Wie man seine Privatsphäre vor Sonos schützt
Sonos’ neue Datenschutzbestimmungen sehen u. a. vor, dass man der Erhebung und Übermittlung von Registrierungs- und Systemdaten nicht mehr widersprechen kann. Laut Sonos sind Systemdaten
... der Produkttyp, der Typ des Controller-Geräts, das Betriebssystem des Controllers, Informationen zur Software-Version, Eingangsquelle (Line-in-Audioeingang), Signaleingang (z.B. ob dein Fernseher ein bestimmtes Audiosignal, wie z. B. Dolby, an dein Sonos System abgibt), Informationen zu WLAN-Antennen, Audioeinstellungen (wie beispielsweise Equalizer oder Stereopaar), Produktausrichtung, Raumnamen, die du deinem Sonos Produkt gegeben hast, ob dein Produkt mithilfe der Sonos Trueplay Technologie angepasst wurde und Fehlerinformationen.
Man kann zwar auf Updates (und damit auf die neuen Datenschutzbestimmungen) verzichten, muss dann aber damit rechnen, dass die teuer gekauften Sonos-Boxen demnächst nicht mehr funktionieren (siehe auch Sonos says users must accept new privacy policy or devices may "cease to function")
Unglaubliche Sammelwut
Dazu werden, wenn man es nicht verhindert, auch noch Leistungs- und Aktivitätsdaten erhoben und an Sonos gesendet. Zu den Leistungsdaten zählen
... unter anderem die Temperatur deines Produkts, WLAN-Informationen, wie z. B. die Signalstärke, die Musikdienste, die mit deinem Sonos System verbunden sind (bei einigen Diensten einschließlich des Benutzernamens (mit Ausnahme des Passworts), den du für die Anmeldung bei diesem Dienst verwendest), Informationen darüber, wie häufig du die Sonos App im Vergleich zu einem anderen Controller nutzt, Interaktionen innerhalb der Sonos App, wie häufig du die Controller des Geräts verwendest, Standortdaten, wenn die Sonos App in Gebrauch ist, und wie lange das Sonos Produkt eingesetzt wird.
Zu den Aktivitätsdaten gehören
... Angaben zur Einsatzdauer von Musikdiensten, Informationen zur Produkt- oder Raumgruppierung; Steuerungsinformationen wie Wiedergabe, Pause, Lautstärkeregelung oder das Überspringen von Tracks; Informationen über Tracks, Playlists oder Radiosenderdaten; und Informationen zur Sonos Playlist oder Sonos Favoriten, immer in Verbindung mit individuellen Sonos Produkten.
Temperatur? Benutzernamen? Tracks? Playlists? Und das alles auch noch personalisierbar? Wow!
Aber dagegen kann man was unternehmen. Zuallererst sollte man in den Einstellungen sämtlicher Sonos-Controller unter „Erweitert“ die Option „Nutzungsdaten freigeben, um Sonos zu verbessern“ deaktivieren.
Wenn man einen Mac hat, blockiert man die restlichen ausgehenden Verbindungen – also die, die man nicht regulär deaktivieren kann – mit Little Snitch.
Der Sonos Controller versucht ungefähr einmal pro Minute, sich mit msmetrics.ws.sonos.com zu verbinden, einem Server in Dublin. Diese und andere Verbindungsversuche werden von Little Snitch blockiert.
Steuert man die Sonos-Geräte aber auch mit Smartphones oder Tablets, nutzt Little Snitch auf dem Mac nicht viel, dann sollte man ausgehende Verbindungen zu den Sonos-Servern am besten im Router blockieren.
Bei einer Fritzbox funktioniert das grundsätzlich so: Unter Internet > Filter > Listen > Blacklist tragen Sie die zu blockierenden Server ein. Welche das sind, führe ich hier – aus Gründen – nicht detailliert auf.
Anschließend ändern Sie unter Internet > Filter > Zugangsprofile das Standard-Profil dahingehend, dass der Filter „Blacklist“ eingebunden wird:
Jetzt werden auf allen Geräten, denen das Standard-Profil zugewiesen ist, sämtliche ein- und ausgehenden* Verbindungen zu den Servern in der Blacklist blockiert.
Und wieder hat man sich ein Stück Privatsphäre zurückerobert.
* Bei den ausgehenden Verbindungen war ich mir nicht ganz sicher, weil die Fritzbox-Dokumentation dazu nichts konkretes sagt, aber bei der Support-Hotline von AVM hat man mir versichert, dass auch ausgehende Verbindungen blockiert werden.
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Kommentare:
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Eine tolle Alternative zum Blockieren via Fritzbox ist die Software PiHole – ein netzwerkweiter Filter für alle möglichen Sachen, die man nicht haben möchte und den man bspw auf einem (alten) Raspberry Pi installieren kann. Der Vorteil gegenüber der Fritzbox-Lösung ist, dass PiHole ein tolles übersichtliches Web-Interface bietet, wo man sehen kann, welche Geräte wann welche Server angefunkt haben. Das kann man dann gezielt blockieren. Das Ganze funktioniert, indem PiHole den DNS-Server für das ganze Netzwerk stellt und nur das durchlässt, was man will.
(Toller Nebeneffekt ist, dass PiHole somit auch Werbung und anderen Spionagekram blocken kann)
Ich hatte schon mal (erfolglos) probiert, Pi Hole auf einer Synology Diskstation zum laufen zu bringen. Dann werde ich mir wohl doch mal eine Raspberry zulegen …
Falls dein Synology Docker unterstützt, kannst du es damit probieren. Die native Installation auf der DS scheitert normalerweise daran, dass PiHole einen freien Port 80 braucht (denn auf die dort leer angezeigte Website wird manche Werbung verwiesen). Via Docker kannst du die Installation abstrahieren und auch einen anderen Port als 80 verwenden.
Aber es klappt natürlich auch mit einem RasPi. Ich hatte einen alten RasPi 1 im Schrank, der für fast alles andere zu langsam ist – PiHole läuft hier prima, einzig das Hinzufügen von Einträgen zur Black- und Whitelist und die Aktualisierung der Listen (ohnehin nachts per Cron) dauern länger, das ist aber OK für mich.
Einen alten RasPi bekommst du sicher für ein paar Euros.
So, Raspberry Pi 3 ist heute gekommen. Bisschen blöd, dass SSH erst funktioniert, wenn man eine Datei mit dem Namen „ssh“ unter /root/ angelegt hat, aber für die Zukunft weiß ich es jetzt ;-)
Pi-hole läuft, und der Adblocker in Safari ist schon mal überflüssig. Mal schauen, ob auch Ghostery deaktiviert werden kann, muss mich mal ein bisschen mit den Filterlisten vertraut machen …
Danke für den Tipp!
Gerne. Falls du noch Nachschub bei den Filterlisten brauchst, hier gibt es noch einiges: https://wally3k.github.io/
(Aber viel hilft viel gilt hier nicht, da die Listen natürlich im RAM gehalten werden müssen).
Ich habe noch https://wally3k.github.io entdeckt.
Nach einem Tag kann ich sagen, dass sich die Einrichtung echt gelohnt hat – man macht interessante Entdeckungen. Wer hätte gedacht, dass unser Harmony Hub das aktivste Gerät im Netzwerk ist? Knapp 5000 Requests in gerade mal 23 Stunden! Aber blacklisten geht ja dankenswerterweise bequem per Knopfdruck.
Die Wallky-Liste hatte ich doch auch schon oben gepostet :)
Und ja, die Tatsache, dass man Sachen sieht, von denen man vorher keine Ahnung hatte, macht es wirklich interessant und viel intuitiver als das Fritzbox-Blocking. Theoretisch könnte man das auch via FB herausfinden, allerdings wäre das viel Handarbeit. Pi-Hole bereitet alles schön auf…
Die Macher haben zum Thema was ist eigentlich in meinem Netzwerk los? auch schon einige Blogbeiträge/ verfasst, schau mal rein, da staunst du.
Vielen Dank euch beiden für die Tipps. Pi-Hole wäre abseits meiner ersten Daddeleien endlich ein sinnvoller Einsatzzweck für meinen RasPi:)
Ich steuere Sonos fast ausschliesslich übers iPhone. Allerdings nutze seit einiger Zeit lieber die App SonoPhone. Bei Benutzung einer 3rd-Party Anwendung sollten sich die ungewollten Datenübertragungen doch auch erledigt haben, oder?
Nein, hat sich leider nicht erledigt, weil ja nicht der Controller nach Hause telefoniert, sondern die Hardware.
Moinsen, eine Frage:
„dass unser Harmony Hub das aktivste Gerät im Netzwerk ist? “
Kannst Du mir sagen, welche Adressen man sperren kann, also welche Adressen da ständig angefunkt werden?
Danke und BG
Ich habe nichts mehr gesperrt, weil nach den verschiedenen Harmony-Updates der Hub nur noch sehr moderat nach hause funkt – siehe auch Logitech hat die Harmony gebrickt.
Alles klar, vielen Dank für die Infos!
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