Freier Gladiator
Ich mag den Ridley Scott Film Gladiator sehr, ein großartiger Jungs-Film mit großartigen Schauspielern und großartigem Soundtrack; in seinem Genre ist dieser Film schwer zu toppen.
Deshalb hatte ich auch keinerlei Erwartungen an den RTL Zweiteiler Held der Gladiatoren – ohne Erwartungen kann man nicht enttäuscht werden, sagt man. Aber was ich da gestern abend sehen musste, war nicht viel länger als eine halbe Stunde zu ertragen: Ein Plagiat übelster Sorte, ohne Handlung, ohne Rhythmus, dafür aber mit peinlichen Time Remappings, unerträglich verwackelter Handkamera (da wird dann die Form zum Inhalt), schlechten Dialogen und dummen Sprüchen:
Er ist ein freier Gladiator; er kämpft nicht, um zu überleben, sondern um zu töten.
Jaja, bei mir ist es ganz ähnlich: Ich bin ein freier Artdirektor, ich gestalte nicht, um zu überleben…
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sondern um zugestalten.
Das war zu befürchten. Ich habe dann auch meine TV-Zeit lieber mit “Die purpurnen Flüsse” verbracht, was sich durchaus gelohnt hat.
In einer Werbepause sind wir dann doch mal an den eigentartigen Gladiator verschnitt geraten. Nach dem ersten Schock haben wir aber schnellstens wieder weggeschaltet. Die Szene errinerte irgendwie an “Gladiator”, nur eben ohne die ganze Atmosphäre und das “drumherum”. Nicht schön.
so dann…
Schon amüsant, wie Leute hier glauben, qualifizierte Urteile abzugeben, wenn ihnen aber nicht mal aufgeht, daß der Film mitnichten ein Zweiteiler, sondern ein ganz normaler 97-Minuten-Film war…
Vorab: Es geht hier nicht um qualifizierte Urteile, sondern um Meinungen.
Aber da es sich nicht um einen Zweiteiler, sondern um ein „Event-Movie“ handelt (das, nebenbei bemerkt und gemessen am Aufwand, mit 16,7% Sehbeteiligung einigermaßen gefloppt ist: der Tatort hatte 17,9% und Rosamunde Pilcher hatte 19,3%), muss ich mein Urteil natürlich revidieren:
Zwanghaft verwackelte Handkameras sind topmodern, die manieristischen Time-Remappings waren alles andere als Selbstzweck und die Dialoge überzeugten durch ihre Geschliffenheit.
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