T. C. Boyle - Talk Talk
Als ich neulich bei eBay rausgeflogen war (inzwischen hat man den Ausschluss – nach eingehender Prüfung – rückgängig gemacht), weil ich der Aufforderung, meine Telefonnummer nachzutragen nicht Folge leisten wollte (bei der Anmeldung 1999 war die Telefonnummer keine Pflichtangabe), habe ich ein wenig nach Problemen im Zusammenhang mit eBay gegoogelt.
Identitätsdiebstahl
Dabei bin ich u. a. auf jede Menge Fälle von Identitätsdiebstahl gestoßen: Jemand besorgt sich Name, Anschrift und Geburtsdatum einer beliebigen, tatsächlich existierenden Person (das ist wichtig, weil eBay mit Hilfe des Schufa-Datenstamms die Plausibilität der Anmeldedaten überprüft), meldet sich mit diesen Daten bei eBay an und verkauft anschließend irgendwelche interessanten Dinge. Die er natürlich nie liefert. Nach einiger Zeit, wenn die Kunden ungeduldig werden, weil sie ja schließlich Vorkasse geleistet haben, geht es dann dem wahren Namensinhaber an den Kragen: Der Ahnungslose bekommt Post von verärgerten Käufern oder von Anwälten, die die gekaufte Ware einfordern oder den Kaufpreis zurück haben wollen. In der Zwischenzeit hat der Identitätsdieb natürlich längst das Konto abgeräumt und gekündigt und ist so gut wie nicht mehr zu fassen.
Talk Talk
Mit dem Thema Identitätsdiebstahl beschäftigt sich auch T. C. Boyle in seinem neuesten Roman Talk Talk. Das ist, man möge mich verbessern, meines Wissens Boyles erster Thriller, und der ist so spannend, dass ich ihn an einem Tag durchgelesen habe. Durchlesen musste, weil ich unbedingt das Ende erfahren wollte – ein typisches Kategorie-B-Buch also.
Zur Story: Die gehörlose (Talk Talk bezeichnet übrigens ein Gebärdengespräch unter Gehörlosen) Lehrerin Dana Halter überfährt auf dem Weg zum Zahnarzt ein Stoppschild. Ein Streifenpolizist hält sie an. Bei der Überprüfung ihrer Personalien stellt sich heraus, dass sie wegen diverser Verbrechen – die sie nie begangen hat – in mehreren Staaten gesucht wird. Dana Halter wird dem Haftrichter vorgeführt …
Bewertung
Nach einigen schwächeren Romanen war auch Boyles letzter Roman „Drop City“ schon ein Fünfmützenbuch – „Talk Talk“ steht dem um nichts nach. 
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Kommentare:
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Ebay verschickt an neue Mitglieder in Deutschland Briefe mit einer für die Anmeldung erforderlichen Zeichenkombination, um den Benutzer somit zu verifizieren.
Damit leistet Ebay einer altbekannten Erwartung folge und ich denke, es ist unnütz zu erwähnen, dass sich somit der Wirbel um Identitätsraub und damit verbundene Bücher bald erledigt.
Aha, das ist mir neu, aber es wurde ja auch Zeit.
Der Roman beschäftigt sich im Übrigen nicht mit Identitätsklau bei eBay-Accounts, sondern mit der vollständigen Übernahme einer fremden Identität, einschließlich Sozialversicherungsnummer, Führerschein, Kreditkarten etc.
Noch scheint so etwas in Deutschland nicht ganz vorstellbar zu sein, aber lassen wir uns mal überraschen …
Wenn ich mich richtig erinnere, kann man als neues Mitglied ohne die postalische Bestätigung weder kaufen, noch verkaufen. Inwieweit dann das PostIdent-Verfahren noch sinnvoll ist, bleibt fraglich.
Das mit dem Roman habe ich dann wohl missverstanden. Aber diesbezüglich gibt es wirklich viele Bücher, die das ganze noch abstrakter dastellen. Eigentlich verwunderlich, warum gewisse, vermeintlich gebildete Politiker eine einzige, riesige Kartei anstreben, in der am besten alle Menschen auf diesem Planeten verzeichnet sind. Von der schwer zu erreichenden Integrität mal abgesehen, eröffnet das schöne Möglichkeiten zur politischen Verfolgung. Jemand, der ein brisantes Thema anspricht, braucht dann nur unter die Interpretationsgewalt eines Anwaltes fallen und bekommt das Aktenvermerk Volksverhetzung in seiner Datei.
Traurige Welt; Vorratsdatenspeicherung, RFID und die Antiterrordatei erübrigen meines Erachtens die Spekulationen, ob es so kommen wird! Die Frage ist eigentlich nur noch das „Wie“.
Einem Freund von mir ist das passiert mit dem Identitätsdiebstahl. Allerdings waren die Täter so schlau, sich das Geld auf ihr eigenes Konto überweisen zu lassen.
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