Bei James Taylor im Gitarrenkeller
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Im Gegensatz zu James Taylor weiß ich, warum Geigen auch nach 200 Jahren noch gut klingen, während Gitarren schon nach 50-100 Jahren ihren Klang verlieren: Bei Geigen ist der (auswechselbare) Stimmstock hauptverantwortlich für den Klang, bei der Gitarre ist es die Decke. Weil die Decke durch den Saitenzug aber ständig unter Spannung steht, wird sie irgendwann „müde“, schwingt nicht mehr so gut und verliert dadurch die Fähigkeit, einen guten Klang zu erzeugen.
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Kommentare:
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Der Stimmstock ist zwar auswechselbar, setzt die Decke aber auch unter Spannung, sonst würde er ja gar nicht stehen bleiben. Das alleine kann m. E. also nicht der Grund für das unterschiedliches Ermüdungsverhalten der Instrumente sein. Eher vielleicht die statisch vorteilhafte gewölbte Form von Decke/Boden?
Aber auch bei Streichinstrumenten gibt es Ermüdungserscheinungen. Eine besonders häufige Maßnahme ist deswegen ein neuer Bassbalken (der längs der Decke verläuft).
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass es a) im Vergleich gar nicht so viele (hochwertige) Gitarren gibt, die so alt werden oder wurden; und b) die Erneuerung der kompletten Bebalkung bei Gitarren recht aufwändig ist und deswegen nicht so häufig ausgeführt wird wie das bei Streichinstrumenten der Fall ist.
Man kann bei einer Gitarre die Bebalkung mit neuen Leimfugen versehen, das geht, im Gegensatz zum Austausch, verhältnismäßig einfach. Allerdings bringt das auch nur bei einer jüngeren Decke etwas – ist die Decke totgespielt, würde nur noch ein Austausch der Decke helfen. Das ist allerdings so aufwändig (Geigendecken werden anders verleimt, dort geht das einfacher), dass man das meines Wissens nie macht. Es würde sich ja auch der Klang total verändern, man müsste die Decke wieder ein ganzes Jahr neu einspielen usw. Da kauft man sich lieber gleich eine neue Gitarre.
Bei einer Geige werden die Schwingungen der Decke auf den Boden mechanisch übertragen (durch den Stimmstock), bei einer Gitarre indirekt über die Zargen. Deshalb verliert eine Gitarre mit den Jahren nicht nur an Klang (wenn die Schwingungsfähigkeit der Decke nachlässt), sondern auch an Lautstärke.
Man sagt übrigens, Zederndecken sollen 50 bis 75 Jahre, Fichtendecken 100 Jahre halten. Meine Helmut Hanika von 1976 aus zweiter Hand klingt jedenfalls noch fantastisch.
Ja, im Geigenbau ist alles andere als der traditionelle Haut- bzw. Knochenleim verpönt, da man davon ausgehen muss, dass ein Instrument hin und wieder mal aufgemacht wird. Das geht mit dem Leim, den Gitarrenbauer heute meist verwenden, nicht so einfach. (Werden jetzt aber Gitarren deswegen weniger oft aufgemacht, oder verwendet man den Hautleim für Gitarren nicht mehr, weil sie ohnehin nie aufgemacht werden … ?)
Auch die Bindings erschweren die Wartungsarbeiten im Inneren – so was hat man bei Streichinstrumenten zum Glück auch nicht.
Ob der Stimmstock nun aber tatsächlich dazu dient, die Schwingungen von Decke zu Boden zu übertragen, ist zumindest umstritten – aber das ist ein ganz spezielles Thema …
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