Inkrementelle iTunes Backups
Spätestens seit ich vor einigen Jahren beim Beseitigen übrig gebliebener Dateien einer gelöschten Systeminstallation versehentlich auch gleich meinen Musik-Ordner mit ins Nirwana befördert habe, weiß ich um die Notwendigkeit regelmäßiger Backups.
Ich zeige Ihnen hier, wie Sie mit einer normalen und einer intelligenten Wiedergabeliste bequem inkrementelle Backups Ihrer iTunes Bibliothek anlegen und auf CD oder DVD brennen können.
Zunächst erstellen Sie eine neue Wiedergabeliste, die Sie Ω Gesichert nennen (Sie können sie selbstverständlich auch anders nennen. Das Ohm-Zeichen, auf dem Mac mit ⌥Z einzugeben, stelle ich übrigens voran, damit diese Wiedergabeliste bei den Quellen alphabetisch ganz unten eingeordnet wird und nicht weiter stört).
Erstellen Sie nun eine neue intelligente Wiedergabeliste mit dem Kriterium Wiedergabeliste ist nicht Ω Gesichert:

Diese Wiedergabeliste nennen Sie Noch nicht gesichert. Zur Zeit befinden sich, da die Ω Gesichert-Liste noch leer ist, darin alle Songs Ihrer gesamten iTunes-Bibliothek.
Öffnen Sie die iTunes Einstellungen, wählen Sie unter Brennen das Format Daten-CD oder -DVD, schließen Sie die Einstellungen und klicken Sie bei ausgewählter Noch nicht gesichert-Liste auf den Brennen-Button. Falls Ihre Bibliothek nicht auf eine einzige CD oder DVD passt, werden Sie, wenn eine CD/DVD fertig gebrannt ist, aufgefordert, eine neue leere einzulegen – solange, bis Ihre komplette Bibliothek gesichert ist. Anschließend ziehen Sie alle Stücke aus der Noch nicht gesichert-Liste in die Ω Gesichert-Liste.
Wenn Sie ab jetzt neue Stücke zur Bibliothek hinzufügen, werden diese – da sie sich ja noch nicht in der Ω Gesichert-Liste befinden – gleichzeitig automatisch und ohne Extraaufwand zur intelligenten Noch nicht gesichert-Liste hinzugefügt.
Wollen Sie also zu gegebener Zeit alle seit dem letzten Backup neu hinzugefügten Stücke sichern, brennen Sie einfach die Noch nicht gesichert-Liste und ziehen Sie nach dem Brennen alle ihre Stücke in die Ω Gesichert-Liste.
Probieren Sie es mal aus – es klingt viel komplizierter, als es in Wahrheit ist. Und vergessen Sie nicht: die Frage lautet nicht, ob es einen Festplattencrash gibt, sondern wann!
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Kommentare:
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Auf eine DVD-/+R passen 4,7 GB… Auch wenn ich mich hiermit zumindest partiell als Dieb oute: Das ist zu klein! Wer wirklich Angst um seine Musik hat (eigentlich kann es ja nur um kostenpflichtige DRM-Musik aus dem Internet gehen, den Rest hat man ja als Original im Schrank bzw. weiterhin im Download-Zugriff), der sollte als Backup-Strategie lieber das „social raid“ erwägen. Man umgibt sich mit einem Freundeskreis, der einen ähnlichen Musikgeschmack hat, und sorgt fortan für kräftige Redundanz! Klappt hier prima! :-)
@Martin: Na ja, ich hab auch (ohne mich als Dieb zu outen) über 20 GB Musik. Da legt man halt nacheinander 5 DVDs ein – was sein muss, muss eben sein.
> den Rest hat man ja als Original im Schrank
Das ist nicht Dein Ernst, oder? Klar hat man den im Schrank. Ich hab aber keine Luste/Zeit das alles nocheinmal zu rippen. Das geht ja nicht mal eben über Nacht… :-)
„Falls Ihre Bibliothek nicht auf eine einzige CD oder DVD passt, werden Sie, wenn eine CD/DVD fertig gebrannt ist, aufgefordert, eine neue leere einzulegen – solange, bis Ihre komplette Bibliothek gesichert ist.“
Das klappt? Dann werde ich mich wohl auch mal an ein Backup machen. Ich hatte schon befürchtet, alles per Hand wegbrennen zu müssen. Um die neuen Sachen zu brennen, werde ich wahrscheinlich anders vorgehen: einfach die meine bestehende intelligente „hinzugefügt in diesem Monat“-Liste brennen. Dann hat man schön eine monatsweise Backup-CD/DVD.
Ich will ja nicht stänkern… aber CD-Rs würde ich für Backups nicht unbedingt empfehlen. Und DVD-Rs schon gar nicht, die sind von der Zuverlässigkeit her noch schlechter. Bänder sind mir zu teuer, daher mache ich seit Jahren nur noch Festplattenbackups auf Firewire und Mietserver.
Dieser Mechanismus ist viel zu kompliziert, weil man dann im Falle eines Crashes alles wieder fröhlich importieren, organisieren und was-weiß-ich-alles kann, von einem Stapel Alu-Scheiben.
Einfacher: Eine externe Platte oder eine freigegebene Platte mit ausreichend Platz auf einem anderen Mac oder Linux-Rechner mit rsync befüllen:
rsync -az—delete ~/Music user@netzwerkrechner:/daten/itunesbackup
sichert den Inhalt des Musikordners auf die Festplatte von „netzwerkrechner“ im Verzeichnis /daten/itunesbackup. Beim ersten Mal dauert das recht lange, je nach Größe der Sammlung, danach wird nur noch übertragen, was sich seit der letzten Änderung geändert hat. Die Option—delete sorgt dafür, dass Stücke, die man in iTunes gelöscht hat, auch auf dem Backup gelöscht werden, denn wer möchte denn all’ die gräßlichen Podcasts und das Elektrogefiepse irgendwelcher Netzlabels, die man sich mal gesaugt und nach dem ersten Hören umgehend gelöscht hat, nach einem Festplattencrash wieder, von den CDs restored, in der Sammlung finden? ;-)
@ Christian: Ich kann über die Haltbarkeit von CD-Rs nicht meckern. Meine ältesten selbstgebrannten sind über neun Jahre alt, und die können alle problemlos gelesen werden. DVD-Rs benutze ich erst seit 5 Jahren, aber auch von denen hat sich bisher noch keine verabschiedet.
@Ralf: Hat man auch von der iTunes Datenbankdatei ein Backup, hält sich die Arbeit nach einem Crash in Grenzen, zumindest die mit der Organisation.
Danke für die i-tunes Backup-Betriebsanleitung!
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