Kinoempfehlung: Journey to Jah
Wir waren gestern zur Premiere von „Journey to Jah“ eingeladen, einer Dokumentation über das „Suchen und Finden einer spirituellen Heimat in einem fremden Kulturkreis … [mit] … den beiden europäischen Ausnahmekünstlern des Reggae GENTLEMAN – Deutscher und ALBOROSIE – Italiener auf der Suche nach Authentizität jenseits der westlichen Konsumgesellschaften im Land von Rastafari und Reggae: JAMAIKA.“
Was sich so angestaubt klappentextig anhört, sieht im Kino gottseidank völlig anders aus: „Journey to Jah“ ist ein intelligenter, warmherziger und überaus unterhaltsamer Film mit Menschen, die über sich und ihren Weg zur Musik erzählen. Mit tollen Bildern. Und Humor.
Möglicherweise bin ich etwas voreingenommen: ich mag Dokumentationen, und Arte Themenabende finde ich im Gegensatz zum gemeinen Fernsehzuschauer alles andere als langweilig. „Journey to Jah“ ist sehr gut gemachte und – meiner Meinung nach das beste, was man über einen Film sagen kann – inspirierende Unterhaltung. Gehen Sie rein.
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Nebenbei bemerkt: Ich hatte mit Reggae nie viel am Hut (für mich persönlich war das interessanteste an Bob Marley, dass er ständig Fußball spielte – damals waren Musiker nämlich meist das exakte Gegenteil von sportlich), aber seit gestern Abend summe ich ununterbrochen „… on my journey to Jah Jah-a-a.“
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Kommentare:
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Habe den Film zugegebenermaßen nicht gesehen. Bin aber dennoch immer wieder erschrocken, wie sehr Jamaica und die ganze Reggae-"Heiterkeit" bei uns verklärt werden.
War länger auf Jamaica und musste dort schockierende Dinge erfahren / erleben.
Frauen werden furchtbar schlecht be-/misshandelt. Jungen und Männer kiffen schon ab dem 10. Lebensjahr, so dass sie den Rest des Lebens nicht mehr viel auf die Reihe bekommen. Das Geld verdienen meistens die Frauen, die aber nichts zu melden haben.
Man sieht auf Jamaica erstaunlich viele finstere Gestalten mit Knarren in der Hose.
Schwule werden auf Jamaica entweder auf offener Straße erschossen oder aber mit Benzin übergossen und angezündet.
Einige Raggae-Sänger hatten / haben bei uns Einreiseverbot wegen Volksverhetzung (Sizzla: Aufruf zum Mord an Homosexuellen, …). Schlimm ist, dass die Jamaicaner solche Aufrufe oft befolgen…
Von Friede / Freude / Eierkuchen (wie man sich das bei uns so vorstellt) ist dort kaum eine Spur auszumachen.
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