... alle Bäume?
Ich habe großen Respekt vor Herrn R., der sich heute morgen einfach neben einen Baum auf einen Hocker setzte und es damit geschafft hat, diesen Baum – den einzigen – vorerst vor dem Abholzen zu retten.
Das Fernsehteam, das ihn auf dem Foto gerade interviewt, hielt übrigens quasi mit quietschenden Reifen neben uns und fragte: „Wir haben gehört, hier soll irgendwo ein Mann sein, der sich an einen Baum gekettet hat, wo ist denn der?“ (So viel zum Thema „lokaler Sensationsjournalismus“.)
Update
Das Interview können Sie hier sehen: Potsdam TV
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Kommentare:
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Das ist ist wirklich traurig, was hier vor sich geht. Und weil alle Welt recht gerne vom Klimawandel und vom Klimaschutz redet, wundern solche Aktionen noch viel mehr:
Der Durchschnittsverbrauch eines Baumes an Kohlendioxid liegt am Tag bei 6 kg. Ein Baum verbraucht also etwa soviel CO2 wie 6 Menschen durch Atmung erzeugen.
Die Politik fordert den CO2-Ausstoß von Autos um 40 g je km zu reduzieren. Nehmen wir an, es fährt jemand 25.000 km im Jahr, dann würde dieser „Fortschritt“ eine Einsparung von einer Tonne Kohlendioxid bedeuten. Wie jeder schnell gegenrechnen kann würde ein einziger Baum mehr als das Doppelte an Effekt bringen, und zusätzlich noch Sauerstoff produzieren, und Schatten spenden, und schön aussehen, und fast nichts kosten …
Ein Irrglaube, dass Bäume helfen, CO2 abzubauen. Während dem Wachstum wird es zusammen mit Wasser mittels Sonnenlicht in Glucose umgewandelt und ist dann schliesslich im Baum „eingebaut“. Wenn der Baum stirbt (und das ist früher oder später bei jedem der Fall) wird die exakt gleiche Menge CO2 wieder frei. Bäume geben zwar O2 ab und nehmen CO2 auf, dies aber nur „zeitverzögert“; unter dem Strich ist ein Baum weder Produzent noch Konsument von diesen Gasen.
Wenn der Baum stirbt, oder sterben muss(!), wird das CO2 noch lange nicht wieder abgegeben, oder wo steht geschrieben, dass man Holz verbrennen muss? Man kann doch auch andere schöne Dinge daraus machen, wie Möbel, Papier, Intarsien …
Ansonsten ist mir schon klar, vom Universum aus gesehen lassen sich Stoffe in der Regel nur ineinander umwandeln aber nicht „abbauen“. Aber lokal ist mir ein Baum viel lieber als eine breitere Straße.
Nunja, ein Baum kann auch verrotten und würde so auch wieder alles abgeben.
Herr R. hat auch meinen Respekt. Sich so für einen einzelnen Baum einzusetzen, ist etwas außergewöhnliches, wie man ja an den anderen Stümpfen sehen kann.
Würde ich in Ihrer Straße wohnen und das Ganze auch erst so spät mitbekommen, wären mir noch ganz andere Sachen zur Behinderung der Fällarbeiten eingefallen. Abgesehen von den umgefallenen und daraufhin gesicherten Verbotsschildern könnte ja auch ein langer Nagel schräg im Stamm stecken. Da gibt jede Kettensäge sofort auf. Nebenbei würden Stahlnägel den Bäumen nicht schaden.
Im Grunde scheint aber die Mehrheit der Anwohner die ganze Sache wenig zu interessieren, wenn so wenig dagegen unternommen wird. Die Autofahrer waren ja auch extrem obrigkeitsdienlich, man könnte ja abgeschleppt werden… – Sicher, viel Spass bei mehr als 100 Fahrzeugen.
In Deutschland herrscht einfach ein Missverhältnis zwischen Beteiligung der Menschen an Realpolitik und Realitätssinn der stubenhockenden Politiker/Beamten.
Aus „Die Bedeutung der Holznutzung für den CO2-Haushalt“: Ersetzt Holz fossile Energieträger (z.B. Heizöl) oder energieaufwendig produzierte Stoffe, wird eine entsprechende CO2-Emission vermieden – und zwar für immer, denn das CO2 aus den alternativen fossilen Brenn- oder Rohstoffen bleibt der Atmosphäre auf Dauer erspart (Material- und Energie-Substitution).
Natürlich vollbringt ein Baum neben der CO2-Speicherung auch andere Leistungen, die gerade in der Stadt wichtig sind:
Pumpleistung: 30.000 Liter/Jahr oder 80 Liter/Tag oder 5,7 Liter/Stunde
Filterleistung der Belaubung (Staub etc.): 7.000 kg/Jahr
Durch Wurzeln verhinderter Wasserabfluß: 70.000 Liter/Jahr
Quelle
@ Patrick: Ihren letzen Satz unterschreibe ich.
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