Liebes Tagebuch (61)
Auch Supermarkt-Kassiererinnen beweisen mitunter Wortwitz – gestern sprach eine von „passionierten Tomaten“.
Oliver Kahn vor einiger Zeit in der Dokumentation „Oliver Kahn und die Dinge des Lebens“ auf 3Sat (aus dem Gedächtnis):
„Ich wurde geschwächt.“
„Inwiefern geschwächt – im Selbstbewusstsein, im energetischen Potenzial oder in der Außenwirkung?“
„Beides.“
Arbeitete der ADAC im Wald, hieße es Pannenzapfen und Tannenhilfe.
Eines Abends im September 1992 kam Oliver F., den ich von Studium und Squash her kannte und der zu jener Zeit so etwas wie der Medienchef (?) der documenta IX war, hektisch in mein Büro gestürmt und erklärte, er brauche bis zum nächsten Morgen nicht nur einen Entwurf, sondern auch die Reinzeichnung und die ausbelichteten Druckvorlagen für die Eintrittskarten des im Rahmen der documenta stattfindenden Boxkampfs, genauer gesagt, der Deutschen Profiboxmeisterschaft im Schwergewicht. Unter anderem boxte dort auch Henry Maske, dessen Karriere zu dieser Zeit gerade so richtig begann.
1992: Da gab es noch kein Internet, ganz zu schweigen von lizenzfreien Bilder-CDs, und die einzige Bildagentur in Kassel hatte bereits seit drei Stunden geschlossen. Wo wir das mehr schlechte als rechte Bild (ist das nicht sogar Jan Hoet, der künstlerische Leiter der d9?) schließlich aufgetrieben haben, weiß ich nicht mehr, wohl aber, dass ich mir für diese Abendarbeit eine Freikarte aus dem Pressekontingent für die seit Wochen ausverkaufte Veranstaltung ausbedungen hatte.
Und was soll ich sagen: Heute, nach knapp 16 Jahren (Henry Maske hat mittlerweile seine Karriere schon das zweite Mal beendet), habe ich diese Eintrittskarte endlich zugeschickt bekommen – vielen Dank, Oliver!

Die Gill Sans war damals die Hausschrift der documenta IX
Doch doch, der Dank ist ernst gemeint, dass ich nicht dabei war, habe ich – dank professioneller Hilfe – längst überwunden ;-)
Und außerdem ist es eine nette Erinnerung an meine frühesten Anfangszeiten, denn selbst wenn ich diese uralten Entwürfe noch auf irgendwelchen Datenträgern hätte – lesen könnte ich Syquest- oder Sony-MO-Medien schon lange nicht mehr.
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Kommentare:
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Hee Michael,
. . wie ich mich erinnere, noch viel besser: das ist nicht Jan Hoet, sondern Joseph Beuys.
wie auch hier zu sehn
[. . war ich damals echt so deppert + hab dir echt kein Ticket zukommen lassen . . ?!]
Stimmt, das ist tatsächlich Beuys – ich hatte gestern zwar auch kurz die Vermutung, dachte aber, dass der wegen seines Schädelbasisbruchs (angeblich hatte er ja auch eine Stahlplatte im Kopf) gar nicht hätte boxen dürfen.
Und ja, du hast mir damals echt kein Ticket gegeben, weil du – wenn ich mich recht entsinne – die für irgendwelche VIPs, die möglicherweise noch in letzter Sekunde auftauchten, aufsparen wolltest (oder musstest …)
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