Küche | Samstag, 17. April 2010
Friedrich der Große soll seinem Potsdamer Küchenchef gesagt haben: „Lass er die Dragoner reiten und grüne Heringe holen. Ich will sie täglich auf meiner Tafel sehen.“ Grüne Heringe haben zur Zeit Saison, aber so beliebt wie damals sind sie hier heutzutage nicht mehr. Dabei sind sie superlecker, gesund (Omega-3-Fettsäuren) und extrem günstig – die vier auf dem Foto haben auf dem Wochenmarkt 3,60 Euro gekostet.

Zubereitung
Die Heringe (zwei Stück pro Person) waschen, außen und innen salzen und pfeffern. Etwas marinieren lassen.
Die Heringe mehlieren und bei mäßiger Hitze in Butter goldbraun ausbraten. Wer es deftiger mag, kann auch Speck auslassen und die Heringe darin braten.
Dazu passt eine Salsa verde (glatte Petersilie, eine Knoblauchzehe, etwas Zitronensaft und wenig Olivenöl mit dem Küchenstab mixen, salzen und pfeffern), Ciabatta und ein Exportbier.
Nachtrag:
Hering gehört übrigens laut Greenpeace-Fischführer zu den Arten, die nicht überfischt sind. Er kann deshalb – zumindest unter ökologischen Gesichtspunkten – bedenkenlos gegessen werden.
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Küche | Donnerstag, 8. April 2010

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Küche | Mittwoch, 31. März 2010
Hat man eine Siebträgermaschine, braucht man einen Abklopfkasten, in den man die Kaffeesatzpucks entsorgen kann. Könnte man man natürlich kaufen, aber erstens sind die meisten potthässlich und zweitens viel zu teuer.
Mit einem Minimum an handwerklichem Geschick kann man sich aber auch einen selbst basteln:

Dazu benötigt man
- einen Übertopf Bjurön von Ikea (4,99 €, hat praktischerweise einen herausnehmbaren verzinkten Bodeneinsatz, der das Holz vor Feuchtigkeit schützt)
- einen Buchenrundstab, 1 m lang (gibt es leider nicht kürzer), Durchmesser 20 mm (2,49 €)
- 15 cm transparenten Teichschlauch, Innendurchmesser 19 mm (0,50 €).
Mit einem 20-mm-Forstnerbohrer bohrt man mit 10 mm Abstand von der oberen Kante an zwei gegenüberliegenden Seiten des Kastens Löcher für das Rundholz. (Hat man keinen Forstnerbohrer zur Hand, kann man mit Stich- oder Laubsäge auch zwei Us sägen, in die das Rundholz passt.)
Den Rundstab mit Speiseöl einpinseln und den Schlauch mit einem Fön erhitzen, so bekommt man ihn leichter über den Stab geschoben.
Den Stab auf einer Seite des Kastens einfädeln, den Schlauch aufstecken und mit etwas Kraft so lange schieben, bis der Stab auf der gegenüberliegenden Seite durch das Loch gesteckt werden kann. Das überstehende Ende mit einer Feinsäge bündig absägen – fertig!
Tipp: Das Innenmaß des Kastens ist zwar nur 14 cm, dennoch sollte der Schlauch 15 cm lang sein, da er sich durch das Aufschieben verkürzt, wie man auf dem Foto sehen kann.
Mehr zum Thema „Der perfekte Espresso“
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Küche | Dienstag, 23. Februar 2010
Das schöne an meinen Lieblingsgerichten ist, dass ich so viele davon habe. Pasta zum Beispiel gehört in fast allen Variationen dazu. Selbst wenn der Kühlschrank leergefegt ist – Spaghetti, Knoblauch, Olivenöl und Peperoni gehen nie aus, zu leckeren Aglio e Olio reicht es also immer.
Hier das Rezept für Spaghetti alla calabrese, meine momentane Lieblingspasta:

Zutaten für 2-3 Personen
250 g Spaghetti
2 Knoblauchzehen
1/2 Zwiebel
2 EL Schweineschmalz
3 getrocknete Chilis
40 g luftgetrockneter Schinken
1 kl. Dose gehackte Tomaten
1 Bund glatte Petersilie
Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker
Olivenöl
frisch geriebener Parmesan
Zubereitung
Knoblauch und Zwiebel in feine Würfel schneiden und mit den zerbröselten Chilis zusammen in 1 EL Schmalz bei 2/3-Hitze leicht anrösten. Zwischendurch umrühren.
Nach 5 Minuten den kleingeschnitten Schinken unterrühren. Nach weiteren 2 Minuten mit den Tomaten auffüllen, die Hälfte der gehackten Petersilie dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken. Auf kleiner Stufe köcheln lassen.
Das Wasser für die Spaghetti aufsetzen. Wenn es kocht, ausreichend salzen (1 TL pro Liter) und die Spaghetti in 8-10 Minuten bissfest garen.
Die Spaghetti abgießen, 1 EL Schmalz und die restliche Petersilie unterheben. Anschließend zur Tomatensauce in den Topf geben und vorsichtig vermengen. Auf Tellern anrichten, einen kleinen Schuss bestes Olivenöl darüber geben und mit frisch geriebenen Parmesan bestreuen.
Che bella Calabria!
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Küche | Montag, 1. Februar 2010
Avocados sind gesund: Sie enthalten nicht nur besonders viel Vitamin E (wirkt oxidationshemmend, schützt vor Arteriosklerose), sondern auch hohe Anteile an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren (günstig für den Cholesterinspiegel und das Herz-Kreislauf-System). Und sie sind extrem lecker.
Zur Zeit gibt es hier gerade Hass-Avocados mit der braun-violetten Schale, die noch besser schmecken als die sonst meist erhältlichen grünen Fuerte-Avocados. Man muss aber nicht immer eine Guacamole zubereiten – versuchen Sie doch mal folgendes: Die Avocado halbieren, den Kern entnehmen (geht ganz einfach), vorsichtig, ohne die Schale zu verletzen, kreuzweise mit der Messerspitze einschneiden (dann lässt sie sich besser löffeln), etwas besten Aceto Balsamico hineinfüllen (nein, nicht den für 99 Cent aus dem Supermarkt), salzen und pfeffern und die Avocado mit einem Löffel direkt aus der Schale essen:
Vorher:

Nachher:

Nachtrag
Roman hat vor fünf Jahren in den Kommentaren zu „Wunderbare Guacamole“ etwas ganz ähnliches vorgeschlagen, wie ich gerade zufällig noch mal las. Aber doppelt hält besser …
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Küche | Montag, 4. Januar 2010
Ich besuche 15 oder 20 Koch- bzw. Foodblogs mehr oder weniger regelmäßig. Allerdings eher zu Unterhaltungszwecken, nachgekocht habe ich daraus bisher noch nie etwas. Meistens sind mir die Rezepte zu unpraktisch (lassen Sie die marinierte und vakuumierte Lammkeule drei Tage im Kühlschrank ruhen) oder zu lieblos (geben Sie ein bisschen Maggi zum Tiefkühlgemüse). Darüber hinaus befremdet es mich, wenn auf der einen Seite über den passenden Wein zu einer pochierten Perlhuhnbrust mit Estragonschaum sinniert wird, auf der nächsten (im gleichen Blog, wohlgemerkt) freimütig der regelmäßige Konsum von Tütensuppen offenbart wird – so etwas kann ich dann nicht mehr ernst nehmen.
„The Pioneer Woman Cooks“ ist da ein wenig anders: Superleckere und unkomplizierte Rezepte, jahreszeitgemäß, unprätentiös, mit frischen Zutaten, die überall erhältlich sind, von jedermann/frau nachkochbar, das ganze liebevoll dokumentiert und aufwändig fotografiert (zu den Phylloteig-Pilz-Päckchen gibt es sage und schreibe 36 Zubereitungsfotos, zu den raffinierten Macaroni sogar 41).
Für mich das mit großem Abstand beste Kochblog der Welt. Und das erste, aus dem ich morgen etwas nachkochen werde.

Update
Die Blumenkohlsuppe war extrem lecker. Bei Schnee und deutlichen Minusgraden gibt es nichts besseres als eine heiße Suppe, die – man verzeihe mir die leicht abgegriffene Redensart, aber zu diesem Gericht passt sie perfekt – Körper und Seele wärmt.

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