Schwarze Tage, weiße Nächte
Manchmal glaube ich, dass einige Autoren mit den Jahren immer schlechter werden; besser gesagt, dass Inhalt und vor allem Stil zunehmend unter dem selbst auferlegten Zwang leiden, mit jedem neuen Roman einzigartige Originalität beweisen zu müssen.
Ich verstehe die Motivation durchaus, aber ehrlich gesagt würde ich viel lieber ein zweites Rückgrat oder ein drittes Blau wie die Hölle statt eines einzigen Schwarze Tage, weiße Nächte lesen.
Vielleicht tue ich Philippe Djian ja Unrecht, möglicherweise lag es einfach nur am neuen Übersetzer, dass mich dieser Roman auf dem Hocker ließ. Auffallend ist nämlich, dass meine Djian Favoriten allesamt von Michael Mosblech übersetzt wurden. Bei ihm war noch jeder Satz stilistisch ein Genuss, während ich mich durch Schwarze Tage, weiße Nächte buchstäblich quälen musste.
Bleibt zu hoffen, dass sich entweder Djian beim nächsten Roman mal wieder an alte Qualitäten erinnert – oder sich Diogenes wie früher der Übersetzerdienste Michael Mosblechs bedient. Oder gleich beides.
Nachtrag: Wie ich gerade in einem Interview las, stehen die Chancen schlecht, dass Mosblech bei Diogenes noch mal ran darf:
IAR: Gibt es eine Möglichkeit, Diogenes das nahe zu bringen?
M: Kaum. Ich denke, es soll eben nicht mehr sein.
Bedauerlich.
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