Meine letzten Bücher
Sehr, sehr lange habe ich hier nichts mehr über Bücher geschrieben. Was nicht daran lag, dass ich keine gelesen habe – im Gegenteil! Hier ein paar der letzten, die ich – so oder so – erwähnenswert finde:
Die Eleganz des Igels
Muriel Barbery
Die Geschichte der Freundschaft zwischen einer Concierge, die ihre umfassende Bildung gegenüber den Hausbewohnern zu verbergen versucht, und einem zwölfjährigen Mädchen, dass die verlogene Welt der Erwachsenen erst gar nicht betreten will und darum beschließt, ihrem Leben an ihrem 13. Geburtstag ein Ende zu setzen. So humorvoll und überaus intelligent erzählt, dass man zwischendurch zum Literatur- oder zum philosophischen Lexikon greift, um auch die feineren Anspielungen verstehen zu können.
Charmant, geistreich und vergnüglich: 
Fool
Christopher Moore
Christopher Moore gehörte bisher zu den Autoren, von denen man unbesehen jede Neuerscheinung kaufen konnte, obwohl auf jedem seiner Bücher der Aufkleber „Vom Autor des Bestsellers Die Bibel nach Biff“ pappte. Dafür kann er ja nichts. „Flossen weg“ liebe ich (obwohl der deutsche Titel in seiner Einfalt nicht annähernd an den Originaltitel herankommt: „Fluke – Or, I Know Why The Winged Whale Sings“), und auch bei allen anderen Büchern habe ich mich gut bis bestens unterhalten gefühlt.
Nur nicht bei „Fool“. Dieses Buch erinnert mich in fataler Weise an das von mir 2003 entdeckte grottenschlechte 1968er Van Morrison-Album, dass er damals in voller Absicht mit dieser unterirdischen Qualität abgegeben hatte (meines Wissens ist es nie erschienen), um aus seinem Plattenvertrag zu kommen. Ähnliche Geschichten gab’s dann später auch mit Prince und George Michael, die ebenfalls am Anfang ihrer Karriere Plattenverträge abgeschlossen hatten, mit denen sie quasi erst ihre Seelen direkt an der Musikindustrie-Garderobe abgaben, um später dann gezwungernermaßen ein, zwei Scheiß-Egal-Alben wegen der Knebelverträge hinterher zu liefern (TAFKAP – erinnert sich jemand?)
Möglicherweise irre ich mich da auch, aber „Fool“ hat für mich so wenig mit dem bisherigen Moore zu tun, dass ich mich beim Lesen mitunter gefragt habe, welches Kaliber wohl die Pistole hatte, die ihm der Verlagsbeauftragte beim Schreiben an die Schläfe hielt.
Nicht witzig und leider überhaupt nicht unterhaltsam. Sondern ermüdend gähnesk: 
Der Patient
Jon Katzenbach
Krimis oder Thriller kaufe ich ebenso selten wie ich Tatort gucke. Also praktisch nie. Es kommt allerdings vor, dass ich im Buchladen im Vorbeigehen über ein Buch stolpere, zu dem mich eine Blitzassoziation überfällt. „Kalte Asche“ von Simon Beckett war letzte Woche so ein Titel, den ich nur aus den Augenwinkeln wahrnahm: „Kalte Asche, müde Mädchen, ein letzter Schluck im Neonlicht …“, der Song aus dem 80er-Kultfilm Müllers Büro kam mir sofort in den Sinn, und ich griff zu. (Kurzrezension: Spannend, aber leider lieblos übersetzt.) Und wo ich nun schon mal an der Krimiauslage stand, nahm ich auch gleich „Der Patient“ mit. Auf gut Glück.
Gottseidank war das Wetter am Sonntag eher schlecht, deshalb konnte ich – ohne ein schlechtes Gewissen haben und ohne mich um irgendwas anderes kümmern zu müssen – die 669 Seiten bis zum Abend durchlesen. Besser gesagt: Verschlingen.
Dr. Starks, ein Psychologe, erhält am Abend seines 53. Geburtstags einen Brief, der mit den Worten beginnt: „Herzlichen Glückwunsch zum 53sten Geburtstag, Herr Doktor. Willkommen am ersten Tag Ihres Todes“. Danach verwandelt sich sein Leben nach und nach in einen Alptraum …
Ich könnte jetzt, der Spannung halber, noch fragen: War es ein ehemaliger Patient? Und wenn ja, was hat er ihm getan? Wird er es jemals herausfinden? Ohne etwas zu verraten: Er wird. Keine Sorge. Und zwar nicht zu knapp.
Erstklassig übersetzt, absolut schlüssige Handlung, Hochspannung bis zum Schluss, ein klassisches Kategorie B-Buch: 
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Ich habe inzwischen einige Bücher von John Katzenbach gelesen, die sind alle super spannend- die kann ich dir nächstes mal mitbringen wenn wir uns sehen…
Grüßle aus dem Süden.
Sehr gut, bring sie doch im Oktober mal mit …
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