Filme | Montag, 26. Januar 2004
Es gibt nicht viele Filme, bei denen ich eingeschlafen bin oder die ich – etwa wegen akuter Langeweile – vorzeitig verlassen habe: „Piraten“ von Polanski, „Gostbusters II“ und „Mary Shelley’s Frankenstein“ fallen mir da auf die Schnelle ein.
Bei „Lost in Translation“ habe ich es trotz der ziemlich früh einsetzenden Fluchtreflexe bis zum Schluss ausgehalten. Und meine in den ersten zehn Minuten des Films entstandenen Erwartungen sind bis zum Schluss auch nicht mehr enttäuscht worden: der Film ist an Langweiligkeit und schlechtem Schauspiel (90 Minuten gequälter Dackelblick von Bill Murray) schwer zu überbieten; von Komödie keine Spur, sofern man nicht schlichte Darstellungen der Verhaltensweisen von Menschen eines anderen Kulturkreises schon per se witzig findet, das Drehbuch ist eine Farce, von Rhythmus und Tempo ebenfalls keine Spur, geschweige denn von Herz oder Seele.
Deswegen wundern mich einerseits die drei Golden Globes von gestern, anderseits ärgern mich auch diese Aussagen, dass Sofia Coppola hiermit nun endgültig aus den Fußstapfen ihres Vaters herausgetreten sei. (Okay, auch der hat sich ja z. B. „Frankenstein“ geleistet – und wenn man’s von dieser Seite betrachtet und „Godfather“ oder „Apocalypse Now“ mal kurz völlig außer acht lässt…)
Oder gibt es irgendwelche geheimen, mir bis jetzt unbekannten Absprachen, dass man alle schlechten Filme erst mal in den Himmel lobt, um sie dann hinterher den freien Fall bzw. den Aufprall umso härter spüren zu lassen?
Dann würde es mir ehrlich leid tun, jetzt schon alles verraten zu haben.
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Filme | Montag, 12. Januar 2004
Irgendwann vor 15 Jahren stand ich mit meinem Kumpel in einer Videothek mal wieder vor der Frage, welche Filme wir uns für das kommende Strohwitwer-Wochenende ausleihen, als unser Blick auf eine Kassette mit dem Titel „Die Russen kommen“ fiel. Quer darüber hatte der Videothekar, offensichtlich damit der Film nun endlich mal ausgeliehen wird, einen Tesakrepp-Streifen geklebt, auf dem handschriftlich und in Großbuchstaben vermerkt war: „LUSTIG!!“
Wir haben den Film nie gesehen, aber seitdem fällt in nahezu 100% aller Fälle, in denen jemand das Wort „lustig“ benutzt, dazu auch der Satz „Die Russen kommen“.
Das alles hat natürlich überhaupt nichts mit dem zu tun, was ich eigentlich schreiben wollte, egal. Jedenfalls habe ich bei Thomas (Netmeier) einen Link zu einem Film gefunden: Skid Marks.
Lustig!!
Filme | Sonntag, 4. Januar 2004
Wer wissen will, wo eigentlich Saruman in „Die Rückkehr des Königs“ geblieben ist, findet bei CNN die Erklärung. Peter Jackson zum Saruman-Subplot, der ursprünglich schon am Ende von „Die zwei Türme“ erscheinen sollte:
„It seemed like an anticlimax,“ Jackson said. After that film’s elaborate battle sequence in the mountain stronghold of Helm’s Deep, the director said he felt audiences would want „to finish that film off as quickly as we could.“
Auch am Anfang der „Rückkehr“-Kinofassung funktionierte die siebenminütige Sequenz laut Jackson nicht – allerdings wird sie definitiv Bestandteil der Extended DVD-Fassung sein.
Filme | Freitag, 2. Januar 2004
Zusammengesammelt aus dem gleichnamigen Thread bei IMDb:
- During the opening credits, stand up and sing „Frodo of the Nine Fingers“.
- Enter ten minutes late and loudly ask the person next to you „Has the big spider killed Frodo yet?“
- Shout, „Don’t go in there!“ or „Look out for the spider!“ when the hobbits follow Gollum into the tunnels above Minas Mor.
- Loudly ask where they found a guy that thin to play Gollum.
- Play a drinking game where you have to take a sip every time someone says: „The Ring“.
- When Elrond comes on screen, yell, „Holy s***! It’s Agent Smith!“
- When Denethor lights the fire, shout „Barbecue!“
- In TTT when the Ents decide to march to war, stand up and shout „RUN FOREST RUN“.
- Whenever the Nazgul are on screen loudly hum the Imperial March.
- During the battle of Helm’s Deep, when Theoden is standing watching and says: „Is this it? Is this all you can conjure, Saruman?“ and then the wall explodes, yell at the screen and to Theoden: „Couldn’t keep your mouth shut, could you?“
- In the big battle scenes run up to the screen pointing and yelling to everyone that guy way back in the distance is actually a relative of yours who was on holiday in New Zealand when the filming took place.
- When they go in the paths of the dead wait till a tense moment and shout „I see dead people!“
- Say that your ring makes you invisible too – but only when nobody’s looking.
- Make Light-Sabre noises during any sword fights.
- Ask when the novelization comes out.
- After two hours of the film suddenly turn to the stranger next to you and tell him that this sort of reminds you of a book you read in high school but can’t remember the name of.
- As ROTK credits roll, say loudly „I can’t wait for the next one!“
Filme | Mittwoch, 17. Dezember 2003
Eines nachts wurde mein Vater aus unerfindlichen Gründen wach und sah das Licht unter meiner Zimmertür hervortreten: „Junge, du musst jetzt mal langsam schlafen – morgen früh hast du Schule…“. Es war vier Uhr mitten in der Nacht, und das Buch, das ich las, hieß „Herr der Ringe“.
Damals war ich 14. Aber der gleichen Faszination, der ich damals erlag, kann ich auch heute noch nicht widerstehen. Jemand muss nur „Frodo“ oder „Gandalf“, „Legolas“ oder „Gimli“ sagen, damit ich die grünen Wiesen des Auenlandes riechen oder vor den dunklen Höhlen Morias erschrecken kann.
Nie, so sagten wir damals voller Überzeugung, könne man diese Geschichte adäquat verfilmen – noch nicht einmal annähernd. Bis, Äonen von Computergenerationen später, Peter Jackson kam.
„Die Gefährten“ und „Die zwei Türme“ waren ja schon wunderbare Filme, auch und besonders in den DVD Extended Versions. Aber was ich heute gesehen habe, waren ganz sicher drei Stunden der perfektesten Unterhaltung, die ich seit langem im Kino erlebt habe: „Die Rückkehr des Königs“ ist der absolute Höhepunkt der drei Filme.
Und offenbar genauso wie der Rest des Publikums war ich zum Schluss ein wenig traurig, dass es nun endgültig vorbei ist – jedenfalls habe ich es selten erlebt, dass 99% der Leute sich den kompletten Abspann anschauen.
Aber vielleicht stimmt ja das Gerücht, auch Jackson komme von der Geschichte nicht los und plane deshalb für irgendwann die Umsetzung von „Der kleine Hobbitt“. Schön wär’s ja…
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Filme | Samstag, 29. November 2003
Es gibt so November-Samstag-Nachmittage, an denen man selbst Filme mit tausendmal gesehenem Plot, mit dem einen Held, der alles im Griff hat, nur seine Familie nicht, mit kleinen Nebensträngen, die uns sagen, dass der Mensch im Grunde gut ist, mit einem jederzeit vorhersagbaren Happy-End – Filme eben, die man nach fünf Minuten schon wieder vergessen hat, einfach gut findet und sich nicht losreißen kann.
Heute war so ein Tag. Um was ging’s in „Volcano“ noch mal?
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