Liebe Pfennigfuchser
Hier ein Tipp für die Leute, denen gutes Webdesign immer zu teuer ist: Gehen Sie doch einfach zu GetAFreelancer.com, da kriegen Sie komplette Websites unter Umständen schon für sagenhaft günstige 5$. Und wenn Sie sofort bestellen, gibt’s auch noch 37 immer scharfe Steakmesser, eine SQL Datenbank, einen Tankgutschein, eine handvoll PHP Skripte und nicht ein, nicht zwei, sondern drei Aale gratis dazu.
Wenn mir solche Websites wie GetAFreelancer.com über den Weg laufen, kommt mir nicht nur regelmäßig die Galle hoch, sondern ich bedauere es jedesmal zutiefst, das es für ausgebildete selbständige Grafik-Designer keine Gebühren- bzw. Honorarordnung gibt, wie sie für andere Freiberufler wie Ärzte, Anwälte oder Architekten seit langem selbstverständlich ist.
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Kommentare:
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Ein Wunder ist das manchmal mit den Preisen aber nicht, wenn selbst Köche in ein paar Wochen zum Mediengestalter umgeschult werden.
Arzt, Anwalt und Architekt darf sich nur der nennen, der eine entsprechende Ausbildung hat, einen Handwerksbetrieb darf nur derjenige eröffnen, der eine Ausbildung zum Meister gemacht hat. Aus gutem Grund: Wären doch Pfuschereien und Katastrophen vorprogrammiert, gäbe es z. B. Hobby-Ärzte.
Visuelle, ästhetische oder ergonomische Katastrophen und Pfuschereien scheinen offensichtlich aber niemand zu stören. Designer oder Grafiker darf sich jeder nennen, wenn er nur genügend Chuzpe besitzt, das Vorhandensein eines Computers mit einem Haufen geklauter Grafik-Software als Grundlage für seine selbstgewählte Berufsbezeichnung herzunehmen.
Darunter sind eben auch diese Freizeit-Webdesigner, die einen 4000$ Auftrag für 5$ anbieten, weil sie weder für Aus- und Weiterbildungskosten, noch für Investitionen, noch für Büromiete, noch für Krankenversicherung, noch für Altersvorsorge etc. aufkommen müssen, und den Leuten, die eine 4 oder 5-jährige Ausbildung genossen haben, und die im Gegensatz zu den Möchtegern-Designern wissen, was sie tun, damit massenhaft die Aufträge wegnehmen.
Der Vorwurf geht natürlich genauso an die Auftraggeber: Wenn man sich mal so ansieht, was es im Internet so an unterdurchschnittlichem Webdesign – und damit meine ich nicht nur das Aussehen – gibt, muss man zwangsläufig zu der Feststellung gelangen, dass es 95% aller Auftraggeber egal ist, wie ergonomisch oder ästhetisch ihre Website ist – Hauptsache, es kostet nichts und man ist im Netz…
Ich schreibe demnächst mal einen Artikel über den Informations-Überfluss, dem wir täglich ausgesetzt sind, und warum die allermeisten Informationen gar nicht die Ebene des Bewusstseins erreichen, wo sie überhaupt erst wahrgenommen werden.
Vor dem Hintergrund ist es nämlich völlig klar, dass Hauptsache, ich bin im Netz oder Mein Sohn hat einen Computer mit Coreldraw, der könnte doch die Firmenprospekte mache kilometerweit zu kurz gedacht sind.
Sorgen macht mir eher der Nachwuchs. egal ob Web- oder Printdesigner. Die Umschüler kann man eigentlich fast alle vergessen. Die leben nicht Design. Für die ist das ein Job wie jeder andere. Ganz ehrlich: machen wir das immer für Geld? Nein, wir wollen uns produzieren, vervielfältigen und mitteilen. Und dieser Gedanke, den gibts mittlerweile kaum mehr. Wer setzt sich denn heute noch hin und überlegtne Stunde, ob die Schrift jetzt nen halben Punkt größer oder kleiner besser passt oder ob die weiße Ecke da unten links nicht zu leer wirkt und so das Gesamtverhältnis kippt. Nene, da wird reingeknallt, zusammengeballert und runtergerotzt.
Und was die Schulen angeht, habe ich die letzten zwei Jahre keinen Bewerber gesehen, der obwohl mit 4-Jähriger Ausbildung, handwerklich und kreativ befriedegend gewesen wäre. Gibt natürlich Ausnahmen, aber die wollen gleich mächtig Kohle, weil sie wissen, was sie eigentlich wert sind. Wie war gleich wieder die Webadresse von diesen Billig-Designern? ;-))))
Naja, wenn ich am WE oder für eine Aufgabe genug Zeit habe, lässt sich sicher auch ne Stunde für ZABs und Schriften verwenden – meine Schulkollegen müssen (wenn auch sie es gerne tun) immer am besten den Prospekt schon morgen fertig haben. Und Fertig werden kommt da vor Liebhaberei und Perfektion. Ich brauche zunächst immer einen scheußlichen Entwurf, ehe ich etwas vernünftiges zaubern kann, und danach verliert man viel zu viel Zeit mit diversen Kleinigkeiten und Rumgestochere am Layout.
Aber man muss ja auch kein Art-Directors-Winner sein, um etwas zu können…
– Sebastian, 5 Semester OSZ Druck- und Medientechnik Berlin -
Achja, nicht vergessen darf man natürlich auch den Texter / die Texter nicht – die werden genauso wenig oft beachtet. Aber ich denke es ist kein Wunder, da die meisten Firmen schon generell nicht interessiert sind mit ihren (potentiellen) Kunden in Kontakt zu treten, oder eMails zu beantworten. Genauso wenig wie der Kunde nach einem Kauf betreut wird – da spielen Internetseiten halt auch nur ein kleine Rolle.
hmmmm, ich find die hier gemachten aussagen schon etwas grenzwertig und zwar aus folgenden gründen:
1) gutes und ästhetisches webdesign hat seinen preis – weil dabei auf die wünsche und bedürfnisse des kunden eingegangen wird und massarbeit eben zB. auch bei klamoten mehr kostet als „von der stange“!
2) websites gehöhren inzwischen genauso zur firmen-ci wie visitenkarten, briefbögen und imagebroschüren. sie sind EIN mögliches instrument der kundenkommunikation und man wäre schön blöd, diesen kommunikationskanal ungenutzt zu lassen.
natürlich bringt es der mezgerei müller an der ecke nichts, einen 150seitigen webauftritt zur markenbildung zu haben, aber eine kleine aber feine webvisitenkarte mit öffnungszeiten und spezialitäten könnte schon dazu führen, das der eine oder andere neukunde ins geschäft kommt.
3) es ist schon wahr, dass viele kunden am anfang auch mit schrottigen, hässlichen template-internetseiten zufrieden sind. fakt ist aber auch, dass diese entscheider meist schnell dazulernen und von ihren umfeld auf diesen umstand angesprochen werden – und dann meist zum teuereren fachmann (-frau) gehen und sehr offen für vorschläge und kleine hilfestellungen und tipps sind.
Ich denke mal, dass der stilsichere und kompetente generalkümmerer in diesem bereich so schnell nicht aussterben wird…
epsylon
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