Liebes Tagebuch (96)
Mittwoch
Bei Ikea gewesen und nach dem Einkauf einen Hot Dog plus Getränk für einen Euro eingenommen. Dabei eine Frau beobachtet, die verstohlen einen Ikea-Pappbecher aus ihrer Handtasche hervornestelte, ihn am Selbstbedienungsautomaten mit Cola vollzapfte, austrank, und ihn anschließend sorgfältig, damit er nicht verknickt, wieder verstaute. Kurze Zeit später sah ich sie auf dem Parkplatz wieder, als sie in das Auto neben meinem einstieg. Offensichtlich hat die Finanzkrise mittlerweile auch Porsche-Fahrerinnen erreicht.
Donnerstag
Neue Redensart erfunden: Mein Ego hat eine eigene Postleitzahl. Abends Gewitter.
Freitag
Nutzloses Wissen vermehrt: Beim Arctic Circle Race verbraucht ein Teilnehmer bis zu 23.000 Kalorien pro Tag.
Samstag
Aus bestimmten Gründen gezwungen gewesen, DHL als Versandunternehmen zu nutzen. Online das Porto für ein Paket gekauft. Beim Ausdrucken des Aufklebers das erste Hindernis: „Ihr Webbrowser unterstützt leider kein Java!“ Doch, tut er, aber vernünftigerweise ist Java aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet. Anschließend beim Drucken festgestellt, dass die schwarze Tinte während des Druckvorgangs versiegte. Kein Problem, neue Tintenpatrone eingelegt und noch mal auf Drucken geklickt – doch ein Problem: „Diese Versandmarke wurde bereits gedruckt.“ Bei „Tipps zum Druck“ nachgeschaut. Unter anderem lesen müssen: „… setzen Sie einen Hacken bei Acrobat …“ (wer „Hacken“ setzt, quält auch kleine Katzen bei „eingeschaltenem“ Fernseher). Schließlich den entscheidenden Satz entdeckt: „Bitte beachten Sie, dass Sie den Portodruck nur einmal vornehmen können.“ Ich hätte es wissen müssen. Abends schon wieder Gewitter.
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Kommentare:
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Diese zynische Attitüde ist sehr unterhaltsam.
5*
Wer fährt denn bitte mit einem Porsche zu Ikea? In so einen 911 passen doch gerade mal zwei Beutel Teelichter, wenn überhaupt.
Ich nehme an, mit der Tankkarte ihres Immobilienbüro-Arbeitgebers gibt’s wirklich nur Benzin und sie hatte einfach Durst ;-)
Man kann den Portodruck auch ein zweites Mal starten. Es gibt beim Druck ein Livechat, bei dem man den Mitarbeiter bitten kann, das Porto noch einmal für den Druck freizuschalten.
Auf einem Mac habe ich zwar nichts von einem Livechat gesehen, aber immerhin hat man den Druck auch nach einer E-Mail von mir ein zweites Mal freigeschaltet.
Ich frage mich nur: Warum geht man so einen überaus komplizierten und kundenfernen Weg? Kaufe ich bei der Bahn ein Ticket für 225 Euro, bekomme ich ein PDF, das ich 398 Mal ausdrucken kann, wenn ich will. Kaufe ich bei der DHL Porto für 9 Euro, muss ich Java (nicht: Javascript) aktivieren, beim Drucken mit dem Internet verbunden sein – und dann darf ich das ganze nicht mehr als ein Mal ausdrucken.
Vielleicht bin ich zu blöd, aber ich dachte bisher, dass der erzeugte Barcode für ein online gekauftes Porto nur einmal gilt, Missbrauch durch Mehrfachausdruck also quasi systembedingt schon auf einfachste Weise entdeckt, unterbunden und zurückverfolgt werden kann.
Ich fahre zwar lediglich ein Auto einer Rüsselsheimer Pleitefirma, habe mir aber mal bei IKEA das Eishörnchen zweimal befüllt. Einfach so, weil’s ging und ich noch Lust auf die andere Sorte hatte. Aber immerhin habe die Eiswaffel nicht in meiner Herrenhandtasche mitgeführt.
Ich glaube, im Ikea-Restaurant gibt’s tatsächlich so etwas wie eine „Flatrate“, wenn man einen Pappbecher (eine Eiswaffel?) gekauft hat – wie es am Hot Dog-Stand hinter den Kassen ist, weiß ich nicht. Ich hätte zwar keine Skrupel, mir ein zweites Mal ein Eis oder ein Getränk zu holen, Waffel oder Becher allerdings hinterher einzupacken, um sie beim nächsten Besuch sozusagen als Legitimation mitführen zu können, wäre mir indes auch zu peinlich.
Das lustige bei IKEA ist vor allem, wie sie ihre Angebote schnüren: Softdrink (0,4 l): 1 €. Hotdog + Softdrink (0,4 l): 1 €. Da meine Freundin bereits einen Becher hatte und in der Tat Refill kostenlos ist, verneinte ich die Frage des Hotdog-Verkäufers, ob ich auch einen zusätzlichen Becher möchte. Er seufzte nur: „Den gibt's halt dazu.“ …
Also in meinem IKEA steht ein Schild am Eisautomaten: „Kein Nachfüllen“. Die Flatrate gilt da nur am Getränkebrunnen, mein Refill war also illegal.
ich lese deinen blog schon mehrere jahre.
war glaub ich sogar einer der ersten die ich abonniert hatte.
die rezepte fand ich immer super!
und vor allem das toolbox widget ist ein ständiger begleiter.
trotzdem!
sorry, aber du fliegst jetzt aus dem feedreader.
warum?
nein nicht die qualität des inhaltes hat abgenommen, sondern schlicht und einfach die tatsache dass du keinen fullfeed zur verfügung stellst oder stellen willst.
danke für die vielen posts und die begleitung, mir ist jedoch aufgefallen dass ich dich schon länger nicht mehr lese weil ich dich ständig im browser aufmachen müsste.
wenn ich das mit all meinen feeds machen müsste, dann könnte ich gleich den ganzen tag damit verbringen seiten aufzumachen und wieder zu schließen .
dies ist denk ich mal nicht im sinne der blogosphäre.
wenn ich was zu kommentieren habe, dann gehe ich auf die seiten.
wenn es ein neues layout gibt dann schau ichs mir natürlich auch genauer an.
alles andere ergo das konsumieren findet im feedreader statt.
aber nochmal:
danke!
Bitte, gern geschehen. Meine Meinung zu Vollfeeds ist ja bekannt; an der wird sich in diesem Leben wahrscheinlich auch nicht mehr viel ändern. Ob das im Sinne irgendeiner Blogosphäre ist, interessiert mich, ehrlich gesagt, nicht so sehr – als sog. Blogger ist man ja gottseidank nicht automatisch Zwangsmitglied des Blogosphären-Verbands mit Satzung, Abzeichen und Kassenwart. Noch nicht, muss man vielleicht dazu sagen.
Um in der Analogie des weiter oben verlinkten Beitrags zu bleiben: Es gibt die konsumorientierten Menschen, die ihre Tiefkühlpizza vor dem laufenden Fernseher einnehmen, nebenher in einer Zeitschrift blättern, zwischendurch telefonieren und mit dem iPhone schnell mal eben ihre Mails checken. Kann man machen, aber wenn man 10 Minuten später gefragt wird, wonach die Pizza geschmeckt hat, wird man keine Antwort geben können, weil man es einfach gar nicht mitbekommen hat.
Ich bin ein eher genussorientierter Mensch, deshalb lese ich jedes Blog in seinem Originaldesign. Das geht mit Safari übrigens ganz einfach: Mit gedrückter Befehlstaste auf den Blogs-Ordner in der Lesezeichenleiste klicken, dann wird jedes Blog in einem eigenen Browsertab geöffnet. Man muss dann nur noch Befehl-W drücken, um das aktuelle Blog zu schließen und das nächste anzeigen zu lassen.
ca. 300 tabs im safari aufmachen erscheint mir als absoluter supergau. da würden meine 4gig ram leider nicht ausreichen.
schon mal daran gedacht, dass es leute gibt die sehr viel lesen. in sehr vielen bereichen und dann noch mal bei der konkurrenz gegenlesen. was nicht interessiert wird ja sowiso übersprungen.
ist wie am zeitungsstand! wenn ich die tageszeitung sehen und gerade mal die überschrift lesen darf, dann würde ich auch keine zeitung kaufen.
ich bin auch genussorientiert (sogar sehr).
wie ich genieße sollte doch noch mir überlassen sein.
du hast 25 blog abonniert, ich ca. 300. mal mehr, mal weniger. jetzt könntest du wieder mit klasse statt masse kontern, womöglich interessiere ich mich aber nur für mehrere teilbereiche und möchte überall am ball bleiben. hobbys, beruf nachrichten und dann noch was für die auflockerung. alles vermischt, englisch und deutsch.
mal ganz ehrlich, am zeitungsstand blätterst du auch bevor du dich für eine zeitschrift entscheidest!?
Stimmt, 300 Tabs wären wirklich zu viel. Bei mir sind’s zur Zeit 45, das geht gut.
Würde ich Zeitschriften kaufen – ganz ehrlich: habe ich seit bestimmt fünf Jahren nicht mehr gemacht; ich lese lieber Bücher, und für fachliche Dinge ist das Internet viel geeigneter, da aktueller – würde ich persönlich eher nicht vorher drin blättern. Aber selbst wenn, würde ich ja nicht erst die gesamte Zeitschrift lesen, um zu entscheiden, ob ich sie kaufe. Und um bei deinem Vergleich zu bleiben: Würdest du die Form oder die Page oder die Brand eins kaufen, wenn Sie einspaltig mit Arial auf Kopierpapier gedruckt wäre? Sicher nicht, das Auge liest nämlich mit ;-)
Von den Vollfeed-Befürwortern hört man immer wieder das Argument: Lass doch den Leser entscheiden. Aber wie wär’s denn mal anders herum? Nämlich: Lass doch den Blogbetreiber entscheiden. Ich habe mich dafür entschieden, aus den hinlänglich kommunizierten Gründen eben keinen Vollfeed anzubieten. Ich bitte das zu akzeptieren, und wer das nicht kann oder will, wirft mich halt einfach raus aus seinem Feedreader.
Die Frau hat einen Porsche, WEIL sie solche Sachen macht. Wir geben unser Geld immer aus, und haben keinen Porsche. So einfach ist das.
Naja mit dem Thema Kalorien und Abnehmen ehr nichts zu tun….
Ich habe hier (Werbelink entfernt) eine Seite mit richtig
informativen Beiträgen zu diesem Thema gefunden.
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