Liebes Tagebuch (41)
In letzter Zeit häufiger was von After-Show-Parties gelesen. Ist sowas denn überhaupt erlaubt? Und wer geht da hin?
Auf einem Meeting kürzlich einen Privatdozenten kennen gelernt. Anschließend kurz überlegt, meine Berufsbezeichnung zwecks Einkommensoptimierung in Privatdesigner zu ändern. Aus praktischen Überlegungen (neue Geschäftsausstattung) verworfen.
Wie Sie einem Kater vorbeugen. Punkt 1: Vermeiden Sie Alkohol.
Ich glaube, ich habe noch nie etwas unsäglicheres und scheinheiligeres im öffentlich rechtlichen Fernsehen gesehen als diese Kerner-Sendung mit Eva Herman, in der sie nach 50 Minuten gebeten wurde, die Aufzeichnung zu verlassen, weil die topinformierte Senta Berger meinte, sie selbst müsse nun gehen (aber sitzen blieb), es sei alles nicht zu ertragen, sie habe auch die Bücher Hermans nicht gelesen; in der ein Geschichtsprofessor als Experte eingeladen war, der interessanterweise die Verbrechen der Stalin-Diktatur verharmlost und der Herman auch schon mal verschwörungspathologisch nannte; in der Herman nur „Autobahn“ sagen musste, damit Topmoderatorin Schreinemakers sich mal so richtig empören konnte: „Autobahn, also, das geht nun wirklich nicht“, ohne überhaupt auch nur zugehört zu haben; in der der Moderator mehr oder weniger unverblümt durchblicken ließ, wenn sich Herman doch nur ein wenig distanzierte, ließe man sie wieder mitspielen etc. pp.
Ich hege ich keinerlei Sympathien für Eva Hermans verquaste Forderungen, die Frau gehöre an den Herd bzw. nach Hause zum Kind. Ich finde finde es allerdings äußerst beunruhigend, dass solch gleichermaßen selbstgerechte wie geballte Intelligenz B-Prominenz so etwas ähnliches wie eine Hexenjagd veranstalten darf. In einer Fernsehsendung. Auf eine Frau, die sich gefühlte 35 Mal ziemlich glaubhaft von den Gräueltaten der Nazis distanziert hat.
Ähnliche Beiträge:
Carol Welsman Mutige Bierwerbung
Kommentare:
Bei den Kommentaren handelt es sich um fremde Inhalte, die sich „esse est percipi“ nicht zueigen macht. Verantwortlich für den Inhalt eines Kommentars ist der jeweilige Verfasser.
Kerner hat schlichtweg (mal wieder) versucht, sich (diesmal) auf Eva Hermans Kosten zu profilieren.
In seiner Kochsendung Freitags wäre es ihm vermutlich am liebsten, er hätte keine Köche im Studio, damit ihm niemand die Show stielt.
Bravo, Herr Preidel! Sowas zu bloggen, könnte man aus einer gewissen Defensive gar als mutig bezeichnen, weil es nachher noch heißt, Sie seien ein fürwasauchimmerpfuibah Sympathisant. Habe die Sendung aber selbstverständlich genau so wahrgenommen wie Sie. Frau Hermans wirre Theorien interessieren mich eigentlich nicht die Bohne, und ihnen zustimmen tue ich natürlich erst recht nicht – aber das Philistertum von Kerner, Berger und Margarethe „Belgienwohnsitz“ Schreinemakers war das Unerträglichste der letzten Fernsehmonate. Natürlich war ich trotzdem froh, live dabei gewesen zu sein ;-)
Ich muss ja gestehen das ich mich nicht getraut habe über solch ein heikles Thema wie die Diskussion zwischen Eva Herman und MDR / Presse in meinem Blog zu berichten. Umso mehr Respekt zolle ich deinem Mut zum Bericht und muss dir absolut Recht geben. Was da mit Frau Herman abgezogen wurde ist wahrlich ein Armutszeugnis für Deutschlands Medienlandschaft.
Das Problem an der ganzen Thematik rund um das dritte Reich ist jedoch ein ganz anderes und viel tiefgehender: Siehe auch den Fall Friedmann / Möllemann. Kritik an einem Volk das in der Vergangenheit und durch eine Generationen, mit der ich und viele andere junge Menschen hier in Deutschland nichts zu tun haben, ist im „Täterland“ nunmal nicht gern gesehen.
Darüber hinaus scheint man Frau Herman einfach nicht verstehen zu wollen. Da werden Zitate von rechten Personengruppen eingebracht die nichts mit Frau Herman zu tun haben und dann als Beweis für Ihre Aussagen glorifiziert. Auch die Gleichsetzung von KKK (Kinder, Küche, Kirche) mit Frau Hermans Aussagen über die Wertschätzung der Mütter innerhalb der Gesellschaft ist völlig daneben.
Getopt wird das Ganze nur noch mit einer beispiellosen Dreistigkeit bei Fragen wie etwa. „Wo siehst Du [Eva Herman] dich denn jetzt als Opfer?“ (gestellt von Margarethe Schreinemakers).
Wer sich den Beitrag noch einmal angucken möchte kann dies übrigens über die ZDF Mediathek tun. Gut um sich eine eigene Meinung zu bilden.
Also, die Friedmann-Möllemann-Nummer kann man ja nun absolut kein bisschen mit Frau Herman oder der Kerner-Show vergleichen! Möllemmann hatte ganz bewusst mit einem latent vorhandenem Antisemitismus gespielt, auf eine in jeder Hinsicht inakzeptable Art und Weise. Wenn das jetzt hier über einen Kamm geschert wird, schlagen wir eine ganz ganz heikle Richtung ein.
Und genau das meinte ich: Sobald sich über solch ein Thema geäußert wird ist das Geschrei groß.
Unabhängig von Möllemanns Antisemitischen Äußerungen möchte ich mal darauf eingehen was er sonst noch dargestellt hat: Nämlich den Fakt das die Politik eines Ariel Sharons gegen die Palästinenser nicht in Ordnung war.
Es ist denn nicht möglich sich differenziert über ein solches Thema zu unterhalten?
Nee, nee, nee, das lass ich mir hier nicht vorwerfen, dass ich ein Geschrei anfange, weil ich eine dedizierte Auffassung dazu habe, wie sich der gute Herr Möllemann zu „solch einem Thema“ geäußert hat. Außerdem ist das total offtopic.
Das mit dem „Geschrei“ war sinnbildlich gemeint Sven. Als Off-Topic würde ich das nicht bezeichnen, schließlich geht es – wie zuvor schon angesprochen – darum sich in Deutschland nicht darüber unterhalten zu können ohne das jemand die Initiative ergreift und man als Antisemit angeprangert wird. So auch bei Eva Herman geschehen.
Wie auch immer, auf einen Konsens werden wir eh nicht kommen, nicht über die Kommentarfunktion und auch nicht in Deutschland. So interessant die Thematik (warum man sich nicht differenziert damit auseinandersetzen kann) auch ist.
In einer Art gleichen sich Möllemann und Herman: beide neig(t)en dazu, sich zu verrennen. Eva Herman hätte ein leichtes daran tun können, ihre Äußerung auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, indem sie zumindest eingeräumt hätte, dass sie etwas unglücklich formuliert war. Was danach passierte, war unsäglich, darin sind wir uns offensichtlich einig.
Möllemanns anfängliche Scharon-Kritik, die in der Sache sicher ihre Berechtigung hatte, nahm hingegen im Laufe der Zeit immer bizarrere Formen an und endete in der grässlichen Friedman-Scharon-Broschüre. Im höchsten Maße antisemitisch, oder wenigstens auf den Antisemitismus der potenziellen Wählerschaft bauend. Und für mich somit völlig inakzeptabel und keine Grundlage für eine Diskussion über Tabus in Deutschland.
Aber du hast recht, wir werden hierbei wohl keinen Konsens erzielen. Ich möchte zu Möllemann jedenfalls noch die Dokumentation Der Tag als Jürgen W. Möllemann in den Tod sprang wärmstens empfehlen – gesamte Sendung auf Youtube (nach dem Klick).
Hallo? Diese Frau ist 1958 geboren. Sie hat also die Nazi-Zeit nicht erlebt. Dennoch glaubt sie, bestimmte Tugenden dieser Zeit ordnen zu können und verschwendet dabei keinen Gedanken, dass diese Tugenden auch vielleicht vor den Nazis bestanden. Eva Herman ist für mich eindeutig eine verkappte XXXX! [Beleidigung gelöscht. Michael Preidel]
Wie wusste schon Newton: Actio gleich Reaction. Oder wie man in den Wald hinein ruft … Frau Herman ist in dieser Diskussion nicht einfach das unschuldige Hascherl, dass es mutig wagt, an deutsche Diskussionstabus zu rühren. Das war in meinen Augen reines Kalkül, denn die zu erwartenden Reaktionen ihrer Äußerungen mussten ihr doch klar gewesen sein, so dass die ganze Aktion als geschmackloser Versuch gelten muss, sich und das neue Buch ins Gerede zu bringen. Frei nach der Formel „Nazi=Quote“. Dass sich in unserem Medienzirkus sofort Typen finden, die mit Dreck zurückwerfen darf ebenfalls nicht verwundern. Und zu Kerner: Wer den guckt, der darf sich auch nicht über fehlendes Niveau beschweren. Frei nach Peter Lustig empfehle ich: Öfter mal abschalten!
Privatdozenten sind die armen Kerle, die fertig habilitiert gegen geringen Lohn Vorlesungen halten dürfen und jahrelang auf eine Professorenstelle warten. Soo attraktiv ist das nicht, dass ich mich in Privatdesigner umbenennen würde…
@blogman: Wie schon der Dialog von Senta Berger mit Eva Herman „Wie alt waren Sie denn 1968?“ „10“ „Eben!“. Wer da nicht gelebt hat, der hat also keine Ahnung zu haben. Was reden wir also darüber, wir haben alle keine Ahnung! Stimmts?
So, und dann schau dir mal bitte erstmal die Sendung an bevor du äußerst, daß diese „Tugenden“ (wie du sie so schön nennst) schon vor der Nazizeit bestanden haben. Genau das hat Eva Herman nämlich gemeint und auch gesagt.
Das finde ich übrigens am kuriosesten an der ganzen Sache: keiner versucht zu verstehen, was Eva Herman wirklich gemeint hat.
@ Solotoj: Mein Reden. Alle Beteiligten haben sich größte Mühe gegeben Frau Hermann nicht verstehen zu wollen. Wenn man sich die Aufzeichnung noch mal anguckt sollte man mal auf die Zuschauerreaktionen achten. Nicht nur auf den (eingespielten) Applaus sondern auch auf die Gestik wenn z.B. Professor Wolfang Wippermann seinen Kommentar dazu abgibt.
Übrigens ist der Spiegel mit seinem neuen Portal „einestages“ auch mal wieder mit von der Partie wenn es um solche Medienpropaganda geht: Siehe hier und hier.
Genau diese Meinung schwirrt mir seit der B-Sendung im Kopf herum, nur haben mir bisher die richtigen Worte gefehlt. Danke dafür! :-)
Ja, ja, diese arme Eva Herman, in vielen Foren wird jetzt aus lauter männlichem Mitleideffekt, diese Frau hochgelobt und aschenputtelmässig umhegt und gepudert!
Doch wer ihren Vortragstext vom Kirchentag sich angehört hat, kann diese Frau nicht mehr für voll nehmen, da kann sie noch tausendmal beteuern, dass sie mit der ganzen braunen Sosse der deutschen Geschichte nichts zu tun hat!
Mit ihren 50-er Jahre Parolen, sollte sie eigentlich nur noch belächelt werden, aber eben einige Herren haben wohl Angst, man könnte ihm sein blondgefärbte Spielzeug nun doch noch streitig machen!
Also als emanzipierter Mann kann man da nur noch laut loslachen*g*
http://www.audio.osthessen-news.de/071006_FD_Katholiken_Forum_Herman_Vortrag.mp3
Ja, ja, diese arme Eva Herman, in vielen Foren wird jetzt aus lauter männlichem Mitleideffekt, diese Frau hochgelobt und aschenputtelmässig umhegt und gepudert!
Doch wer ihren Vortragstext vom Kirchentag sich angehört hat, kann diese Frau nicht mehr für voll nehmen, da kann sie noch tausendmal beteuern, dass sie mit der ganzen braunen Sosse der deutschen Geschichte nichts zu tun hat!
Mit ihren 50-er Jahre Parolen, sollte sie eigentlich nur noch belächelt werden, aber eben einige Herren haben wohl Angst, man könnte ihm sein blondgefärbte Spielzeug nun doch noch streitig machen!
Also als emanzipierter Mann kann man da nur noch laut loslachen*g*
http://www.audio.osthessen-news.de/071006_FD_Katholiken_Forum_Herman_Vortrag.mp3
Könnten Sie mir mal sagen, an genau welcher Stelle in meinem Eintrag oder in den Kommentaren Eva Herman „hochgelobt“ wird?
Als Konsens lese ich hier vor allem heraus, dass Hermans Frauenthesen als unsäglich gelten, aber man so nicht hätte umspringen dürfen in besagter Sendung.
Anders gesagt: Missfallen darüber zu äußern, wie eine Gruppe Menschen mit einem anderen Menschen umgeht, heißt nicht zwangsläufig, diesen anderen Menschen „hochzuloben“.
Kommentar schreiben:
FAQ (Häufig gestellte Fragen)
Kommentare:
- Michael Preidel zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Henning zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Michael Preidel zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Michael Preidel zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Mesrop zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Michael Preidel zu Hopper 1.0b7 (Update: 1.0b9)
Schlagwörter

