Betrug mit Neuland-Geflügel
Zeit-Online schreibt in einem Bericht, dass der wichtigste Geflügel-Lieferant für Neuland jahrelang konventionell gehaltene Masthühner eingekauft, geschlachtet und als Neuland-Geflügel verkauft habe. Neuland schreibt in einer Stellungnahme dazu, dass man, sollte sich der Vorwurf bestätigen, tief enttäuscht sei.
Wie bitte? Da hat ein Landwirt das Vertrauen ökologisch denkender Konsumenten missbraucht und sie jahrelang nach Strich und Faden perfide betrogen, und Neuland ist „tief enttäuscht“? Ich persönlich bin nicht tief enttäuscht, sondern stinkbombensauer. Und fassungslos. Wie es aussieht, haben wir jahrelang konventionelles Hühnerfleisch gekauft – also genau das, was wir unbedingt vermeiden wollten. Dazu auch noch zum Neuland-Preis, der ungefähr drei bis viermal so hoch ist wie der eines Discounters. Aber darum geht es gar nicht. Ich weiß nicht, worüber ich entsetzter bin – dass es Menschen gibt, die beim Geldverdienen auch noch das allerletzte Quentchen Moral verlieren, oder dass das bei Neuland, einem „Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung“, so lange unentdeckt bleiben kann.

Symbolfoto: Tatsächlich glückliche Hühner
Mein Vertrauen ist complètement dahin. Um es – zumindest ansatzweise – zurück zu gewinnen, erwarte ich von Neuland jetzt deutlich mehr als tiefe Enttäuschung. Das allermindeste wäre eine Betrugsanzeige gegen den Landwirt. Gerne auch mit dem Zusatz wegen besonderer Niederträchtigkeit.
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Ich weiß nicht wer Neuland ist und habe auch in Verbindung mit Biofleisch nie was von dieser Fa. gehört.
Um einigermaßen sicherzugehen solltet Ihr zumindest Demeter Produkte kaufen. Die haben die strengsten Ökobestimmungen…
_ich_ weiß nicht, worüber ich entsetzter bin – dass es Menschen gibt, die beim Geldverdienen auch noch das allerletzte Quentchen Moral verlieren
Ernsthaft erst jetzt darüber entsetzt? Das jetzt finde ich gerade eher harmlos. Um Größenordnungen gemeiner waren doch Leute die für die Profitmaximierung Wein mit Glykol gestreckt haben, oder Rindern Klärschlamm zu fressen gaben, oder Milchpulver für Babies mit Plastikeinsprengseln streckten.
Eine Industrie, die lebende Tiere schreddert (weil Männlich und daher keine Eier legend) und generell Tiere tötet hat natürlich auch keinen Respekt vor Menschen.Und daran ändert Neuland oder Bio gar nichts. Um Tieren ein grausames Leben und den sicheren Tod vorzuenthalten gibt es nur eine Möglichkeit: Sie nicht zu essen.
Am Ende ist es eine reine Logikfrage. „Bio“ ist im Industriemaßstab nicht machbar, das entsprechende Label bringt aber eine saftige Marge. Also wird betrogen, und zwar nach Strich und Faden und überall.
Der Rest ist PR-Gefasel. Natürlich wußten die davon.
Das Grundproblem besteht darin, dass die meisten deutschen Konsumenten nicht auf Qualität, sondern ausschließlich auf den Preis achten. In Frankreich könnte ein Metzger mit wasser- und penicillinhaltigem blassen Fleisch in seiner Theke kaum überleben, in Deutschland muss man dagegen sehr gut suchen, um überhaupt einen anderen zu finden.
Das eigentlich Schlimme ist (ganz abgesehen von den inakzeptablen Aufzucht- und Tierhaltungsmethoden), dass so ein Billigfleisch den meisten Menschen auch noch schmeckt …
@Götz: Nein, ich bin schon länger entsetzt.
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