Der perfekte Espresso (1)
Meine erste Espressomaschine war ein Werbegeschenk zu einem Zeitungsabonnement, und was da herauskam, hatte mit Espresso nicht viel zu tun. Trotzdem trinke ich seither keinen Filterkaffee mehr, und mittlerweile mache ich mit meiner fünften Maschine, einer Gaggia Classic, einen Espresso, wie ich ihn sonst fast nur in Italien bekomme.
In Teil 1 der Miniserie werden die Voraussetzungen für einen perfekten Espresso vorgestellt, Teil 2 beschäftigt sich mit der Zubereitung.
Die Maschine 
Unabdingbar: Eine Siebträgermaschine. Mit einem Vollautomaten macht man sich zwar das Leben leicht, das aber, im wahrsten Sinn des Wortes, relativ geschmacklos. Zu empfehlen sind – als Einsteigermaschinen, bei denen Sie aber in Bezug auf Espressoqualität keinerlei Abstriche machen müssen – die Gaggia Classic und die Rancilio Silvia. Schäumen Sie häufig viel Milch auf, empfiehlt sich die Anschaffung einer Zweikreismaschine.
Die Mühle
Die zweite entscheidende Zutat ist eine vernünftige Espressomühle. Sie bekommen zwar überall auch gemahlenen Espresso, der aber nicht im entferntesten an frisch geröstete Bohnen herankommt. Empfehlenswert für Einsteiger ist die Demoka.
Der Caffè 
Hier ist erstens der persönliche Geschmack entscheidend (ich bevorzuge Mischungen mit einem hohen Arabica-Anteil), zweitens aber auch die Frische. Die ist nämlich einer der wesentlichen Garanten für eine gute Crema. Mit einem hochwertigen Kaffee, der bereits vor einem Jahr geröstet und verpackt wurde, bekommen Sie keine gute Crema mehr hin. Als Anhaltspunkt: Espresso-Bohnen sind per Gesetz zwei Jahre haltbar. Wenn Sie also in diesem Monat einen Beutel Bohnen kaufen, der bis 07/2008 haltbar ist, wurde der Kaffee schon vor einem Jahr geröstet und eingetütet – Finger weg!
Der Tamper 
Damit pressen Sie den ins Sieb gemahlenen Espresso, mit einem Pressdruck von – hier scheiden sich die Geister – ca. 5-20 kg. So etwas ähnliches wie ein Tamper aus Plastik wird bei vielen Maschinen mitgeliefert – den entsorgen Sie in die gelbe Tonne und legen sich einen Edelstahltamper in der für Ihr Sieb passenden Größe zu.
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Kommentare:
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Für mich klingt das nach sehr viel Arbeit für den Kaffee. Lohnt sich der Aufwand wirklich? Ich fürchte mein Geschmacksempfinden ist nicht sehr ausgeprägt und ich wüsste richtigen Kaffee gar nicht zu schätzen. Aber interessant.
Ich behaupte mal: Den Unterschied zwischen gutem und durchschnittlichem bzw. schlechtem Espresso schmeckt jeder. Und wenn man einmal wirklich guten probiert hat, will man nie wieder durchschnittlichen trinken.
Der Aufwand ist übrigens gar nicht so groß – wenn man das ein paar Mal geübt hat, kann man innerhalb von einer knappen Minute ein bzw. zwei (je nach Sieb) perfekte Espressi servieren. Da dauert Filterkaffee doch deutlich länger …
Die kurze Zeit gilt aber nur, wenn die Kaffeemaschine schon längst warm ist, oder? Bei der Beschreibung für Rancilio Silva wir eine Aufwärmzeit von 15-30 min gegeben. Also wäre das nix für einen schnellen Morgenespresso, vermute ich.
Morgens stelle ich die Maschine auf dem Weg zur Dusche an – wenn ich zurückkomme, ist sie aufgeheizt.
Angeregt durch den Notizbucheintrag home-barista.com in der Nachbarspalte habe ich mir auch schon Gedanken über die Zubereitungszukunft koffeinhaltiger Heißgetränke gemacht und bin bei meiner Recherche auf ‘ne ganz interessante Seite gestoßen: kaffeewiki.de
Aber bitte deshalb nicht Teil 2 canceln ;)
Muss leider noch warten, bis so’n blöder Nespresso-Vollautomat das Zeitliche segnet.
@McVitji: Teil 2 wird nicht gecancelt – schließlich habe ich kaffeewiki.de oben ja drei Mal verlinkt ;-)
Noch eine sehr gute Website: Kaffee-Netz, das mit Abstand beste Forum rund um Espresso und Konsorten. Vielleicht findet man da ja auch Tipps, wie man eine Nespresso schneller los wird ;-)
Schande über mich. Ich mieser kleiner Nurleser und nicht Link-Klicker ;)
Den Vollautomaten werde ich leider dank meiner Ich-trink-mit-viel-Milch-und-das-ist-so-schön-einfach-Madame nicht über Verkauf los. Außerdem wird dieses Jahr das Sparschwein für’s iPhone geschlachtet.
Meine Espressomaschine (Rancilio Silvia) lasse ich auch immer min. 30 Minuten vorheizen. Wichtig ist auch, täglich frisches Wasser zu verwenden. Die Demoka kann ich leider (aus eigener Erfahrung) nicht empfehlen, weil der Ausgabeschacht aus Kunststoff ist und der gemahlene Kaffee dadurch noch einmal schön statisch aufgeladen wird. Zudem ist diese Mühle sehr laut – lieber etwas mehr investieren.
Stimmt, die Demoka ist stellenweise etwas lieblos verarbeitet, z.B. ist der Edelstahl zum Teil nicht entgratet. Aber die Lautstärke stört mich nicht, mit der statischen Aufladung hatte ich auch noch keine Probleme, und, was das wichtigste ist: Das Mahlergebnis ist trotz des günstigen Preises ausgezeichnet.
Ich wechsele zwar nicht täglich das Wasser aus, nehme aber ausschließlich günstiges stilles Wasser aus Flaschen. Positiver Nebeneffekt: Ich spare mir das häufige Entkalken (wir haben hier extrem hartes Wasser).
Guten Tag,
wenn ich diese Beschreibung lese, dann bekomme ich eine leise Ahnung davon, warum Expressotrinker so fasziniert von diesem Getränk sind. Bisher habe ich Expresso nur aus meinem Kaffeevollautomaten probiert und finde ihn wiederlich.
Danke für diesen faszinierenden Einblick.
Freundliche Grüße,
Maria
Die links ins kaffeenetz sind nicht mehr aktuell, weil die seite umgestellt wurde. schade, weil der artikel hier so klasse ist :-)
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