Ich habe mich ja schon im Eintrag Web-Typographie über diverse Fehler im Umgang mit Schrift – u.a. die Verwendung von Blocksatz – beim Website Design ausgelassen.
Die W3C Candidate Recommendation für CSS 3 lässt für die Zukunft allerdings noch schlimmeres vermuten: die text-justify Eigenschaft wird eingeführt, u.a. mit den Werten newspaper und distribute. Musste sich der geneigte Typograph bisher nur über Website-Blocksatz ärgern, der durch variable Wortabstände erzeugt wurde (was in Europa immerhin noch typographisch korrekt ist), ermöglicht der CSS 3 Blocksatz mit obigen Werten auch die Veränderung der Buchstabenabstände, um Text auszugleichen.
Ich kann mich gut an die Zeit erinnern, als QuarkXPress auch in der deutschen Version mit der US Standard-Einstellung bei »Silbentrennung & Blocksatz« ausgeliefert wurde, die beim Blocksatz auch die Zeichenabstände veränderte. Damals konnte man in den diversen Zeitschriften und Magazinen, die mit XPress produziert wurden, auf den ersten Blick erkennen, ob der Satz von einem Laien, der die Default Einstellung unverändert übernommen hatte, gemacht war, oder aber von einem Fachmann, der die Buchstabenabstände schnellstens auf 0 gesetzt hatte.
Jede Wette: Wenn die ersten Browser CSS 3 unterstützen, wird man auf jeder zweiten Website, die Blocksatz einsetzt, text-justify: newspaper sehen müssen.
Obwohl die W3C Recommendation lautet: » XHTML document authors are strongly encouraged to use XML declarations in all their documents« sollte man sich nicht daran halten, wenn man mit seinen XHTML Dokumenten auch IE 6 kompatibel sein möchte.
Die meisten Browser können Seiten nämlich in zwei verschiedenen Modi darstellen: im »Quirk Mode« und im »Standards Compliance Mode«. Der letztere stellt, wie der Name schon vermuten lässt, die Seiten so dar, wie es den W3C Standards entspricht.
In den »Quirk Mode« hingegen schaltet ein Browser, wenn z.B. die Doctype Declaration im HTML Dokument fehlt oder fehlerhaft ist. Der Browser verhält sich dann wie ein alter »quirky« Browser, der von Standards noch nichts gehört hat.
Und nun gibt es leider diesen Bug in IE 6, der den »Quirk Mode« zur Seitendarstellung auch dann einsetzt, wenn vor der Doctype Declaration noch etwas steht – wie z.B. eben die XML Declaration. Da diese aber nicht zwingend vorgeschrieben ist, empfiehlt es sich, sie einfach wegzulassen.
Hier und da und dort, aber auch hier und hier, zwischendurch auch mal da oder dort, da, da und da, here, there and everywhere – aber häufig auch hier oder hier hält man sich auf, wenn man eine Website von Tabellenlayout auf XHTML und CSS umschreibt. Weil ja Microsoft nichts von Standards hält und sie dementsprechend auch seit mehreren Jahren nicht in seinen unsäglichen Internet Explorer implementiert.
Eigentlich sollten CSS einem das Leben ja leichter machen…
Diese Diskussion gab es Ende der 80er Jahre schon einmal: Wozu brauchen wir ausgebildete Designer, wenn doch deren Werkzeuge wie Computer und Drucker mittlerweile erschwinglich geworden sind und von jedem bedient werden können? Das Ergebnis hat man dann gesehen, als sich jeder 80×86 Besitzer, ausgestattet mit einer Coreldraw Raubkopie, fröhlich und selbstbewusst »Designer« genannt hat, à la »so’n bisschen Text und ‘n paar Bildchen auf dem Bildschirm hin- und herschieben kann ja nicht so schwer sein«. Die Qualität vieler Drucksachen dieser »Designer« war leider dermaßen im Keller, dass man sich mit Grausen abwenden und an jeglicher ästhetischen Kompetenz der Auftraggeber, die das zumeist auch noch ohne zu Murren bezahlt haben, zweifeln musste.
An diese Zeiten haben mich die folgenden Zitate erinnert – pbergner schreibt im Artikel Frame-Feeds u.a.:
IMHO wird hier wieder einmal ein grundsätzliches Problem in der Denkweise vieler Designern deutlich. Bei ihnen kommt naturgemäß(?) Design VOR Content, Usability, Webstandards etc. pp. Was zur Folge hat, dass sich alles – von zu kleinen, nicht skalierbaren Schriften bis zu exzessiven Frame-Orgien – dem Design-Korsett zu unterwerfen hat, komme was da wolle.
Und Marcus Völkel, vom dem auch das Zitat im Titel stammt, schreibt im Artikel Corporate Websites zum Thema Websites und Agenturen:
In der Konzeption, im Design, im Text und vor allem in der Frage, was Besucher wirklich wollen, sollte man sie tunlichst außen vor lassen – und wenn das nicht klappt: einfach ignorieren.
Da frage ich mich, wer denn dann die Gestaltung von Websites eigentlich übernehmen soll – Usability Experten etwa? Webdesigner, die ganz toll mit GoLive und Photoshop umgehen können? Oder hobbydesignende Programmierer? Damit dann genau solche Websites entstehen, wie sie pbergner im obigen Zitat beschreibt?
Nein. Die Herstellung von Websites ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Und niemand anderes als ein gut ausgebildeter Designer kann in diesem Zusammenspiel die Aufgabe von Konzeption, Gestaltung und Layout übernehmen.
Was ich in diesem Zusammenhang übrigens immer nicht verstehe: Beherrsche ich keine Programmiersprache, ist die Sache klar – ich kann dann als Nicht-Programmierer eben keine Programmieraufgaben übernehmen. Handelt es sich aber um Design, meint jeder Nicht-Designer ganz selbstverständlich, das könne er so nebenbei miterledigen.
Um es noch einmal klar zu stellen: Grafik Design ist mehr, als Texte und Bilder auf dem Monitor hin und her zu schieben. Es ist – neben einer Menge Erfahrung – das Wissen um Konzeption, Projektplanung, Lesegewohnheiten, Farbwirkungen, Kommunikationstheorien, Mikro- und Makrotypographie, Wahrnehmungspsychologie, Kreativitätstechniken, Dramaturgie, Problemanalyse, Meinungsbildung usw. usf.
Und, was viele offensichtlich immer noch nicht wissen: Grafik Design ist nicht nur Aussehen und damit vordergründige Wirkung, sondern es ist gleichermaßen auch Bedien- und Benutzbarkeit, mithin also nachhaltiger Nutzen.
Der sich, und da gebe ich pbergner Recht, garantiert nicht einstellt, wenn jemand 5 Pixel hohe Schriften als GIF Grafiken auf einer Frame-basierten Website einsetzt.
Aber dieser jemand ist dann mit Sicherheit auch kein Designer.
Siehe auch: Gestaltung zählt.
5
Bei der lokalen Entwicklung von PHP Scripts mit Apache unter Mac OS X hatte die PHP Funktion setlocale() (hier gibt’s das Manual) wegen der nicht installierten locales bei der Anzeige im Browser keine Wirkung.
Der Umstand hat ein Ende – bei Sébastien Gallerand kann man ein Locale Package herunterladen.
Diese Domain wird ab heute bei Domain Factory gehostet. Im Laufe des Tages werden nach und nach die Nameserver upgedatet.
Da ich erst, wenn auch mein zuständiger Nameserver auf dem neuesten Stand sind, diese Site hochladen kann, ich aber nicht alle 5 Minuten nachschauen kann und möchte, ob es schon soweit ist, wird diese Website u.U. einige Zeit nicht erreichbar sein.
Ich möchte mich übrigens ausdrücklich bei huynh.de, angeblich dem Mac-Hoster, bedanken, denen ein Hosting-Angebot für 20 Domains offenbar zu viel Arbeit war (wenn man sich schon bei der Akquise nicht bemüht, wie soll das dann erst beim Support aussehen?) – und die mich dadurch erst dazu gebracht haben, mich doch noch mal nach einem anderen Provider umzuschauen.