste.
Bleibt zu hoffen, dass sich entweder Djian beim nächsten Roman mal wieder an alte Qualitäten erinnert – oder sich Diogenes wie früher der Übersetzerdienste Michael Mosblechs bedient. Oder gleich beides.
Nachtrag: Wie ich gerade in einem Interview las, stehen die Chancen schlecht, dass Mosblech bei Diogenes noch mal ran darf:
IAR: Gibt es eine Möglichkeit, Diogenes das nahe zu bringen?
M: Kaum. Ich denke, es soll eben nicht mehr sein.
Bedauerlich.