Blogs: Bloßen Inhalt auf plumpe Weise vermitteln
Nachdem ja vor kurzem auch in der taz schon einige merkwürdige Sachen über Weblogs zu lesen waren, legt Fantasy Interactive in einem Interview, erschienen in der neuesten Encore (Achtung: Flash-Alarm), nach:
Was denkt ihr über Weblogs und ihren Einfluß auf das Medium Internet?
FI: Weblogs sind heute auf dem Stand, wie das Internet vor einigen Jahren war. Für uns sind sie eine schlechte Ausrede für schlechtes Webdesign. Ein Weblog ist sehr einfach und effektiv, aber heutzutage sollte man in der Lage sein, besser und schöner zu entwickeln. Bei einem Weblog geht es nur um Inhalte und Information, das ist alles. Alle sehen gleich aus und der simple Style wird wahrscheinlich bald jeden langweilen.
Blogs sind erst seit 2005 wirklich populär. Dabei sind sie in ihrer Entwicklung bereits im Jahre 2000 stehen geblieben. Sie sollten sich heute auf einem wesentlich höheren Niveau bewegen, eher an Mobiltelefone als an das Internet angepasst. Beispielsweise könnten sie mehr Multimedia- oder Videoinhalte bieten. Wenn die Weblogs nicht bald mehr bieten wie bloßen Inhalt auf plumpe Weise zu vermitteln, werden sie nicht mehr lange überleben.
Sie sollten jetzt von einer neuen Generation von Blogs ersetzt werden oder komplett von der Bildfläche verschwinden.
Genau meine Rede. Diese neue Blog-Generation sollte dann endlich mal auf diese ewigen und überflüssigen Inhalte verzichten. Aber bitte mit Style! Form Fucks Function!
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Kommentare:
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hmmm, Sarkas- oder Dilettantismus? Oder hat der Typ nur was schlechtes geraucht?
Ich sage nur Flash und Barrierefreiheit. Vom ersten ist er begeistert, vom zweiten hat er noch nie etwas gehört. Und mehr möchte ich dazu – gerade 2005 – nicht mehr sagen.
Na ja, auch wenn ich das nicht 100% unterstützen kann, denke ich stimmt es schon das Weblogs sich weiter entwickeln sollen. z. B. warum sind alle Weblogs vertikal und 2 spaltig? da gibt es meiner Meinung nach mehr variations möglichkeiten.
Aber müssen Blogs deshalb gleich komplett von der Bildfläche verschwinden? Ich finde nein.
Noch ein paar Anmerkungen zu obigem Zitat, ich habe mich ja bisher zurückgehalten: Weblogs sind keinesfalls auf dem Stand von 2000 stehen geblieben, im Gegenteil: Persönliche Weblogs haben das Internet einen großen Schritt nach vorne gebracht. Standardkonforme Websites mit XHTML und CSS wurden erst durch solche Leute wie Zeldman, Meyer et al. so richtig publik gemacht. Mittlerweile gibt es übrigens auch Podcasts und Vlogs – hätte es ohne Weblogs nie gegeben.
Und bloß weil da irgendwas zappelt, schwirrt und rumtönt bzw. -nervt, weil die Navigation unintuitiv ist, weil die Form vor dem Inhalt kommt, weil man etwas ohne Sinn macht, allein, weil es geht, kann man noch lange nicht von Avantgarde oder gar von der Zukunft des Internets reden.
Vor der Form kommt nämlich immer noch der Inhalt – content is king! Alles andere ist rumgewichse, oder etwas vornehmer ausgedrückt: L’art pour l’art.
Es stimmt schon, das Weblogs einen erheblichen Teil zum Thema XHTML und Css begetragen haben, aber wie Maurus schon schrieb, es gibt mehr Möglichkeiten in der Gestaltung.
Und nur weil die Mehrheit Flash völlig falsch anwendet (leider leider ist dem so), ist die Technik doch nicht gleich schlecht. Gerade die angesprochenen Podcasts und Vlogs sind bestens dafür geeignet.
Warten wir also mal noch ab was alles noch so kommt. Ich sage nur: CSS3, XForms, 100MBit, ... :)
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