Freizeitbeschäftigung 2.0
Sollten Sie bei dieser Kälte keine Lust haben, persönlich ein paar in Google Street View verpixelte Häuser in der echten Welt mit Eiern zu beschmeißen, habe ich einen Tipp: Auf der Blockwart-2.0-Website „Finde das Pixel“ können Sie ganz behaglich im Warmen, ohne die Wohnung verlassen zu müssen, systematisch Ihre Nachbarschaft nach verpixelten Häusern durchkämmen und sie mühelos per Knopfdruck der Stasi einem gewissen Jens Best melden. Der sie in eine Datenbank einträgt, die dann wiederum andere, die die Kälte vielleicht weniger scheuen, dazu nutzen können, verpixelte Häuser methodisch zu fotografieren und sie – mal im Ernst: Wen interessiert denn schon der erklärte Willen der Bewohner? Sind doch eh alles Spießer und Pixelterroristen! – beim Google-Dienst Panoramio zu veröffentlichen. Oder eben dazu, die nächste Eierwurfrallye komfortabel von zuhause aus zu planen.
Ist das nicht genial? Da soll noch mal einer nach dem praktischen Nutzen von Google Street View fragen!
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Kommentare:
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seufz Beim Thema StreetView sind die einen Extremisten genau so unsäglich wie die anderen.
„Wen interessiert denn schon der erklärte Willen der Bewohner?“
Wen interessiert schon die Panoramafreiheit?
„Wen interessiert denn schon der erklärte Willen der Bewohner?“
Achtung, Wiederholung ;-)
Herrn Udo V. aus D. hat es auch erwischt. Und er ist schon ein klein wenig stinkig ;-)
http://tinyurl.com/pixelhierverpixeltda
Den Leuten, die virtuell in ihrer Nachbarschaft patrouillieren und beflissen verpixelte Häuser melden, geht es überhaupt nicht um Panoramafreiheit. Denen geht es darum, es den Leuten, die ihnen ihr schönes Google-Spielzeug vermeintlich kaputt gemacht haben, mal richtig zu zeigen. Das ist so dermaßen kindisch, dass ich, ginge es nicht um Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung, darüber nur lachen könnte.
Es ist etwas völlig anderes, wenn jemand ein Haus fotografiert und das, von mir aus auch mit Geodaten, anschließend ins Netz stellt, als wenn ein den Datenschutz/die Privatsphäre konsequent geringschätzender Konzern (erinnert sich noch jemand daran, dass Google u.a. private Funknetze gescannt und WLAN-Daten gesammelt hat? Und warum eigentlich müssen Suchanfragen mit IP-Adresse 18 Monate gespeichert werden?) systematisch sämtliche Straßen und Häuser fotografiert und sie, mit Adressdaten verknüpft, veröffentlicht.
Noch mal: Ich persönlich habe kein Problem mit Google Street View und deshalb habe ich mein Haus nicht verpixeln lassen. Aber ich respektiere jeden, der sich anders entschieden hat. Anders als dieses Entpixelungsprekariat, das mir, mit Verlaub, tierisch auf den Sack geht.
Ich finde solche engstirnigen Aktionen widerlich, sagen sie doch viel über die Geisteshaltung der entsprechenden Autoren aus. Wer Andersdenkende mit solchen Mitteln bloßstellen will, dem mangelt es an Empathie und zeigt gleichzeitig, dass die Bedenken der „Opfer“ in gewisser Weise sogar richtig waren.
*Erinnert sich noch jemand daran, dass Google u.a. private Funknetze gescannt und WLAN-Daten gesammelt hat?*
Das klingt ein bißchen so, als wäre Google in private WLAN-Netze eingebrochen und hätte sie ausspioniert. Das klingt gefährlich und hinterhältig, ist aber vollkommener Bullshit (sorry, aber ein anderes Work fällt mir in diesem Zusammenhang nicht ein).
Wenn man den haltlosen Vorwurf der unrechtmäßigen Schnüffelei aus dem Konstrukt herausnimmt, bleibt von dem WLAN-Skandälchen wenig übrig, was nennenswert Substanz hätte.
Auch hier muss man differenzieren. Wenn jemand ein offenes WLAN zum Surfen benutzt, ist dagegen überhaupt nichts einzuwenden.
Wenn eine Firma, die mehr persönliche Daten angesammelt hat als jede andere (in den USA sogar medizinische Daten, kommt hierzulande bestimmt auch bald), flächendeckend Funknetze scannt, dabei u. a. IP-Adressen, User Agents und SSIDs (von Passwörtern, E-Mails etc. ganz zu schweigen) mit Geodaten versehen speichert, mithin also in der Lage wäre, durch einfaches Verknüpfen der gesammelten Daten einzelne User zu identifizieren und somit Profile zu erstellen, ist das für mich alles andere als ein „Skandälchen“.
Das wäre in dieser Form tatsächlich ein Skandal, leider ist die Behauptung faktisch falsch.
Ziel der Übung ist es, die Geo-Lokalisierung in Gebieten mit schwachem GPS-Empfang oder in Häusern zu ermöglichen. Man kann seine Position aus den Eckdaten der umgebenden, ortsfesten WLANs (SSID und Empfangsstärke) triangulieren, wenn die Position der WLANs bekannt ist. Somit ist eine recht gute Positionsbestimmung möglich, selbst wenn ein Endgerät außer WLAN keinen Funkempfänger hat. Die Liste der umgebenden WLANs ist inhärent öffentlich und keineswegs geheim ”” das liegt in der Natur von der Sache. Jeder kann sie sehen, der sein Laptop aufklappt und nachschaut.
Wenn ein Funknetz verschlüsselt ist, ist es technisch unmöglich, IP-Adressen, User-Agents und wasweißich mitzuschneiden. Man erfährt die MAC-Adresse, die SSID (so sie denn sichtbar ist) und die Signalstärke. Das war's.
Wenn ein privates WLAN-Funknetz (heutzutage!) noch unverschlüsselt ist, ist dem Besitzer desselben sowieso nicht zu helfen. Da hilft auch ein entrüsteter Aufschrei und die Berufung auf den Datenschutz nichts, damit macht man sich nur lächerlich. Betretenes Schweigen ob der eigenen groben Fahrlässigkeit wäre die angebrachte Reaktion.
Daß Google aktiv „E-Mails mitgeschnitten“ habe, ist eine populistische aber trotzdem falsche Verzerrung der Tatsachen. Richtig wäre: Google hat aus WLANs Rohdatenschnipsel aufgezeichnet (um SSIDs zu verorten), in deren Payload der statistischen Wahrscheinlichkeit nach bestimmt auch mal E-Mails oder Passwörter dabei gewesen sind.
Hatte der Besitzer des WLANs eine Verschlüsselung aktiviert, ist der Payload des Rohdatenschnipsels nicht zu gebrauchen. Hatte er ein offenes WLAN, ist die Wahrscheinlichkeit immer noch gering, daß gerade im entscheidenden Moment ein sensitives Datum über den Äther ging. Allerdings hat der eigene Nachbar hat dort mittlerweile mehr Privates mitbekommen, als das Google-Auto, das mit seinem WLAN-Scanner mit 50 km/h vorbeigefahren ist.
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Finde ich ja immer noch super!
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