Aus dem Apple-Museum
1986, ganz am Anfang meines Studiums, saß ich das erste Mal vor einem Macintosh. Apple München hatte damals in der HdK Kassel zehn mit AppleTalk vernetzte Macintosh Plus und einen LaserWriter aufgestellt, die wir Studenten für einige Wochen völlig frei benutzen konnten. Ich war begeistert, unser Typographie-Lehrer Michael Heckert (dem ich im übrigen meine Liebe zur Typographie verdanke – im Grundkurs hat er uns die wunderbare Kunst des Bleisatz’ beigebracht) weniger. Seiner Meinung nach bedeutete diese ganze (damals noch völlig am Anfang stehende) Entwicklung mit PageMaker, Desktop Publishing und dem ganzen Krams das Ende der gewohnten Satz-Qualität. Nun, in gewissem Sinne hatte er wohl nicht ganz unrecht, aber ich schweife ab.
Heute habe ich nämlich u. a. folgendes wieder gefunden:
Einer von sieben Clip-Art-LaserWriter-Ausdrucken aus dem Jahr 1986
Die wahrscheinlich erste Computer Clip Art der Welt: Art Grabber with Body Shop von MacroMind, erschienen 1985 für den Apple Macintosh und gedacht für das Programm VideoWorks (ebenfalls von MacroMind, später wurde daraus der berühmte MacroMind Director) – und von mir ein Jahr später auf erwähntem LaserWriter ausgedruckt.
Eigentlich wollte ich damals aus den ganzen Ausdrucken Daumenkinos machen (wer konnte sich schon einen eigenen Mac leisten), woraus aber aus irgendwelchen Gründen nie etwas wurde.
Heute, 22 Jahre später, habe ich einer der Figuren endlich ein wenig GIF-Leben einhauchen können …
Ähnliche Beiträge:
Liebes Tagebuch (56) 3D und Würstchenecken
Kommentare:
Bei den Kommentaren handelt es sich um fremde Inhalte, die sich „esse est percipi“ nicht zueigen macht. Verantwortlich für den Inhalt eines Kommentars ist der jeweilige Verfasser.
Eine sehr schöne Anekdote und gleichzeitig erstaunlich was 1986 schon möglich war. Ich war damals gerade einmal 3 Jahre alt. ;-)
wie lange es wohl gehen wird bis die Tanzende auf vielen Webseiten zu finden ist?
DTP als Ende der gewohnten Satz-Qualität? Da glaube ich nicht dran. Natürlich gibt es heute jede Menge Beispiele für schlechtem Satz und schlechte Typographie – die gab’s aber im Pre-DTP-Zeitalter auch.
Das ist richtig Jonas, aber damals waren die Menschen halt noch etwas skeptischer wenn es um neue Techniken ging. Ich glaube da hat auch der ein oder andere Schriftsetzer um seinen Job gebangt.
Jonas: Na klar gab es auch damals schlechten Satz, genauso, wie es z. B. auch gute und schlechte Einbauschränke gab. Man musste (und muss) das Handwerk eben beherrschen.
Setzer war natürlich aus gutem Grund ein Lehrberuf. Außerdem gab es für Laien – außer vielleicht mit Letraset-Durchrubbel-Buchstaben – ja überhaupt keine Möglichkeit, überhaupt irgendwas zu setzen.
Was heute eben anders ist – jeder mit einem Computer und der entsprechenden Software fühlt sich quasi per se zum Typographen berufen. Wie das selbst auf höchster Ebene kläglich scheitern kann, sieht man z. B. hier: Zollzeichenalarm.
Das wäre vor 20 Jahren mit Sicherheit nicht passiert ;-)
Die Zollzeichen auf der NYT-Webseite waren wirklich die Krönung typografischer Ahnungslosigkeit…
Kommentar schreiben:
FAQ (Häufig gestellte Fragen)
Kommentare:
- Michael Preidel zu Pasta dell’Orto
- Stefan zu Pasta dell’Orto
- Michael Preidel zu CookieCrumble Testflight jetzt auch für macOS
- Götz zu CookieCrumble Testflight jetzt auch für macOS
- Michael Preidel zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
- Henning zu Harbor – Sicherer Hafen [Testflight]
Schlagwörter


