Stadtkontor hält Zusagen nicht ein
Wie Wolfgang Rose in den Kommentaren zu „Ohnmacht“ schon angemerkt hat, wollte der Sanierungsträger Stadtkontor die 25 jungen Bäume in der Babelsberger Siemensstraße, die erst vor ein paar Jahren gepflanzt worden sind, umsetzen.
Zitat aus der Märkischen Allgemeinen vom 6.11.2007:
Über die künftige Optik informierte Projektbetreuer Mike Kühn vom Sanierungsträger Stadtkontor am Mittwochabend. […] Die 25 jungen Bäume, die jetzt an der Siemensstraße stehen, sollen innerhalb der Stadt umgesetzt werden, da sie ein zweimaliges Umpflanzen – vor und nach den Bauarbeiten – nicht überlebten.
Dass man Bäume neuerdings auch ohne Wurzeln umpflanzen kann, ist mir allerdings bisher entgangen:
Peanuts …
Nicht nur dieser, sondern sämtliche jungen Bäume in der Siemensstraße sind entgegen der Ankündigung abgeholzt worden. Damit wirft Stadtkontor, die Gesellschaft für behutsame (!) Stadtentwicklung mbH, das Geld gleich doppelt zum Fenster hinaus: Was es kostet, 25 junge Bäume fällen und entsorgen zu lassen, weiß ich nicht, aber für einen einzigen Rotdorn mit einem Stammumfang von 14-16 cm zahlt man in einer Baumschule 335 Euro.
Mal 25 minus 20% Mengenrabatt macht das Summasummarum 6.700 Euro an Materialwerten zuzüglich Kosten für Abholzung in unbekannter Höhe, die hier nach meiner Rechnung mal eben vernichtet wurden. Ganz abgesehen davon, dass auch die Anpflanzung dieser Bäume vor ein paar Jahren nicht kostenlos gewesen sein dürfte.
Für mich persönlich bedeutet Behutsamkeit etwas völlig anderes.
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Kommentare:
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Hallo Herr Preidel,
da wird in Potsdam wohl so „saniert“, dass es hinterher ein richtig „schmuckes“ (=beliebiges) und „gepflegtes“ (=austauschbares) Stadtbild ergibt :-o. Breite Rasenflächen, über die man mit dem Aufsitz-Rasenmäher brausen kann und asphaltierte Straßen, die mit der Kehrmaschine optimal bearbeitet werden können. Macht doch mehr her als Kopfsteinpflaster und Bäume, deren Laub man „kostspielig“ entsorgen muss…
Ihre Rechnung berücksichtigt allerdings nicht, dass das Umpflanzen von Bäumen eine richtig teure Aktion ist und es auch ungewiss ist, ob die Bäume die Aktion überleben.
Aus der Sicht der Verantwortlichen ist diese Form der „Sanierung“ vielleicht wirtschaftlich, für diejenigen, die auf die Zusagen zum Erhalt der Bäume vertraut haben, ist es aber unverständlich – von der schlechten Kommunikation ganz zu schweigen!
Auch hier maßt sich „Politik“ an, zum „Wohle“ der Allgemeinheit zuhandeln ohne die Bürgerinnen und Bürger nach ihren Wünschen zu fragen und diese zu berücksichtigen. Und die „Peanuts“ zahlt auch die Allgemeinheit :-(.
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