Liebes Tagebuch (169)
Ab und zu begegnen mir Wörter, deren Sinn sich mir nur schwer erschließt. Zum Beispiel Narrativ. Das deutsche narrativ ist ein Adjektiv und bedeutet erzählend, in erzählender Form darstellend. Seit einiger Zeit benutzen es aber die ganz coolen Leute substantivisch: „der visuelle Narrativ“ zum Beispiel, oder „ein sozialdemokratisches Narrativ“. Hä? Klar wird die Geschichte, wenn man im Wörterbuch nachschaut: Das englische Wort narrative kann auch als Substantiv verwendet werden und bedeutet Bericht, Erzählung, Geschichte. Aahja.
Oder Rollenmodell – etwa ein Begriff aus der Soziologie? Nö. Übersetzt man das englische role model (Übersetzung: Vorbild, Leitfigur) wörtlich ins Deutsche, bekommt man eben Rollenmodell. Da schuggert’s mich ein bisschen.
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Kommentare:
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Ja, da »meschuggert« es. Die XY-Administration für die US-Regierung ist ähnlich sinnlos im Deutschen. Es gibt eben bestimmte Moden in den Texten. So schreibt heute kaum noch jemand von den »Zeitläuften«, die vor einer Weile in jedem zweiten Artikel auftauchten.
How come literal translations are so common:
England is just a stone's throw away from Germany.
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