Mac OS X: Ordner verschlüsseln per Terminal
Nehmen wir an, Sie haben einen Ordner voller geheimer Liebesbriefe auf Ihrem MacBook. Die, falls das MacBook mal verloren gehen sollte, nicht für jedermann/frau frei zugänglich sein sollen. Also denken Sie – natürlich – an Verschlüsselung. Mit dem Festplattendienstprogramm könnte man nun ein verschlüsseltes und passwortgeschütztes Image erzeugen, auf die man die Liebesbriefe anschließend kopiert.
Es geht aber auch ein bisschen weniger kompliziert: Erzeugen Sie aus dem Liebesbriefeordner doch einfach direkt ein verschlüsseltes Image. Im Terminal geht das so (vorher müssen Sie natürlich in das Verzeichnis cd’en, in dem der zu verschlüsselnde Ordner liegt):
$ hdiutil create -encryption -stdinpass -srcfolder Liebesbriefeordner Geheim.dmg
Sie werden nach einem Passwort gefragt, und anschließend wird das Image Geheim.dmg erzeugt. Nachdem Sie dieses Image probehalber gemountet und nachgeschaut haben, ob alle Daten vorhanden sind, können Sie den ursprünglichen, unverschlüsselten Liebesbriefeordner entsorgen.
Wachsende Gefühle
Was aber, wenn Sie gerade mitten in einer stürmischen Liebesbeziehung stehen und täglich zig neue Briefe hinzukommen? Die wollen Sie ja nicht unverschlüsselt herumliegen lassen, andererseits passen die aber auch nicht mit auf das verschlüsselte Geheim.dmg-Image. Das wurde beim Erzeugen nämlich exakt so groß angelegt, dass gerade alle vorhandenen Dateien hinaufpassten.
Nichts leichter als das:
$ hdiutil create -format SPARSE -size 1g -encryption -stdinpass -srcfolder Liebesbriefeordner Geheim.dmg
Hiermit erzeugen Sie aus dem Liebesbriefeordner ein sogenanntes Sparse-Image, ein mitwachsendes Image. Ist Ihr Liebesbriefeordner beispielsweise 200 MB groß, ist das so erzeugte Image zunächst auch nur 200 MB groß. Allerdings können Sie nun weitere Dateien darauf kopieren, so lange, bis eine Gesamtgröße von 1 GB erreicht ist – dann ist es voll.
Sind Sie besonders paranoid, können Sie weitere Maßnahmen ergreifen: Stellen Sie einen Punkt an den Anfang des Image-Namens, verschlüsseln Sie das Image mit einem anderen Passwort ein zweites Mal, ketten Sie das MacBook an Ihr Handgelenk, beenden Sie die Beziehung …
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Kommentare:
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Aber was spricht dagegen, einfach pauschal Filevault zu verwenden? Damit spart man sich doch die rumprokelei mit einzelenen Verschlüsselten Dateien und schützt gleich das gesamte Benutzerverzeichnis hinreichend vor dem Zugriff von Unbefugten.
Im Benutzerverzeichnis liegt standardmäßig z.B. auch die iTunes- und iPhoto-Bibliothek, daher ist FileVault nicht für jeden brauchbar.
Für Menschen die sich nicht so recht ans Terminal trauen, einfach „Disk Utility.app“ bzw. „Fenstplatten-Dienstprogramm“ aufrufen und auf „Neues Image“ klicken.
@ Hagen: Hat man viele sensible Daten auf dem Powerbook und ist man oft damit unterwegs, würde ich natürlich FileVault benutzen. Aber für so einen kleinen Liebesbriefeordner ist obige Lösung allemal praktischer ;-)
Geht das nicht auch ohne Terminal, also ganz Mac-like mit dem „Festplattendienstprogramm“?
Sorry – erster Absatz, letzter Satz, jaja …
(ich finde das per Festplattendiesntprogramm aber weniger kompliziert als mit dem Terminal …)
Nur mal nebenbei: Bei veranschlagten 200 MB für den Liebesbriefordner muss man entweder äußerst schreibwütig sein oder noch ein paar prickelnde Fotos hinzurechnen. Was den Wunsch nach einer erhöhten Geheimhaltungsstufe freilich erklären würde ;-)
Nach einiger Recherche habe ich nichts gefunden, daher frage ich mal: Ist es möglich, über den -encryption Parameter eine höhere Encryption als AES128 einzustellen?
Meines Wissens nein, Apple hält sich mit der Dokumentation für hdiutil auch stark zurück. Irgendwann soll es aber mal TrueCrypt für Mac OS X geben …
Danke. Alternativ kann man auch von pgp.com den pgp desktop beziehen. Aber das ist ja eben nicht das gleiche wie eine „built-in“-Funktion. Das „transparente“ Verschlüsseln des Home-Ordners ist schon eine ganz feine Sache, wie gut sich ein Third-Party-Produkt da eingliedert ist wieder reine Testsache. Und wenn man es „bequem“ haben will und für extern verschlüsselte Laufwerke die Keychain verwendet, will man die in $home auch „perfekt“ geschützt wissen.
danke für den guten Tip! Man kann den Parameter „SPARSE“ auch noch durch „SPARSEBUNDLE“ ersetzen (ab OS X 10.5), um statt einer wachsenden Datei einen Ordner zu haben. Das spart bei time machine-backups Platz, weil nicht jedesmal die ganze Datei neu überspielt wird.
Dokumentation zu hdiutil gibt es übrigens
hier
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