My Book-Festplatte mit Mac OS X formatieren
Anfang der 1990er war Mac-Zubehör richtig teuer. Der Profi-Standard für serielle Peripheriegeräte hieß SCSI – USB oder Firewire waren noch lange nicht in Sicht. Allerdings hatten damals außer den Macs nur wenige High-End-PCs eine SCSI-Schnittstelle, und so kostete ein läppisches Kabel mal eben 60 oder 80 DM und ein simpler Terminator 40 DM. Ganz zu schweigen von RAM-Bausteinen oder Festplatten, die für den Mac ebenfalls viel teurer waren.
Goldene Zeiten
An diese Zeit möchte Western Digital mit seinen My Book-Festplatten offensichtlich anknüpfen. Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären, dass die 1TB-Mac Edition knapp 20 Euro teurer ist als die Essential Edition. Der Unterschied zwischen den beiden Platten ist nämlich lediglich die Art der Formatierung: die Mac Edition ist als HFS+ formatiert, die Essential als FAT32.
Natürlich versteht Mac OS X auch FAT32-Partitionen, die haben aber einen entscheidenden Nachteil: Damit können maximal 4GB große Dateien gespeichert werden. Also muss man sie eben einfach auf HFS+ umformatieren – aber ganz so einfach geht das leider nicht. Das Festplatten-Dienstprogramm bricht nämlich nach einigen Sekunden regelmäßig ab.
Hier die Schritte, mit denen Sie es trotzdem hinbekommen:
Starten Sie das Festplatten-Dienstprogramm, wählen Sie im linken Bereich aus der Liste Ihre My Book-Festplatte aus und klicken Sie im rechten Bereich auf den Tab Partitionieren. Bei Schema wählen Sie 1 Partition, bei Name tragen Sie den gewünschten Namen der Festplatte ein und bei Format wählen Sie eines der Mac OS Extended-Formate.
Jetzt klicken Sie unterhalb des Partitionsschemas auf den Button Optionen. Hier wählen Sie GUID-Partitionstabelle. Haben Sie noch einen PowerPC oder eine Mac OS X-Version vor 10.4, wählen Sie Apple-Partitionstabelle. Bestätigen Sie den Dialog mit OK und klicken Sie im Hauptfenster auf den Button Anwenden

Et voilà: Nach kurzer Zeit haben Sie eine Mac-formatierte Festplatte – auch ohne 20 Euro Aufpreis.
Mit den auf den Screenshots gezeigten Einstellungen funktioniert die Platte übrigens auch einwandfrei an einem WD TV® HD Media Player, den ich, nebenbei bemerkt, ausdrücklich empfehlen kann.
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Kommentare:
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bei mir ließen sich beide mybook platten ohne probleme auf hfs+ formatieren. allerdings mit der folge, dass das system sie gerne mal bei großer arbeitslast, z.b. timemachine backup, aus dem hub knallt. das liegt wohl aber an der falschen partitionstabelle. bei gelegenheit werde ich die daten mal ein wenig hin und her schieben müssen und mit der richtigen tabelle formatieren.
Du bist wahrscheinlich von Anfang an über Partitionieren gegangen. Ich habe es anfangs mit Löschen probiert, was bisher bei allen neuen Platten, ob intern oder extern, funktioniert hat.
Warum das bei der My Book anders ist, weiß ich nicht, aber es gibt wohl immer mal wieder welche, die nicht weiter wissen, deshalb dieser Tipp.
SCSI ist erst seit ein paar Jahren auf Wunsch seriell (»SAS«). 1990 war SCSI parallel (8 Bit und 16 Bit) und das war damals ein Vor-, kein Nachteil.
SCSI-Festplatten konnte man entgegen anderslautender Gerüchte nahezu jede beliebige verbauen, es musste kein Apple-Logo darauf prangen. Das gilt mit Ausnahme der Laptops und des Mac IIfx auch für das RAM – auch hier war branchenübliches, nichts proprietäres verbaut.
Stimmt, SCSI war parallel, genau deswegen war es ja so fortschrittlich. Ich habe allerdings, nachdem ich 1999 den ersten AGP-G4 gekauft hatte, sämtliche SCSI-Peripheriegeräte (Brenner, Scanner, Syquest-, Jaz- und MO-Laufwerke etc.) auf einen Schlag verkauft und anschließend drei Kreuze gemacht. Dieses SCSI-Zeugs war nämlich reinstes Voodoo: Wenn irgendwas in der Kette nicht mehr lief, konnte es sein, dass man nur die Reihenfolge der Geräte austauschen und/oder IDs neu einstellen musste. Konnte aber auch sein, dass ein bestimmtes Kabel 10 cm zu lang war. Konnte aber am nächsten Tag auch schon wieder alles anders sein.
Mein erster eigener Mac war übrigens ein IIfx. Für den gab es sogar einen Extra-Terminator in schwarz, der noch teurer war als die normalen in grau. Trotzdem ist und bleibt das einer meiner Allzeit-Lieblingsrechner …
@Michael: Das mit dem Voodoo kann ich nicht unterschreiben. Ordentliche Kabel ordentlich verkabelt und es lief. Immer, mit SyQuest, MO, QIC/SLR, DDS, Platten, Drucker, Exabyte, CD-ROMs.
Einzige Ausnahme: Billigscanner in der Kette. Die machten in der Tat gerne Ärger.
Heute ist das übrigens nicht viel anders: billiger USB-Hub und ein Rechner stürzt auch gerne mal ab.
Glück gehabt ;-)
Ein Beispiel für Voodoo: Ich hatte einen Agfa Color Plus, einen Scanner, der schweineviel Geld gekostet hatte, und der ein ganzes Jahr lang nur am Anfang der SCSI-Kette und nur mit einem ausgesuchten 50cm-Kabel funktionierte. Und auch nur dann, wenn man erst den Rechner einschaltete, dann den Scanner. Was insofern ungewöhnlich war, weil das mit der gesamten anderen SCSI-Peripherie genau andersherum lief.
Eines morgens wurde der Scanner nicht mehr erkannt. Geübt in diesen Dingen und ausgerüstet mit mindestens 10 Ersatzkabeln haben wir nacheinander sämtliche Kabel ausgetauscht – es half nichts. Als wir schließlich entnervt beim Support (damals Linotype in Eschborn) angerufen haben, hörten wir folgendes: „Genau das gleiche hat uns heute morgen schon ein anderer Kunde berichtet. Probieren Sie doch mal folgendes: Schalten Sie erst den Scanner, dann den Rechner ein.“
Und was soll ich sagen? Nach einem Jahr, in denen an der Verkabelung nichts geändert wurde, funktionierte der Scanner fortan nur noch, wenn man die Einschaltreihenfolge änderte. Und zwar nicht nur bei uns, sondern seit dem exakt gleichen Tag mindestens noch bei einem weiteren Color Plus-Besitzer.
Wenn das kein Voodoo ist …
Tolle Anleitung! Hat echt geholfen. Vielen Dank!
Ich habe mir eben eine My Book World Edition 1TB NAS mit Netzwerkanschluss gekauft. Das Festplatten-Dienstprogramm sieht die Platte nicht!!? Ich weiß nicht mehr weiter…
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