Dianne Reeves – When You Know
Dianne Reeves ist eine jener Jazz-Sängerinnen, die sich in Brust- und Kopfstimme gleichermaßen wohlfühlen (und gut anhören!), und die dennoch erfreulich häufig – im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen – die Bruststimme einsetzen.
„When You Know“ ist es alleine schon wegen der Gänsehaut-Interpretationen von „Just My Imagination“ und „Lovin’ You“ wert, gekauft zu werden. Aber auch der Rest, fast allesamt Klassiker („Once I Loved“, „Windmills Of Your Mind“, „Midnight Sun“ etc.) hindert einen nicht daran, diese CD zuoberst auf den höre ich gerade immer wieder-Stapel zu legen.
Volle Kochmützen-Wertung:
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Kommentare:
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Ich habe Frau Reeves am 22. April in Bremen live gesehen und gleich gedacht, dass das doch sicher auch Musik für Herrn Preidel wäre. Da lag ich doch gar nicht so falsch.
Frau Reeves bzw. EMI/Blue Note möchte(n) wohl endlich mal mehr Platten verkaufen, wirbt doch ihre Website ganz stolz mit „When You Know is Dianne’s most commercial offering in years“ und so klingt das Album dann leider auch. Ihre älteren Alben Bridges, That Day, Art And Survival oder I Remember gefallen mir da mehr.
Übrigens, die ultimative Version von Legrands Windmills Of My Mind gibt’s von Carmen Lundy auf ihrem Something To Believe In Album. Außerdem vertraut Frau Lundy mehr auf eigene Kompositionen als auf Standards, was im Bereich Jazz heutzutage schon fast eine Rarität ist. Und für einen Einblick in das Carmen Lundy Songbook ist besonders ihr Live-Doppel-Album Jazz and the New Songbook: Live at the Madrid empfehlenswert.
@ Claas: Ich hätte sie mir um ein Haar auch angeschaut, aber der Berliner Konzerttermin lag ungünstig …
@ Zenzizenzizenzic Armee Fraktion: Stimmt, „When You Know“ ist ziemlich kommerziell ausgerichtet (wenn auch nicht ganz so arg wie „Christmas Time Is Here“), das mag ich ab und zu aber ganz gern.
Meine liebste Reeves-Platte ist „The Calling – Celebrating Sarah Vaughan“. Genau jene Sarah Vaughan wurde übrigens 1969 auf dem Jazzfest Berlin gnadenlos ausgebuht – es gibt unterschiedliche Aussagen über die Gründe: die einen behaupten, das Berliner Publikum sei damals der Ansicht gewesen, Gesang habe im Jazz nichts zu suchen, die anderen, man habe sich in den Zeiten des Vietnamkriegs an Vaughans „eskapistischen Standards“ gestört.
Von Carmen Lundy kenne ich bisher nur „Old Devil Moon“ und „This Is Carmen Lundy“ – nachdem ich eben seit längerem aber mal wieder reingehört habe, werde ich die Lücken demnächst wohl mal ausfüllen …
Mit The Calling konnte ich mich nie so recht anfreunden. Vielleicht liegt’s an Send In The Clowns, einer der wenigen Songs überhaupt, die ich hasse, völlig egal, wer das singt. Zum Glück hat das Carmen Lundy noch nicht gecovert…ha, ha, ha. Aber vielleicht sollte ich nach all den Jahren The Calling mal eine zweite Chance geben.
Old Devil Moon und This Is… sind doch schon mal ein guter Anfang. Ich würde dann das schon erwähnte Live-Album als Ergänzung empfehlen, dann Self Portrait, dann Something To Believe In und dann Coming Home, das aktuellste Album. Carmen singt übrigens auch zwei Songs auf der Quasimode CD The Land Of Freedom (gibt’s auch als Livealbum).
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